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Für bunte Vielfalt statt brauner Einfalt

„Initiative gegen rechten Lifestyle“ setzte Proteste gegen Kleidungsladen weiter fort.

Etwa 80 Personen laufen eine Straße entlang. Die vorderen Teilnehmer haten ein Transparent mit einem durchgestrichenen Hakenkreuz vor sich, weiter hinten sind Fahnen zu erkennen. © LHH

Der Protestzug lief vom Freizeitheim am Lister Turm zum Tønsberg-Geschäft in der Podbielskistraße.

Gut 200 Einwohner/innen schlossen sich am 29. November 2014 dem „Laternenumzug für bunte Vielfalt statt brauner Einfalt“ an und protestierten so gegen ein ein Geschäft in der Podbielskistraße, das Kleidungsmarken mit typischen Symbolen der rechtextremen Szene verkauft. Lister Einwohner/innen und ein breites überregonaler Akteur/innen leisten schon seit der Eröffnung Widerstand. Sie gründeten die hannoversche „Initiative gegen rechten Lifestyle“, die u. a. von Landes- und Bundespolitiker/innen unterstützt wird.

Die Demonstrierenden versammelten sich der Kälte zum Trotz schon am Nachmittag und bauten vor dem Freizeitheim Lister Turm ihre Infostände auf. Bis zum Abend waren auch die Letzten durch Bratwürste und Warmgeträke gestärkt für den Marsch zum Ladengeschäft der bei Rechtsextremisten beliebten Bekleidungsmarke. Zum Start des Umzuges hielten Politiker/innen von Bezirks- bis Landtagebene kurze Ansprachen. Darunter befand sich auch der Landtagsabgeordnete Michael Hönsch (SPD), der sich zufrieden über das stetig wachsende Bündnis äußerte. Guido Wiesner (Humanistischer Verband Niedersachsen e.V.) riet den Anwesenden nicht zu vergessen, dass es sich auch bei Neonazis um Mitbürger/innen handele, die auf eine mörderische Ideologie reingefallen sind und milieubedingt „demokratische Umgangformen nie gelernt haben und lernen konnten“. Der Landtagsabgeordnete Belit Onay (B90/Die Grünen) und Martin Sieber vom Düsseldorfer Verein „Mach meinen Kumpel nicht an! e.V.“ sprachen den Anwesenden Mut zu weiterem Engagement zu und wiesen darauf hin, dass Rechtsextremismus auch in Hannover ein sehr aktuelles Problem sei.

Der Zug setzte sich lautstark trommelnd, mit leuchtenden Laternen und wehenden Fahnen in Bewegung. Nach etwa 20 Minuten erreichte er schließlich das Ladengeschäft. Dort gab die Trommelgruppe der GEW-Gewerkschaft nochmal alles und bekam viel Applaus für ihre muslikalische Begleitung des Protestzuges. Der Versammlungsleiter Andreas Pieper von der "Initiative gegen rechten Lifestyle" dankte allen Teilnehmer/innen und zeigte sich zufrieden über den friedlichen Verlauf der Veranstaltung. Er wohne selbst in der Gegend und habe sich verpflichtet gefühlt, Flagge gegen rassistisches Gedankengut in seinem Stadtteil zu zeigen.