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Abfallwirtschaft

Das beschlossene Modell im Detail

Diese Änderungen und Neuerungen bringt die Gebührenstrukturreform mit sich.

Fahrradfahrer reicht eine Mülltüte einem Mitarbeiter der Müllabfuhr © Region Hannover

Vorbildliche Müllentsorgung

aha vereinheitlicht das Abfuhrsystem und führt eine einheitliche Grundgebühr ein. Die liegt künftig bei 29 Prozent der Gesamtkosten für die Abfallentsorgung und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 19,5 Prozent werden pro Haushalt, 9,5 Prozent pro Grundstück erhoben. Der Wohnungsgleichwert beträgt damit künftig 3,55 Euro, der Grundstücksgleichwert 4,90 Euro. Beide Teilsummen addieren sich zu 8,45 Euro pro Haushalt.

Gewerbe

Kleinstunternehmen im Umland, die ihre Geschäftsräume in der privaten Wohnung haben, mussten in der Vergangenheit eine zweite Grundgebühr für das Gewerbe bezahlen. Die entfällt künftig ersatzlos. Unternehmen bezahlen nach der neuen Grundgebühr einen reduzierten Haushaltsbezug. Statt der regulären 3,55 Euro sind hier 3,10 Euro fällig. Der Grund dafür: Gewerbliche Abfälle dürfen nicht auf den Wertstoffhöfen entsorgt werden. Und genau diese und weitere kostenlose Serviceangebote werden über die Grundgebühr finanziert und damit weiterhin angeboten.

Gründstücke

Befindet sich auf einem Grundstück mehr als eine Wohnung, teilt sich der grundstücksbezogene Gebührenanteil durch die Anzahl der Wohnungen. Hinzu kommt noch die einheitliche volumenbezogene Gebühr für den Behälter. aha behält ein Mindestvolumen von 10 Litern pro Woche und Person bei, empfiehlt aus Erfahrung jedoch rund 20 l pro Woche und Person. Nach oben kann das Volumen je nach Bedarf aufgestockt werden.

Neue Tonne mit kleinem Volumen

Um auch Ein-Personen-Haushalten in Einfamilienhäusern den passenden Behälter und den bisherigen Sacknutzern ein gewohntes Volumen zu bieten, führt aha eine neue 40 Liter-Tonne ein und erweitert damit das Behälterangebot. Die volumenbezogene Gebühr für den Behälter wird – je nach Tonnengröße – künftig um bis zu 7 Prozent reduziert, die Tonnen werden also günstiger.

Säcke: Zwei Größen für das Umland

Im Umland wird aha künftig weiterhin zwei Sackgrößen anbieten: 20 und 32,5 Liter. Bezahlt wird der Sack wie ein Behälter – mit der Gebührenabrechnung. Die neuen Restmüllsäcke werden gegen Gutschein ab Oktober unter anderen im Einzelhandel, auf den Wertstoffhöfen und in den Bürgerbüros der einzelnen Kommunen zu haben sein. Die Gutscheine versendet aha frühzeitig an die Grundstückseigentümer.

Leerungen

Der Abfuhrrhythmus wird künftig regionsweit 14-täglich. Ausnahmen  gibt es nur für Singlehaushalte in Einfamilienhäusern, die sich für die neue 40-l-Tonne entscheiden. Die "Kleine" kann monatlich abgeholt werden, damit Alleinstehenden passgenau ihr Mindestvolumen zur Verfügung gestellt werden kann.

Fragebogen im Juli

Um das gewünschte Volumen zu erfahren und so die künftigen Gebühren zu ermitteln, hat aha einen Fragebogen entwickelt, der im Juli an alle 135.000 Grundstückseigentümer im Umland versendet wird. Auf Basis der Einwohnermeldedaten schlägt aha ein Behältervolumen vor. Die im Fragebogen vorgeschlagene Behältergröße ergibt sich aus der Anzahl der Wohnungen und der dort gemeldeten Personen.  Auf diesen Angaben basiert anschließend der Gebührenbescheid für 2014.

Wird der Fragebogen nicht binnen der gesetzten Frist zurückgeschickt, ist aha gezwungen, mit den vorhandenen Einwohnermeldedaten zu arbeiten. Gleichsam wird dann vorausgesetzt, dass der jeweilige Grundstückseigentümer an die Tonnenabfuhr angeschlossen werden will und mit dem Mindestvolumen von 10 l pro Person und Woche auskommt.

Gebührenrechner

Anfang Juli stellt aha auf der Internetseite www.aha-region.de einen Gebührenrechner online. Hier können Grundstückseigentümer ihren Volumenbedarf ermitteln. Anhand der Wohnungsanzahl und der Mieterzahl pro Grundstück kalkuliert der Gebührenrechner die künftige Summe.

Geld sparen mit Biosack und Biotonne

Wer Eierschalen, Obst- und Gemüsereste, Blumen- und Pflanzenreste, Kaffeefilter, Rasenschnitt und Ähnliches statt in den Restmüllbehälter in der Biotonne oder im Biosack (nur Umland) sammelt, kann bares Geld sparen und tut auch noch etwas Gutes für die Umwelt. Denn der Biobehälter kostet künftig nur die Hälfte des Restmüllbehälters. Fällt weniger Abfall in der Restmülltonne an, kann man hier das Volumen auf minimal 10 l pro Person und Woche reduzieren. Der gesammelten Biomüll wird kompostiert.

Nachbarschaftstonne - Eine Tonne gemeinsam nutzen

Mit der sogenannten "Nachbarschaftstonne" teilen sich mehrere Haushalte eine entsprechend große Restmülltonne und reduzieren so den Platzbedarf. Die Kosten für das Behältervolumen werden anteilig umgelegt – jeder zahlt jedoch mindestens sein Mindestvolumen pro Person und Woche. Die Nachbarschaftstonne bekommt man auf gemeinschaftlichen Antrag.

Die Systemumstellung im Umland

dauert im Ganzen vier bis sechs Jahre. Dieser Zeitraum ist notwendig, um die geänderte Abfuhrlogistik zu planen, erforderliche Fahrzeuge, Tonnen, und Weiteres zu beschaffen und die Betriebsstätten auf den geänderten Fahrzeug- und Personaleinsatz vorzubereiten. Die gegenwärtig im Umland noch genutzten Zwei-Kammer-Fahrzeuge werden künftig für die Sammlung  von Gelben Säcken eingesetzt. Während der Umstellung auf die Tonne wird das Volumen grundsätzlich in Form von Säcken zur Verfügung gestellt. Die ersten Tonnen werden im Frühjahr 2014 in Neustadt und Garbsen aufgestellt. 

Großcontainer: Für alle schon ab 2014

Mehrfamilienhäuser, deren Eigentümer sich für einen Großcontainer  entscheiden,  können regionsweit bereits zum 1. Januar 2014 an die Behälterabfuhr angeschlossen werden. Der Vorteil auf Kundenseite: Die Grundstückseigentümer müssen in großen Häusern keine Gutscheine verteilen.