Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Gelände der ehemaligen Gärtnerei an der Peiner Straße © LHH

Gelände der ehemaligen Gärtnerei an der Peiner Straße

Bebauungsplan 1140

Altlastenverdacht Peiner Straße

Informationen zur geplanten Kampfmittelbeseitigung im Bereich der ehemaligen Gärtnerei im Stadtteil Seelhorst

Das geplante Baugebiet "Ehemalige Gärtnerei" im Stadtteil Seelhorst ist ein geschichtsträchtiges Areal, das seit fast 150 Jahren auf unterschiedliche Arten genutzt wurde. Auf der heute brachliegenden Fläche errichtete die Preußische Heeresverwaltung bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ein Artilleriedepot. Die militärische Nutzung überdauerte zwei Weltkriege und hat ihre Spuren hinterlassen. Allen Hinweisen auf mögliche Hinterlassenschaften aus dieser Zeit wird jetzt nachgegangen.

Historischer Überblick

Von ca. 1870 bis 1918 befand sich auf dem Gelände an der Peiner Straße eine Munitionsanstalt mit Lagerräumen und Arbeitshäusern zur Kontrolle und zum Umschlag von Munition. Mit dem Ende des 1. Weltkrieges änderte sich diese Zweckbestimmung. Demilitarisierung stand jetzt im Vordergrund. Neben den Munitionslagern wurden neue Anlagen für die Zerlegung und Vernichtung von Munition errichtet. Bis 1937 wurde die Anlage unter der Bezeichnung "Heeres - Muna Döhren" ausschließlich als Munitionslager genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier - jetzt "Heeres-Zeugamt Hannover" - verschiedenste Erzeugnisse umgeschlagen.

Von 1946 bis 2011 wurde auf dem Gelände eine Garten- und Landschaftsbaufirma betrieben. In Vorbereitung einer zukünftigen Neunutzung, erfolgen nun Rückbaumaßnahmen und Untersuchungen zu möglichen Hinterlassenschaften aus der militärischen Nutzung.

Bisherige Arbeiten und Erkenntnisse

Im Rahmen der gärtnerischen Tätigkeiten und baulichen Maßnahmen der Nachkriegsjahre erfolgten umfangreiche Erdbewegungen der oberen Bodenschichten, bis in eine Tiefe von 0,50 bis teilweise 1,50 m. Munition wurde nicht gefunden. Auch Untersuchungen des Trinkwassers ergaben keine Auffälligkeiten. Diese Ergebnisse sowie eine Luftbildauswertung aus den 1990er Jahren und Archivmaterial sind Bestandteil einer neuen Bewertung der militärischen Nutzung vom April dieses Jahres.

Neue umweltrelevante Hinweise

Aufgrund der massiven Bombardierungen Hannovers in den Kriegsjahren 1944/45 können, wie im gesamten Stadtgebiet, auch im Bereich der ehemaligen Gärtnerei Blindgänger nicht ausgeschlossen werden. Bombentrichter wurden im Rahmen der Luftbildauswertung auf dem Gelände identifiziert. In diese Hohlformen wurden besonders in den letzten Kriegstagen häufig Schutt, nicht mehr benötigte Waffen und Munition verbracht. Der Verfüllung von Bombentrichtern, möglichen Blindgängern und einem, wenn auch sehr vagen Hinweis auf vergrabene Kampfstoffmunition aus der Demilitarisierungsphase ist jetzt nachzugehen.

Geplante Maßnahmen zur endgültigen Kampfmittelfreiheit

Die Erkundungs- und möglichen Räumarbeiten werden von Fachleuten unter Beteiligung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen durchgeführt. Sie erfordern umfängliche Abschiebungen des Oberbodens, den Rückbau von Fundamenten und eine flächendeckende Untersuchung der freigeschobenen Areale.

Baubegleitend ist aus Gründen der öffentlichen und der Arbeitssicherheit die Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben.

Vor Beginn der Erkundungsarbeiten fand am 30. Oktober 2013 um 17 Uhr eine Informationsveranstaltung für die direkten Anwohner/innen des Gebietes im Freizeitheim Döhren (An der Wollebahn 1) statt.

Bodenuntersuchungen haben begonnen

Anfang Oktober 2015 haben die vorbereitenden Arbeiten für die Bebauung an der Peiner Straße begonnen.

Ziel ist die Herstellung der Kampfmittelfreiheit auf der Fläche und die Entsorgung von möglicherweise belasteten Böden. Hierfür wird zunächst der aufgefüllte Boden abgeschoben. Eine Fachfirma für Kampfmittel überprüft den abgeschobenen Boden und den verbleibenden Untergrund auf Munitionsreste. Darüber hinaus werden von einer weiteren Fachfirma Bodenproben entnommen und auf Schadstoffe  untersucht. Auf Grundlage der Ergebnisse findet dann die Verwertung oder Entsorgung des Bodens statt. Diese Arbeiten sind Voraussetzung für die Bebauung der Fläche.

Mit der Erschließung und der Errichtung der Wohngebäude soll voraussichtlich im März 2016 begonnen werden.