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Fulgurit

Die Fulgurit-Halde

Die Entstehung der Fulgurit-Halde und dass von ihr ausgehende Gefahrenpotenzial.

Historisches Luftbild des Fulgurit-Geländes

Historisches Luftbild des Fulgurit-Geländes von 1963

Wie ist die Fulgurit-Halde entstanden?
Bei der Herstellung der Asbestzementprodukte im Werk der ehemaligen Firma Fulgurit fiel als Abfall ein Schlamm an, der auf dem Gelände in eine eigens angelegte Deponie mit Poldern gepumpt wurde. Auf einer Teilfläche des Haldengeländes (im Luftbild links vorne) wurden auch Scherben aus der Produktion der Asbestzementplatten abgelagert. So entstand von Mitte der 1930er Jahre bis etwa 1973 die so genannte Fulgurit-Halde an der heutigen Adolf-Oesterheld-Straße, benannt nach dem Firmengründer.

Welche Gefahren gehen von der Halde aus?
Gegen Ende der Asbestproduktion in Luthe wurden die Produktionsrückstände mit wenigen Zentimetern Mulch und Grassamen bedeckt. Auf dieser dünnen Schicht über dem eigentlichen Haldenmaterial siedelten sich insbesondere schnell wachsende Birken an. Optisch sicherlich ein Gewinn stellt der unkontrollierte Aufwuchs auf der Halde aber dauerhaft eine Gefahr dar. Durch umstürzende Bäume oder Erosionen nach Starkregen besteht ohne ausreichende Sicherungsmaßnahmen immer die Gefahr, dass die Oberfläche des Ablagerungsmaterials zu Tage tritt. Trocknet das dabei freigelegte asbesthaltige Material aus, können Asbestfasern in die Umgebungsluft freigesetzt werden. Als Feinstaub werden die kristallinen Nadeln über die Atmungsorgane aufgenommen und können so bis in das Lungengewebe vordringen.

Von der Asbestzementschlammhalde gehen keine direkten Gefährdungen für das Grundwasser aus, da die abgelagerten Stoffe nur wenig wasserlöslich sind. Allerdings ist das Sickerwasser, das sich aus dem Niederschlagswasser durch Kontakt mit dem Abfallmaterial bildet, stark alkalisch und verändert den pH-Wert im Grundwasser erheblich, wodurch aus dem Untergrund der Halde natürlich im Boden vorhandenes Arsen gelöst wird.

Annette Klemm