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Erläuterung

Historische Kulturlandschaftselemente / Kulturlandschaften

Eine Erläuterung der Begriffe basierend auf dem Gutachten des Planungsbüros Kulturlandschaft und Geschichte von Christian Wiegand.

Was ist ein historisches Kulturlandschaftselement?

Zur Einschätzung, ob ein Landschaftselement als „historisches Kulturlandschaftselement“ einzustufen und zu erfassen ist, dienten die Kriterien des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB).

Danach muss das Kulturlandschaftselement in Verbindung mit der Landschaft stehen und sich i.d.R. außerhalb der Siedlungen befinden.

Es muss außerdem historisch sei, das heißt, es ist wurde von früheren Gesellschaften aufgrund damals geltender Verhältnisse geschaffen.

Aus folgenden Gründen ist ein historisches Kulturlandschaftselement erhaltenswert:

Kulturhistorische Bedeutung: Viele historische Kulturlandschaftselemente sind Zeugnisse früheren Wirtschaftens.

Zeugnis des früheren Landschaftsbildes: Viele historische Kulturlandschaftselemente übermitteln innerhalb einer sich ständig wandelnden Kulturlandschaft ein lebendiges Bild ihres früheren Aussehens. Für die Eigenart unserer heutigen Kulturlandschaft können sie besonders wertvoll sein.

Bedeutung für das Heimatgefühl: Viele historischen Kulturlandschaftselemente haben für die Identifikation der Bevölkerung mit „ihrer“ Landschaft als Heimat eine große Bedeutung.

Regionaltypische Bedeutung: Besondere Beachtung verdienen historische Kulturlandschaftselemente, die nur in bestimmten Landstrichen vorkommen und gerade deshalb einen wichtigen Beitrag zu deren Eigenart leisten.

Wie wurde vorgegangen?

Um historische Kulturlandschaftselemente zu finden, wurden historische Karten (Preußische Landesaufnahme und Kurhannoversche Landesaufnahme (1784-1790)) mit der aktuellen Topografischen Karte 1:25.000 verglichen. Weiter wurden lokale Experten (Ortsgruppen des Heimatbundes und Naturschutzbeauftragte sowie die Gemeinden) befragt und die so gefundenen Angaben per Geländerecherche überprüft und die Objekte fotografiert.

Mit der Erfassung greift die Region Hannover die landesweite Initiative „Spurensuche in Niedersachsen“ des Niedersächsischen Heimatbundes e.V. (NHB) auf. Die ermittelten historischen Kulturlandschaftselemente wurden in die landesweite Datenbank des NHB, die der NHB mit Unterstützung durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) unterhält, eingepflegt.

Erfassung historischer Kulturlandschaften

In Abgrenzung zu „historischen Kulturlandschaftselementen“, soll sich eine Kulturlandschaft aus mehreren Nutzungstypen zusammensetzen und auch eine Mindestgröße haben. Kleinere Gebiete wurden als historische Kulturlandschaftselemente erfasst. Auch müssen die historischen Kulturlandschaften homogen sein, das heißt, die sie prägenden Elemente und Strukturen müssen gleichartig sein und sich in ihrer Zusammensetzung von der Umgebung unterscheiden.

Weiter soll eine Ähnlichkeit mit der historischen Landschaft bestehen, es sollen keine überdimensionierten Landschaftselemente wie übergroße Äcker, Strommasten, neuartige Bauernhöfe, Scheunen oder neue Siedlungserweiterungen vorhanden sein. Die Landschaft sollte kleinteilig und gegliedert sein mit einer historischen Abfolge der Nutzungen z.B. vom Dorf über die Feldflur zum Wald.

Es können historische (unbegradigte) Gewässerlaufe und historische Siedlungsstrukturen und Bauweisen vorhanden sein.

Für die Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente gilt grundsätzlich, dass der Grund für ihre Erfassung nicht allein ihr Alter sein darf, sondern ihre Besonderheit sein muss. Die Hannoversche Moorgeest z.B. ist fast überall von Hecken und Baumreihen geprägt, die man im Zuge der Verkoppelungen an den neu angelegten Wegen gepflanzt hat. Diese Strukturen sind also über 150 Jahre alt. Allerdings findet man sie in fast allen Geestlandschaften Niedersachsens, so dass man die Moorgeest nicht allein deswegen als historische Kulturlandschaft bezeichnen kann.