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Gestaltungskompetenz vermitteln

Bildungsverständnis des Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüros

Zukunft gestalten

Auf einer Pinnwand ist der Umriss eines Schuhs ausgeschnitten, der 100 Euro kosten soll, und daneben sind die Kosten für die Produktion und Vermarktung dargestellt. Der größte Anteil aus den 100 Euro gehen an den Zwischenhandel und die Vermarktung, und nur ein Bruchteil kommt bei den Herstellenden an. © LHH

Ist das gerecht?

Das Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro der Landeshauptstadt Hannover fördert nachhaltige Verhaltens- und Handlungsweisen, die ökologisch und wirtschaftlich tragfähig und sozial gerecht sind. In diesem Sinne unterstützt und initiiert das Büro Nachhaltigkeitsstrategien von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft, fördert die Vernetzung von Initiativen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung engagieren, und setzt Impulse im Rahmen von Kampagnen, Veranstaltungen, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Ein Schwerpunkt liegt auf der Bildungsarbeit für Kindertagesstätten, Schulen und andere Bildungseinrichtungen.

Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sind wichtige Instrumente, um Kinder und Jugendliche für einen sorgsamen Umgang mit ihrer Lebensumwelt zu sensibilisieren. Im Rahmen der Bildungsangebote werden - dem Alter bzw. Jahrgang angemessen - ökologische, ökonomische und soziale Aspekte und ihre Wechselwirkungen betrachtet - auf lokaler und globaler Ebene. Kinder und Jugendliche werden darin unterstützt, sich frühzeitig mit ihrer Lebensumwelt auseinander zu setzen und befähigt, verantwortlich zu handeln und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Ein solches Denken ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Fragestellungen und Probleme anzugehen und dazu beizutragen, die Welt gerechter zu gestalten.

BNE ist kein neues Unterrichtsfach, sondern knüpft an viele Unterrichtsfächer an und erweitert diese, sofern dies nicht bereits der Fall ist, um eine Betrachtung der komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zusammenhänge bezüglich Themen wie Verteilung der Ressourcen auf der Welt, Nutzung von Naturgütern, Globalisierung, Klimawandel oder Biodiversität. Ebenso wichtig wie die Vermittlung von Wissen über globale Zusammenhänge und Herausforderungen ist die Vermittlung von Gestaltungskompetenz. So ist ein wesentlicher Baustein der Bildungsangebote die Diskussion mit den Kindern und Jugendlichen über konkrete Handlungsmöglichkeiten - insbesondere im eigenen Lebensumfeld - im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Die Bildungsangebote berühren viele der im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDGs; siehe untenstehender Link). Die SDGs und ihre Unterziele sprechen wichtige Themenfelder an, die für die zukünftige Entwicklung unseres Planeten und der Menschheit entscheidend sind. Sie wurden 2016 auch vom Rat der Landeshauptstadt Hannover als Richtlinie kommunalen Handelns verabschiedet. Die SDGs beschreiben den Status Quo hinsichtlich Armut, Hunger und Gesundheit, Bildung und Ungleichheit, Klimawandel und Bedrohung der Ökosysteme etc. Gleichzeitig zeigen sie wichtige Handlungsfelder auf und formulieren konkrete Vorgaben - mit dem Ziel, bis 2030 „eine Transformation der Welt zum Besseren“ zu erreichen. In vielen Unterrichtsfächern bietet es sich an, die SDGs zu thematisieren, gerade wenn es darum geht, den Zustand unseres Planeten zu beschreiben und Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft - auch im eigenen Lebensumfeld - zu diskutieren.