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FAQ: Geflügelpest bei einem Wildvogel in der Landeshauptstadt Hannover

Häufige gestellte Fragen zur Geflügelpest

Blesshuhn mit zwei Küken im Wasser © Krumland

Wildvögel

Warum werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen?

Die zahlreichen Funde des aviären Influenza-Virus H5N8 bei Wildvögeln in fast allen Bereichen Deutschlands und in vielen Teilen Europas belegen, dass das Virus in der Wildvogelpopulation weit verbreitet ist.

Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass das Einrichten eines Sperr- oder Beobachtungsgebietes für den Fund am Maschsee eine angemessene zusätzliche Maßnahme wäre, um die Verbreitung der Tierseuche zu verhindern.

Wie kann ich mein Geflügel schützen?

Nach den aktuellen Erfahrungen werden die Nutzgeflügelbestände vor dem Eintrag des Erregers in die Ställe und Volieren am sichersten durch die Aufstallung des Geflügels oder die Unterbringung in überdachten, wildvogelsicheren Volieren und durch zusätzliche Biosicherheitsmaßnahmen (Wechsel der Kleidung vor Betreten der Stallungen, Desinfektionsmatten, etc.) geschützt. Die Aufstallung des Geflügels ist bereits am 17.11.2016 per Allgemeinverfügung angeordnet worden. Diese Anordnung bleibt weiterhin gültig.

Zusätzlich hat der Bund am 18. November 2016 Biosicherheitsmaßnahmen in der „Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen“ vorgeschrieben. Diese zusätzlichen Anforderungen an die Geflügelhalter werden durch uns auch kontrolliert. Das Informationsblatt „Verhaltensregeln für Kleinbetriebe und Geflügelhaltungen (unter 1000 Tiere) und Geflügelhobbyhaltungen“ gibt Hinweise, welche Maßnahmen Geflügelhalter zum Schutz ihrer Bestände ergreifen müssen.

Welche Desinfektionsmittel sind geeignet, um die Geflügelpestviren abzutöten?

Es ist auf Viruzidie zu achten - das heißt, alle Desinfektionsmittel die viruzid („virustötend“) oder begrenzt viruzid sind, können zur Anwendung kommen. Diese sind in der DVG-Liste in der Spalte 7 zu finden. Erhältlich sind diese im Landhandel, Apotheken und Internetversand.

Ich habe keine Möglichkeit mein Geflügel aufzustallen, was gibt es für mögliche Alternativen?

Wichtig ist, dass die Tiere nicht frei laufen, Schutz vor Einträgen aus der Luft besteht und keine Wildvögel ungehindert in den Bestand eindringen können. Für Sondersituationen wenden Sie sich bitte mit Ihrer Anfrage direkt telefonisch 0511-168 31153 oder unter 32.21@Hannover-Stadt.de an uns. Sie können einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung von dem Freilaufverbot stellen. Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage direkt telefonisch 0511-168 31153 oder unter 32.21@Hannover-Stadt.de an uns.

Ich halte meine wenigen Hühner (Enten, Gänse…) nur als Hobby – gelten die Maßnahmen auch für mich?

Alle getroffenen/angeordneten Maßnahmen (Aufstallungsgebot, Biosicherheitsmaßnahmen) gelten auch für Halter von einzelnen oder wenigen Tieren. Das Risiko der Weiterverbreitung der Wildvogel-Geflügelpest ist bei Hobbyhaltungen genauso groß wie bei gewerblichen Haltungen.

Von großer Bedeutung ist die Meldung jedes Bestandes an das zuständige Veterinäramt.

Wie melde ich meinen Bestand jetzt noch beim zuständigen Veterinäramt?

Sie können ihre Tierhaltung unter Nutzung des Registrierungsantrages melden oder sich diesbezüglich an Bereich Gewerbe und Veterinärangelegenheiten der Landeshauptstadt Hannover wenden.

Darf ich im Stadtgebiet noch spazieren gehen? Was ist mit meinem Hund? Was ist mit meiner Katze?

Spaziergänger unterliegen keinen Beschränkungen, solange sie keine Geflügelhaltungen betreten. Tote oder verletzte Vögel sollten umgehend, unter Angabe des genauen Fundortes, dem Veterinäramt gemeldet werden.

Im gesamten Stadtgebiet sollte darauf geachtet werden, dass Wasservögel nicht beunruhigt werden. Wir empfehlen daher, im Bereich von 50 m um natürliche und künstliche Gewässer Hunde nur angeleint zu führen, nicht in die Uferbereiche zu lassen.

Katzen sollten nach Möglichkeit drinnen gehalten werden, um den Kontakt und die Verschleppung von möglicherweise infizierten Vögeln zu vermeiden.

Was passiert wenn der Hund trotz Leine mit Kot o.ä. in Kontakt kommt?

Nach dem Spaziergang im Beobachtungsgebiet empfiehlt es sich, die Pfoten zu reinigen, um eine mögliche Virusverschleppung zu vermeiden. Das Virus der Variante H5N8 ist hochansteckend für Geflügel, aber nach bisheriger Kenntnis nicht pathogen für Hunde und Katzen.

Was mache ich wenn ich tote oder kranke Vögel in der Beobachtungszone bzw. im Stadtgebiet finde? Kann und soll ich den Vogel direkt bringen?

Wenn Sie einen toten oder erkrankten Wasservogel oder Raubvogel auffinden, melden Sie diesen bitte bei der Rettungsleitstelle unter Telefonnummer 112 mit genauer Angabe der Fundstelle. Es ist nicht notwendig, dass Sie das Tier selber transportieren. Vermeiden Sie sicherheitshalber Hautkontakt mit den Fundtieren und lassen Sie auch keinen Kontakt durch Ihren Hund oder Ihre Katze zu.

Werden alle gefundenen Vögel im Landkreis auf die Vogelpest untersucht?

Tot aufgefundene Wildvögel, hier Wassergeflügel und Raubvögel, werden im Rahmen des Monitorings untersucht. Nicht empfängliche Tierarten (z.B. einzeln aufgefundene Tauben und Singvögel) werden nicht untersucht.

Kann ich noch Geflügelfleisch und Eier essen?

Das in der Landeshauptstadt Hannover festgestellte Virus ist höchstwahrscheinlich für den Menschen ungefährlich. Infektionen des Menschen mit H5N8 Viren sind bislang nicht bekannt.

Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist zwar denkbar, aber sehr unwahrscheinlich. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege.

Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich immer, auch außerhalb von Seuchenzeiten, geachtet werden.

Eier dürfen verzehrt und für den Verzehr vermarktet werden.