Jubiläum

30 Jahre Referat für Frauen und Gleichstellung

30 Jahre Referat für Frauen und Gleichstellung

Rund 140 Gäste kamen am 27. Oktober zur Feier anlässlich des 30-jährigen Bestehens des "Referats für Frauen und Gleichstellung" in das Neue Rathaus, zu der Oberbürgermeister Stefan Schostok und die Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe eingeladen hatten. Den Festvortrag hielt Kübra Gümüsay, in Hamburg geborene deutsche Journalistin und Netz-Aktivistin, zum Thema "Drei Visionen für die Zukunft des Feminismus". Poetry Slammerin Svenja Gräfen zeigte poetisch, sprachgewandt und komödiantisch auf, welche unterschiedlichen Assoziationen der Begriff Feminismus bei Menschen auslöst. Jasmin Mittag, unter anderem Aktivistin der Kampagne "Wer braucht Feminismus?" aus Hannover, sorgte für Begleitmusik während des Austausches nach dem feierlichen Teil, während kalagrafik die Jubiläumsveranstaltung dokumentierte.

Das Team des Referats für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt

Ein Blick auf die vergangenen 30 Jahre zeige, dass durch die Arbeit der Mitarbeiterinnen des Referats für Frauen und Gleichstellung bereits viel erreicht werden konnte, so Stefan Schostok. "Sie haben die Gleichstellungspolitik konsequent vorangetrieben und Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Kooperationspartnerinnen und -partner bei Verbänden und allen wichtigen frauenrelevanten Institutionen, bei Frauengruppen, aber auch in der Verwaltung gewonnen. Wir brauchen weiter eine Gleichstellungsbeauftragte und ein Referat, dass sich um die vielfältigen, ressortübergreifenden Themen der Gleichstellung kümmert und sich professionell, engagiert und politisch legitimiert für diese einsetzt!", sagte der Oberbürgermeister. Als Begründung reiche ein Blick auf die gesellschaftliche Realität, die zeigt, dass es noch immer einen großen Nachholbedarf gibt. Frauen sind nach wie vor das Geschlecht, das in Macht und Positionen unterrepräsentiert ist, führte Schostok weiter aus.

Die Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe sagte in ihrer Begrüßung: "Dass ich als Frau mein Leben so selbstbestimmt leben kann, habe ich vielen anderen Frauen zu verdanken, die sich in den letzten 30 Jahren und darüber hinaus mit unermüdlichem Einsatz und gegen viele Widerstände für die Rechte von Frauen eingesetzt haben. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes kein eigenes Konto eröffnen durften oder dass Männer das Arbeitsverhältnis ihrer Frau kündigen konnten. Erst in den 60er Jahren änderte sich daran etwas. Vergewaltigung in der Ehe wird erst seit 1997 unter Strafe gestellt. Dass sich in den vergangenen 30 Jahren und darüber hinaus etwas bewegt hat, ist nicht allein den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zu verdanken. Gleichstellungsbeauftragte sind zwar laut Niedersächsischer Kommunalverfassung 'bei der rechtmäßigen Erfüllung ihrer Aufgaben nicht weisungsgebunden', weisungsbefugt gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sind sie jedoch auch nicht. Es bedarf also immer wieder guter Argumente, eines hohen Maßes an Überzeugungskraft, viel Geduld und Hartnäckigkeit, eines unverbesserlichen Optimismus – und Gesprächspartnerinnen und -partner, bei denen die Gedanken und Ideen auf offene Ohren stoßen. Die gab und gibt es in der Stadtverwaltung und im Rat der Landeshauptstadt Hannover und auch in der Stadtgesellschaft – und diesen möchte ich für die Zusammenarbeit danken.“