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So hörens-, sehens- und erlebenswert war der Auftakt: Filme zum (nochmal) Hören und Staunen.

Wie wir gut hören

Taube Menschen können wieder hören

Thomas Topp von Cochlear Deutschland erzählt vom neuen Glück dank Implantaten.

"Mein Lieblingsklang…
... ist das Geräusch, das man hört, wenn man durch frisch gefallenen Schnee läuft. Ich jogge oft abends. Und wenn dann gerade Schnee gefallen ist, ist es wunderbar still. Und dann kommt dieses leise Knirschen. Dazu die Bewegung des Körpers – das ist herrlich!" Thomas Topp

Im Flur stand gerade noch ein junger Mann, der Maschinenbau studiert und in seiner Freizeit Leistungssport betreibt. Was er alles so nicht tun könnte, wenn er nicht als Kind dieses kleine Gerät eingesetzt bekommen hätte. Er ist eigentlich taub. "Und ich werde nie den Patienten vergessen, der dachte, die meisten Vögel seien ausgestorben, weil er keine mehr hörte", sagt Thomas Topp. "Dann bekam er sein Implantat und er hörte sie alle wieder." Thomas Topp lächelt. Er legt die Hände übereinander. "Wir verändern oft das ganze Leben eines Patienten. Denken Sie an den Großvater, der zum ersten Mal sein Enkelkind lachen hören kann. Ein Cochlea-Implantat ist die einzige Therapie, die ein Sinnesorgan ersetzt."

Topp ist Chef von Cochlear Deutschland, der Firma, die Implantate für die Hörschnecke (Cochlea) entwickelt und vertreibt. In Deutschland lief die gesamte Pionierarbeit für Europa in enger Verzahnung mit der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule, und noch heute kooperieren beide intensiv miteinander. Deswegen sitzt Cochlear Deutschland nicht weit weg an der hannoverschen Karl-Wiechert-Allee.

Cochlea-Implantate helfen dann, wenn das Ohr keinen Schall in Signale für das Gehirn umwandeln kann. Ein kleiner Soundprozessor, meist hinter dem Ohr getragen, übermittelt Impulse an das Implantat unter der Haut hinter dem Ohr. Das produziert Signale, die über feine Elektroden in die Hörschnecke geschickt werden. Das Implantat ersetzt also die Funktion der Haarzellen, die diese Aufgabe sonst übernehmen. Thomas Topp erzählt von dem Zugewinn an Lebensqualität, den es bedeutet, wenn jemand, dessen Gehör zunehmend nachgelassen hat, wieder hören kann. "Denn oft führt der Hörverlust ja auch zu einer Art Scham. Und man zieht sich zurück, wenn man in einer Gruppe von Menschen wegen der Nebengeräusche nichts mehr versteht. Schwerhörige leben leider häufiger wie unter einer Glasglocke, gehen kaum noch aus dem Haus. Aber das muss nicht so bleiben."

Cochlea-Implantate fangen da an, wo Hörgeräte aufhören. Und sie helfen in (fast) jedem Alter. Inzwischen kann man schon kleinen Kindern solche Implantate einsetzen und ihnen damit ein Leben in der Welt des Hörens ermöglichen.

Thomas Topp erzählt von einer Mitarbeiterin im Unternehmen, einer jungen Frau, die vor 15 Jahren ihr Implantat bekommen hat. Sie hat ihr Abitur damit gemacht und studiert, sie spricht mehrere Sprachen und nimmt Musikunterricht und arbeitet als klinisch-technische Spezialistin für Cochlear Deutschland. Weltweit tragen heute geschätzt rund 750 000 Menschen Hör-Implantate, etwa 450 000 davon stammen von Cochlear Limited, dem Marktführer, dessen deutsche Vertretung Thomas Topp leitet. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 5000 Patienten neu mit Geräten versorgt. Die Zahl, die insgesamt von den Implantaten profitieren könnte, liegt noch um einiges höher, nämlich bei etwa einer Million.
"Eigentlich geht es nicht bloß um Medizintechnik", sagt er. "Sondern um Inklusion. Teilnahme am Leben. Emotionen. Um Glück."

Cochlear Deutschland GmbH & Co. KG
Karl-Wiechert-Allee 76 A
30625 Hannover
Mitarbeiterzahl: 140
www.cochlear.com/de

HÖRTIPP:

Benötige ich ein Hör-Implantat?

Wer eine mittel- bis hochgradige Hörschädigung hat, wird in der Regel mit einem Hörgerät versorgt. Aber der Hörverlust kann sich auch durch verschiedene Faktoren noch verstärken. Wenn man trotz Hörgerät nicht mehr telefonieren kann, könnte ein Implantat eine geeignete Lösung sein. Alter ist kein Hinderungsgrund: Auch über 80-Jährige haben schon Implantate bekommen und hören wieder mehr vom Leben.