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Bundesnaturschutzgesetz

Vier neue Naturdenkmale in der Region Hannover

Regionsversammlung stellt zwei Bäume und zwei Findlinge unter Schutz.

Bergung eines Findlings © Region Hannover

Bergung des Findlings von Ostermunzel

In ihrer letzten Sitzung der aktuellen Wahlperiode hat die Regionsversammlung der Region Hannover zwei jahrhundertealte Bäume in Hannover und Sehnde sowie zwei Findlinge in Barsinghausen und Neustadt in den Rang eines Naturdenkmals erhoben. Sie genießen nun den besonderen Schutz des Gesetzgebers.

Neu im Verzeichnis der Naturdenkmale in der Region Hannover ist die etwa 270 Jahre alte Blutbuche im Garten der Henriettenstiftung in der hannoverschen Südstadt. Wegen seines Alters, seiner hohen Vitalität, der ausladenden Krone und der damit verbundenen Eigenart und Schönheit erfülle der Baum die Voraussetzungen für die Festsetzung als Naturdenkmal nach § 28 Bundesnaturschutzgesetz, schreibt die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover. Die beeindruckende Blutbuche müsse den Vergleich mit den Solitären im Georgengarten nicht scheuen.

Bei der Stieleiche in Sehnde handelt es sich um einen der größten und wahrscheinlich ältesten Bäume in der Ortslage Haimar. Früher war es wohl ein Hofbaum, der vermutlich bereits vor 1700 gepflanzt wurde. Er soll wegen seiner Größe, seines Alters und der daraus folgenden markanten Ausprägung und damit verbundenen Seltenheit, Eigenart und Schönheit als ortbildprägender Baum erhalten werden.

Vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie kam die Anregung, den 2015 von einem Acker geborgenen „Koloss von Ostermunzel“ zum Naturdenkmal zu machen. Der rund 27 Tonnen schwere Findling, ein Gneis, ist wahrscheinlich vor etwa 200.000 Jahren während der Saale-Eiszeit von Süd-Skandinavien ins heutige Stadtgebiet von Barsinghausen gelangt. Findlinge dieser Größenordnung und Gesteinsart sind selten, daher soll der Findling geschützt werden. Er steht heute an einem Fahrradweg auf dem nahegelegenen Mühlenberg.

Der Findling in Hagen hat dagegen nur ein Gewicht von etwa 10 Tonnen. Es handelt sich ebenfalls um einen Gneis mit großen augenförmigen Feldspäten. Er ist während des Drenthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit hierher gelangt. Auch ihm wird Seltenheit und Eigenart attestiert.

Die vier neuen Naturdenkmale unterliegen nun denselben Vorschriften wie die übrigen 201 besonders geschützten Gehölze, Höhlen, Dünen oder Felsen in der Region Hannover. Der Schutz begründet sich durch die Seltenheit, Eigenart oder Schönheit des Naturdenkmals sowie seinen Wert für Wissenschaft, Heimatkunde und Naturverständnis und umfasst ein weitgehendes Veränderungsverbot.

Aus der aktuellen Liste gelöscht werden mussten hingegen acht Bäume oder Baumgruppen, die entweder vom Sturm umgeworfen oder aus Verkehrssicherungs-gründen bereits gefällt wurden. Dazu zählen Stieleichen in Barrigsen (Barsinghausen), Burgdorf und Dudensen (Neustadt), eine Rotbuche in Nöpke (Neustadt) und eine Esche in Klein Lobke (Sehnde). Auch die verbliebenen Kastanien am alten Dorfschulhaus in Hannover-Vahrenwald - als Reste einer Allee nun nicht mehr erkennbar -,  und eine Eiche in Hainholz, die als Teil einer Baumreihe heute nicht mehr ihre Umgebung dominiert, stehen zukünftig nur noch unter dem Schutz der Baumschutzsatzung der Landeshauptstadt Hannover