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Zwei Frauen und drei Männer stehen mit einer großen Urkunde vor einem Klettergerüst aus Holz. Auf dem Klettergerüst sind drei Kinder und unten steht ein weiteres Kind, was von der Person davor etwas verdeckt ist. © Region Hannover

Gemeinsam haben Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (Mitte), Ulf-Birger Franz, Dezernent der Region Hannover (2. v. l.) mit dem Präsidenten des Landesgesundheitsamtes, Dr. Matthias Pilz (2. v. r.) und dem Amtsarzt Dr. Mustafa Yilmaz (r.) der Leiterin des Städtischen Kindergartens Hauptstraße, Cathrin Weber (l.), die "ARE-Surveillance"-Urkunde überreicht. Sunil (4), Mailo (4) und Ophelia (5, v. l.) haben dabei neugierig zugeschaut.    

Grippebeobachtung in Kitas

Winterzeit ist Grippezeit

Husten, Schnupfen, Niesen: Vor allem Kinder sind anfällig für Krankheiten. Der Blick in Kindertagesstätten eignet sich besonders gut, um Grippewellen zu beobachten. Daher fragt das Landesgesundheitsamt in der Grippesaison wöchentlich Zahlen ab.

Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt hat heute der Kita Hauptstraße in Hannover-Wettbergen eine Urkunde für die Teilnahme an der landesweiten ARE-Surveillance überreicht. Die Ministerin dankte damit stellvertretend den knapp 400 Kindertagesstätten in ganz Niedersachsen, die das Landesgesundheitsamt bei der Beobachtung der Grippewellen unterstützen.

Impfung wird für bestimmte Personengruppen empfohlen

"Die Grippebeobachtung des Landes ist sehr wichtig, um die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten in Niedersachsen beurteilen zu können", sagte Ministerin Cornelia Rundt: "Wir freuen uns darüber, dass sich so viele Kindertagesstätten freiwillig beteiligen und die Zahl der erkrankten Kinder regelmäßig an die Gesundheitsämter melden." Den bei der Urkundenverleihung anwesenden Kindern sagte die Ministerin schmunzelnd: "Und natürlich hoffe ich, dass in diesem Winter möglichst viele gesund bleiben und sich nicht doll erkälten." Cornelia Rundt rief die Personengruppen, für die es empfohlen wird, dazu auf, sich impfen zu lassen. Dazu zählen chronisch erkrankte Menschen sowie Personen, die Kontakt zu vielen Menschen haben, wie etwa Pflegekräfte.

Grippebeobachtung seit mehr als 10 Jahren

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) beobachtet seit mehr als 10 Jahren den Verlauf der Grippewelle und das Vorkommen anderer Erkältungskrankheiten in der ARE-Surveillance. Dazu wird einmal wöchentlich gezählt, wie viele Kinder erkältet oder mit grippeähnlichen Beschwerden erkrankt sind. Die Erkrankungszahlen steigen während der Grippewelle, also zumeist von Ende Januar bis Ende März, deutlich an. Über die Höhe des Anteils der Erkrankten kann auf die Stärke einer Erkrankungswelle geschlossen werden. Im Labor des NLGA werden parallel dazu Rachenabstriche von Erkrankten auf Viren untersucht. So kann festgestellt werden, ob Grippeviren oder andere Erkältungsviren Erkrankungen auslösen und ursächlich für die Krankheitswelle sind.

Unterschiedliche Virustypen erkennbar

"Durch die langjährige Beobachtung des Influenzageschehens wissen wir, dass sich die Erkrankungszahlen und die auftretenden Virustypen von Jahr zu Jahr unterscheiden", erläuterte der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Dr. Matthias Pulz: "In jüngster Vergangenheit traten Jahre mit starker und schwacher Aktivität häufig im Wechsel auf. Zuletzt hatten wir aber zwei starke Grippewellen hintereinander." Ministerin Rundt und NLGA-Präsident Pulz dankten ausdrücklich auch den im Rahmen der ARE-Surveillance engagierten Gesundheitsämtern.

Kindertagesstätten engagieren sich vorbildlich

"Diese genauen Beobachtungen sind nur möglich, weil sich so viele Kindertagesstätten an der ARE-Surveillance beteiligen. Wir möchten ihnen danken und auch andere Einrichtungen ermutigen, mitzumachen. Je mehr es sind, desto genauer können wir auf Grippewellen reagieren", sagte Ulf-Birger Franz, Dezernent der Region Hannover, bei der Übergabe der Urkunden. Andreas Schenk, Fachplaner im Bereich Kindertagesstätten der Stadt Hannover, ergänzte: "In den Kitas sind Kinder und Kolleginnen und Kollegen ganz direkt von Erkältungs- und Krankheitswellen betroffen. Wir unterstützen daher sehr gern die Gesundheitsämter dabei, Beobachtungen und Erfahrungen zu sammeln."

Impfung gegen Influenza

Die echte Virusgrippe (Influenza) ist keine harmlose Erkältungskrankheit, sondern kann bei einem schweren Verlauf zu ernsten Komplikationen führen. "Die Impfung gegen Influenza ist die beste Schutzmaßnahme, um der Grippewelle zu trotzen", betonte Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. "Der beste Zeitpunkt dafür ist jetzt im Oktober und November, bevor die Grippewelle beginnt." Eine Impfung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, allerdings wächst dann das Risiko, sich anzustecken, bevor der Impfschutz aufgebaut ist – in der Regel sind das 10 bis 14 Tage.

Grippeinfektion vorbeugen

Unabhängig von einer Impfung kann jeder mit seinem Verhalten dazu beitragen, einer Grippeinfektion vorzubeugen. Gründliches und regelmäßiges Händewaschen mit Seife, regelmäßiges Lüften von Räumen und die Vermeidung von engem Kontakt zu erkrankten Personen können das Risiko einer Infektion senken. Wer erkrankt ist, sollte zum Schutz anderer in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch husten oder niesen und bei schweren Krankheitssymptomen mit Fieber zu Hause bleiben und sich auskurieren.

Wer soll sich impfen lassen?

Ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere haben ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) insbesondere diesen Personen eine Impfung. Zu den Risikogruppen zählen unter anderem Menschen mit Diabetes, mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane oder des Nervensystems, sowie mit Herz-Kreislauferkrankungen und mit Störungen des Immunsystems. Schwangere sollten sich ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft impfen lassen.

Darüber hinaus gilt die Empfehlung der STIKO auch für diejenigen, die einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, weil sie viele Kontakte mit anderen Menschen haben, Insbesondere bei der Arbeit in medizinischen und pflegerischen Bereichen schützt die Personalimpfung nicht nur die geimpfte Person sondern auch die Patienten vor einer Übertragung des Grippevirus.

Antibiotikaanwendungen bei Grippe und anderen Virusinfekten

Fast alle Erkältungskrankheiten, auch schwer verlaufende, werden durch Viren ausgelöst. Der Körper verfügt über zahlreiche sehr wirkungsvolle Abwehrmechanismen gegen solche Virusinfektionen. Um diese Abwehrkräfte zu fördern, ist es sinnvoll, sich körperlich zu schonen. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Husten und Fieber zeigen aktive Abwehrreaktionen des Körpers an. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren. In den meisten Fällen beeinflussen Antibiotika den Krankheitsverlauf also nicht. Die unnötige Einnahme von Antibiotika begünstigt die Vermehrung von resistenten Bakterien und stört die natürliche Bakterienflora.