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Region lässt Altablagerung „Hegerwisch“ in Garbsen untersuchen

Altlastenuntersuchung in Altgarbsen

Die Untersuchungen der ehemaligen Sand- und Kieskuhle "Hegerwisch", auf der auch gefährliche Abfälle entsorgt wurden, startet am 12. September 2016.

Kolbengefäße mit schmalem Hals (links) und zylindrische Becher mit Ausguss (rechts). Die enthaltenen Flüssigkeiten sind in den Farben Rosa (Messkolben) und Blau (Bechergläser) eingefärbt. © Stahl, Region Hannover

Messkolben (rosa) und Bechergläser (blau) im Chemielabor

Zeitplan der Untersuchungen

Im Auftrag der Region Hannover werden Gutachter ab dem 12.  September mit orientierenden Untersuchungen im Bereich der ehemaligen Sonderabfalldeponie (SAD) „Hegerwisch“ in Garbsen beginnen. In die vollständig verfüllte und inzwischen komplett überdeckte Sand- und Kiesgrube im Stadtteil Altgarbsen  wurden in den 1960er-Jahren ungeordnet gefährliche Abfälle entsorgt. Die Erkundung der Altablagerung soll Aufschluss darüber geben, ob von deponierten Materialien eine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Ende Oktober soll die dafür notwendigen Bohrungen, Bodenluftsondierungen und Grundwasser-untersuchungen abgeschlossen sein. Die betroffenen Grundstückseigentümer wurden bereits von der Region Hannover informiert.

Geschichte der Sonderabfalldeponie "Hegerwisch"

Am Hegerwisch wurde nach Zeitzeugenaussagen in den 1950er-Jahren Sand und Kies abgebaut. In die entstandene Grube, deren Sohle in einer Tiefe von drei Metern und damit etwa 70 Zentimeter unter dem Grundwasserspiegel liegt, wurden Industrie- und Gewerbeabfällen abgelagert, so unter anderem Magnesiumkrätze und Formsande. Die Grube soll zudem mit dem südlich angrenzenden Marschgraben verbunden gewesen sein und wegen der leicht entzündlichen Magnesiumstäube häufig gebrannt haben. Später wurde die rund 10.000 Quadratmeter große Kippe mit Bauschutt und Boden abgedeckt und wird heute als Weidefläche genutzt. Nordwestlich der Deponie grenzt eine Wohnbebauung an, im Süden bildet der Graben die Grenze und im Norden, Osten sowie Westen ist sie von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben. Die Grenzen der Altablagerung sind aus historischen Luftbildern ersichtlich.

Bis heute sind keine belastbaren Daten zu möglichen Belastungen des Grundwassers und des Bodens aus dem Bereich der Altablagerung erhoben worden. Aus diesen Gründen hat sich die Region Hannover entschlossen, die Altablagerung untersuchen zu lassen.

Altlastenuntersuchungsprogramm der Region Hannover

Das Team Abfall und Bodenschutz der Region Hannover führt routinemäßig orientierende Untersuchungen an ehemaligen Deponien durch, die im Altlastenkataster der Region Hannover erfasst sind. Nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz sind Altablagerungen stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen (Deponien) sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle gelagert, behandelt oder abgelagert worden sind. Wenn von Altablagerungen Gefahren ausgehen, handelt es sich um Altlasten.

Der größte Teil der Altablagerungen im Bereich der Region Hannover wurde im Rahmen des „Altlastenprogramms des Landes Niedersachsen“ seit den 1990er-Jahren systematisch bearbeitet. Dabei wurden die Altablagerungen in Niedersachsen mit einer Punktzahl zwischen 0 bis 100 bewertet, die auch die Reihenfolge der Bearbeitung vorgibt. Bei der Prioritätenbildung wurden Kriterien, wie zum Beispiel die Lage und Nutzung der Altablagerung, die Art der Abfälle und die Lage des Grundwassers herangezogen.

Von den 696 Altablagerungen sind im Gebiet der Region Hannover bisher 324 untersucht worden. Dabei sind vornehmlich Deponien mit einer Bewertungszahl von 60 Punkten und mehr bearbeitet worden. Dieser Fallgruppe ist das größte Gefährdungspotential für Mensch und Umwelt beizumessen und wird daher vorrangig im Rahmen von Gefährdungsabschätzungen untersucht. Mit 85 Punkten fällt die Altablagerung „SAD Hegerwisch“ in diese Kategorie.