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Archäologische Grabung

Erste Funde Am Marstall

Am westlichen Marstall soll ein Wohngebäude mit Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen sowie einer Tiefgarage entstehen. Die vorbereitenden Erdarbeiten werden auf Veranlassung der Unteren Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt Hannover in fachlicher Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege archäologisch begleitet. Am 13. Januar wurde im Rahmen eines Pressetermins der aktuelle Stand der archäologischen Untersuchungen, die von der Ausgrabungsfirma ArchaeoFirm aus Isernhagen ausgeführt werden, präsentiert.

Die Grabungen laufen bereits seit Dezember 2015, zum Zeitpunkt des Termins wurde eine Tiefe von etwa 1,50 Meter erreicht. Bislang wurden vor allem die Reste neuzeitlicher Bebauung (18. und 19. Jahrhundert) freigelegt – also zum Beispiel Fundamente und Kelleranlagen von Wohnhäusern, die an dieser Stelle standen, bevor sie im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurden.

Bisherige Funde

In den ersten Wochen der Grabung wurden zahlreiche Funde aus der Kriegsschuttverfüllung geborgen, darunter eine Nähmaschine, Reste eines Bajonetts und ein Schild mit der Aufschrift "Friseur". Das Hauptinteresse der Archäologen gilt aber weniger solchen Fundobjekten, sondern eher den Resten von Strukturen früherer Bebauungen und Siedlungen. Da für den späteren Bau einer Tiefgarage eine Grube von etwa 4,50 Metern Tiefe ausgehoben werden muss, gehen die Archäologen davon aus, mit der Grabung bis in 12. und 13. Jahrhundert "vorzudringen".

Hintergrund: Am Marstall

Der untersuchte Bereich liegt am nordwestlichen Ende des mittelalterlichen Siedlungskerns von Hannover. Es wird angemommen, dass der gegenwärtige Platz Am Marstall in Längsrichtung von der mittelalterlichen Stadtmauer durchzogen war, die kurz vor dem Leineufer nach Süden abknickte. Dieser Teil der Stadtbefestigung entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Erste Siedlungen an dieser Stelle gab es aber wohl schon im 11. Jahrhundert.

Weiterer Verlauf der Arbeiten

Friedrich-Wilhelm Wulf vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege geht davon aus, dass die reinen Grabungsarbeiten noch mindestens bis April 2016 andauern werden, abhängig jedoch von Funden und der Wetterlage.