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Kranzniederlegung in der Aegidienkirche © LHH / Hottmann

Im Anschluss an die Gedenkstunde im Neuen Rathaus wurden in der Aegidienkirche und später am Mahnmal am Opernplatz Kränze niedergelegt

Thema "Flucht und Vertreibung"

Gedenken zum Volkstrauertag

Am 13. November fand im Neuen Rathaus erstmals eine Gedenkstunde zum Volkstrauertag statt.

Die Begrüßung erfolgte durch Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Er erinnerte an den Ursprung des Volkstrauertags, der 1925 in Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zum ersten Mal und seit 1926 regelmäßig im Frühjahr eines jeden Jahres begangen wurde. Doch sei der Tag "aber damals leider nie als Mahnung verstanden" worden – dies habe sich erst in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Hermann ergänzte: "Wir wollen ebenso an die denken, die in jenen Nachkriegsjahren von 1945 aus ihrer Heimat fliehen mussten oder vertrieben wurden, und die im zerbombten Deutschland eine neue Heimat finden mussten. Schätzungen sprechen von mehr als zwölf Millionen Menschen. Unser Hannover war ebenfalls ein Trümmerfeld, wie eines der großen Stadtmodelle im Neuen Rathaus eindrucksvoll zeigt. Und zugleich haben hier in Hannover nach dem Krieg viele eine neue Heimat gefunden." Mit Blick auf die gegenwärtige Aufgabe, einige tausend Geflüchtete in Hannover aufzunehmen und zu integrieren, sei es wichtig, sich an vorherige, durchaus größere Herausfroderungen zu erinnern – die man schließlich auch gemeistert habe.

Neben Bürgermeister Hermann sprachen auch der Vorsitzende des Bezirksverbandes Hannover des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Regierungsvizepräsident a.D. Karl-Heinz Mönkemeyer, und Professor Dr. Detlef Horster von der Leibniz-Universität Hannover. Horster stellte seine Gedenkrede unter die Überschrift "Vor allem mögen wir es nicht, wenn man uns Flüchtlinge nennt" – ein Zitat von Hannah Arendt. Sein Vortrag aus der Perspektive der Moralphilosophie ist im Folgenden abrufbar:

Bereichert wurde die Gedenkveranstaltung durch Wortbeiträge von Schülerinnen und Schülern der Humboldt-Schule Hannover, die Fluchtgeschichten aus ihrem familiären oder freundschaftlichen Umfeld erzählten. Den musikalischen Beitrag leistete das Sinfonische Blasorchester der Feuerwehr Hannover "OPUS 112" unter der Leitung von Hugo Loosveld. Im Anschluss an die Gedenkstunde wurden zunächst am Mahnmal Aegidienkirche und danach am Jüdischen Mahnmal am Opernplatz Kränze niedergelegt.