Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Zuletzt aktualisiert:

Paraphierung

Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016

Die Landeshauptstadt Hannover und die lokale Wohnungswirtschaft haben am Montag (6. Juni) die Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016 ins Leben gerufen. Beide Seiten haben eine umfangreiche Vereinbarung mit Zielen und konkreten Maßnahmen zur Steigerung des Wohnungsneubaus paraphiert, die bereits dem Rat der Stadt zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt worden ist. Einhelliges Ziel ist der  zügige Bau von mindestens 5.000 neuen Wohnungen bis 2020, davon sollen mindestens 25 Prozent als öffentliche geförderte Wohnungen errichtet werden.

Vertreter der lokale Wohnungswirtschaft und Oberbürgermeister Stefan Schostok paraphieren die Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016 © LHH (Neue Medien)

Vertreter der lokale Wohnungswirtschaft und Oberbürgermeister Stefan Schostok paraphieren die Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016

Startschuss bei "Mein Hannover 2030"

Angesichts des starken Bevölkerungswachstums in der  Landeshauptstadt um rund 30.000 Menschen binnen zehn Jahren ist auch die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt drastisch gestiegen. Hannover benötigt daher dringend mehr zusätzlichen Wohnraum, insbesondere für Familien, ältere Menschen oder Flüchtlinge mit Bleiberecht, gerade auch,  um den Anstieg der Mieten zu mildern. Im Rahmen gemeinsamer Gespräche auf dem Stadtdialogs "Mein Hannover 2030" verständigten Wohnungswirtschaft und der Stadt Hannover auf weiterführende Gespräche über eine Art "Bündnis für Wohnen".

Verbindliche Absprachen

Ergebnis mehrerer Beratungen sind konkrete verbindliche Ziele und Absprachen. Oberbürgermeister Stefan Schostok ist überzeugt, dass die getroffenen Vereinbarungen den Wohnungsneubau ankurbeln werden: "Die strategische Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft hilft uns sehr, den bedarfsgerechten Neubau von Wohnungen in den kommenden Jahren offensiv zu steigern." Bis 2020 sollen jährlich durchschnittlich mindestens 1.000 neue Wohnungen gebaut werden. Davon sollen mindestens 25 Prozent geförderter Wohnraum sein. "Dieser Vereinbarung sind viele intensive und konstruktive Diskussionen vorausgegangen. Wir sind uns einig, dass wir nur gemeinsam für einen gute und sozial ausgewogenen Entwicklung des Wohnungsmarktes sorgen können. Die bereits deutlich mehr als 1.000 neuen Wohnungen 2015 zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", betont Schostok.

Heiner Pott, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Niedersachsen und Bremen e.V. (vdw), ist stellvertretend für seine Branche ebenfalls zuversichtlich, dass die Vereinbarungen greifen: "Das ist für uns in der Wohnungswirtschaft mit einer Investition von über 1 Mrd. Euro in den nächsten Jahren ein großer Kraftakt, den wir nur in einem sehr engen Schulterschluss mit der Stadt bewältigen können. Wir haben die erforderlichen Rahmenbedingungen gemeinsam abgesteckt. Die jetzigen Vereinbarungen bieten eine gute Basis, die gesetzten Ziele zu erreichen."

Die Vereinbarung "Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016" ist zwischen der Stadt und einem breiten Bündnis der Wohnungswirtschaft getroffen aus Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in der Region Hannover (ArGeWo),  Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen und Bremen e.V. (vdw, Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW und der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsgenossenschaften in der Region Hannover).   

    

Im Folgenden ein Überblick über die einzelnen Bausteine der Wohnungsbauoffensive:

Wohnungsneubau intensivieren

Der Bedarf an Neubauwohnungen wird in den kommenden Jahren nach aktuellen Prognosen bei deutlich über 1.000 Wohneinheiten liegen. Die Zahlen der fertiggestellten Wohnungen sind zuletzt zwar bereits angestiegen. Einigkeit besteht jedoch darin, die Anstrengungen verstärken zu müssen,  um den wachsenden Bedarf in den nächsten Jahren zu decken. Ein vorrangiges Ziel: Schaffung von Wohnraum für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. Stadt und Wohnungswirtschaft haben daher vereinbart, dass die beteiligten Wohnungs- und Immobilienunternehmen sich dem Ziel verpflichten, bis 2020 durchschnittlich 1.000 neue Wohnungen pro Jahr und damit mindestens 5.000 Wohneinheiten zu bauen.

Davon sollen:

  • mindestens 25 Prozent als öffentlich geförderte Wohnungen errichtet werden,
  • etwa 25 Prozent als Eigentumsprojekte sowohl im Einfamilien- und Reihenhausbau als auch zu einem erheblichen Anteil im Geschosswohnungsbau entstehen
  • und etwa 50 Prozent als freifinanzierte Mietwohnungen.

Die Landeshauptstadt verpflichtet sich, ihre Wohnbauflächeninitiative fortzuführen und bis 2020 jährlich neues Baurecht für 500 bis 700 Wohnungen auf kommunalen und auch auf privaten Grundstücken zu schaffen. Die Wohnungswirtschaft überprüft zudem ihren Bestand auf Ausbaumöglichkeiten und sucht und entwickelt auch Flächen über kommunale Angebote hinaus.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Das bereits bestehenden Wohnkonzept 2025 der Stadt hat gezeigt, dass in Hannover der Bedarf an preisgünstigen Wohnungen, insbesondere für Ein- und Mehrpersonenhaushalte, derzeit nicht gedeckt wird. Stadt und Wohnungswirtschaft sind daher bestrebt, günstigen Wohnraum zu schaffen. Der Anteil des geförderten Wohnungsbaus im Zuge der Wohnungsbauoffensive soll mindestens 25 bis 30 Prozent betragen.

Beide Seiten werden daher alle Möglichkeiten zur Kostensenkung ausloten. Das betrifft insbesondere die Kosten für die Bauvorbereitung, Grundstückserschließung und Infrastruktur, wo neue Wege gegangen werden (siehe Bauvorbereitungs- und Infrastrukturkosten optimieren“).

Vergabeverfahren gestalten

Die Entwicklung von Neubauvorhaben auf kommunalen Grundstücken ist ein zentraler Baustein dieser Wohnungsbauoffensive. Zukünftig soll die Vergabe von größeren Grundstücken für Wohnungsbauvorhaben ab ca. 30 Wohneinheiten transparenter und dadurch effizienter werden. Hierzu wird künftig ein unabhängiger Experte als zusätzlicher Berater in Vergabeverfahren eingebunden.

Energieeffizienz sichern

Bis 2020 sollen im Stadtgebiet Hannover 40 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990. Energieeffizienz im Wohnungsbau ist ein zentraler Beitrag zum Klimaschutz. Außerdem trägt die Senkung der Heizkosten auch zur Absicherung von bezahlbaren Wohnkosten bei. Die in der ArGeWo organisierten Wohnungsunternehmen bekennen sich grundsätzlich zu den vom Rat der Stadt beschlossenen klimapolitischen Zielsetzungen und Anforderungen in Hannover. Die Stadt fördert die gewünschte Passivhausbauweise künftig mit einer Erhöhung des Baukostenzuschusses um 10 Prozent und der zulässigen Eingangsmieten um 0,30 €/m² monatlich (Programmteile B und C).

Bauvorbereitungs- und Infrastrukturkosten optimieren

Die Kosten für Bauvorbereitung, Erschließung, Siedlungsentwässerung und Infrastruktur wie Grünanlagen, Spiel- und Bolzplätze, Parkplätze sind wesentliche Kostenfaktoren des Wohnungsbaus. Gemeinsames Ziel von Stadt und Wohnungswirtschaft ist es, alle Möglichkeiten zur Kostensenkung auszuschöpfen.  So sollen die Bauträger künftig selbst viele dieser Leistungen erbringen können, unter Einhaltung der gesetzlichen Standards und mit Zustimmung der Stadt. Die Zahl der Stellplätze kann in begründeten Fällen gesenkt werden. Bei Eingriffen in Natur und Landschaft sollen die bestehenden Ausgleichsmaßnahmen auf flexiblere Modelle hin überprüft werden.     

Integrative Wohnungspolitik unterstützen

Im Sinne der bedarfsgerechten Wohnraumversorgung muss für besondere Zielgruppen, für die bislang keine ausreichenden Angebote zur Verfügung stehen geschaffen werden. Das gilt beispielsweise für Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderung oder zunehmend auch für Flüchtlinge nach Entscheidung über ihr Bleiberecht.  Hierfür benötigt die Stadt Belegrechte. Stadt und Wohnungswirtschaft wollen ein schnelles und reibungsloses Belegungsverfahren organisieren.

Kooperation fortsetzen -  Monitoring und Prognose

Der partnerschaftliche Dialog zwischen der Stadt und der Wohnungswirtschaft soll in den kommenden Jahren bestehen bleiben. Beide Seiten wollen die avisierten Ziele jährlich überprüfen. Einmal pro Jahr treffen sich Stadt und Wohnungswirtschaft, um die Erfolge der Hannoverschen Wohnungsbauoffensive zu bewerten und Strategien anzupassen oder zu erweitern.