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Lyrik-Auszeichnung

Hölty-Preis 2016 geht an Christoph Meckel

Der zum fünften Mal verliehene "Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover" geht in diesem Jahr an den Dichter und Grafiker Christoph Meckel. Der Preis wird am 15. September um 20 Uhr öffentlich in der Orangerie Herrenhausen in Hannover verliehen. Der bekannte Lyriker Uwe Kolbe wird die Laudatio halten.

Christoph Meckel © Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag

Christoph Meckel

Der mit 20.000 Euro dotierte "Hölty-Preis für Lyrik" ist die höchstdotierte Lyrikauszeichnung im deutschsprachigen Raum. Er wird seit 2008 im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen. Die bedeutende Auszeichnung wird an eine lebende deutschsprachige Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker für ein Gesamtwerk oder eine einzelne Veröffentlichung vergeben.

Jury-Begründung

In der Begründung der Jury für den diesjährigen Preisträger heißt es: "Mit der Auszeichnung wird das in sechs Jahrzehnten entstandene lyrische Lebenswerk Christoph Meckels gewürdigt, das jenseits von allen Trends und Moden des Zeitgeistes inspiriert ist, eine ästhetische Subversion gegen jede Hierarchie und Routine."

Christoph Meckel wurde 1935 in Berlin geboren und lebt heute in Freiburg im Breisgau. Er ist Sohn des Schriftstellers und Johann-Peter-Hebel-Biographen Eberhard Meckel und lebte nach Studien an den Kunstakademien Freiburg und München seit Ende der 1950er Jahre als freier Schriftsteller und Grafiker zunächst in Westberlin und im Badischen, später auch in Südfrankreich. Bereichert wurde seine Tätigkeit durch zahlreiche Reisen zu Einzelausstellungen und Gastdozenturen in Italien, Asien, Afrika und den USA. Meckels Gedichte und Grafikbände erschienen zunächst in kleinen, meist bibliophilen Pressedrucken, später auch in großen Publikumsverlagen.

Eine Gesamtausgabe seiner insgesamt 29 Gedichtbände (ohne die Grafiken) erschien 2015 zu seinem 80. Geburtstag unter dem Titel "Tarnkappe" im Münchner Hanser-Verlag. Darin erweist er sich noch einmal als einer der großen, zugleich eigenwilligsten und vielseitigsten Lyriker der deutschsprachigen Gegenwartliteratur. Daneben schrieb Meckel zahlreiche Erzählungen und Essays, darunter "Erinnerung an Johannes Bobrowski" (1978) und die Frankfurter Poetik-Vorlesungen unter dem Titel "Von den Luftgeschäften der Poesie" (1989). Großes Aufsehen erregte sein 1980 erschienener autobiographischer Roman "Suchbild. Über meinen Vater".

Meckel ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Bremer Literaturpreis (1981), de Ernst-Meister-Preis (1981) und dem Joseph-Breitbach-Preis (2003).

Vorherige Preisträger

Thomas Rosenlöcher (2008), Paulus Böhmer (2010), Christian Lehnert (2012) und Silke Scheuermann (2014).

Namensgeber des Preises

Die literarische Bedeutung seines Namensgebers Hölty steht für die enge Verbindung des Preises mit Stadt und Region. Ludwig Christoph Heinrich Hölty, geboren am 21. Dezember 1748 im Kloster Mariensee bei Hannover, gestorben am 1. September 1776 in Hannover, ist von seinem künstlerischen Rang her einer der bedeutendsten deutschen Lyriker. Die Bedeutung beruht vor allem auf der Formenvielfalt, Eigenständigkeit und Stimmungs-Eindringlichkeit seiner etwa 140 Gedichte. Hölty ist neben den Brüdern Schlegel, Karl Philipp Moritz, Carl Sternheim und Kurt Schwitters der wichtigste mit der Stadt und der Region verbundene Dichter. Er verbrachte seine Kindheit und Schulzeit im Dorf Mariensee und die letzten Lebensjahre in Hannover, wo er, erst 28-jährig, starb.

Jury

  • Michael C. Braun, Literaturkritiker
  • Kathrin Dittmer, Literaturhaus Hannover
  • Cornelia Jentzsch, Literaturkritikerin
  • Michael Krüger, Schriftsteller
  • Martin Rector, Germanist