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Jugend lebt Stadt

Jugendgerechtes Hannover

Seit Oktober 2015 ist Hannover eine von 16 Referenzstädten im Bundesprogramm "Jugendgerechte Kommunen". Drei Jahre lang wird zusammen mit Jugendlichen entwickelt und erprobt, wie das Motto "Jugend lebt Stadt – jugendgerechtes Hannover" mit Leben gefüllt werden kann. Öffentlich sichtbar wird das Projekt mit zwei Veranstaltungen Ende August: "Platz nehmen!" am Freitag (26. August) auf dem Kröpcke und der Jugendkonferenz "Cook & Talk" im Rahmen des Festes der Kulturen am Sonnabend (27. August) im Maschpark.

Jugend lebt Stadt – jugendgerechtes Hannover © LHH

Jugend lebt Stadt – jugendgerechtes Hannover

"Wir haben uns sehr über die Aufnahme in das Programm gefreut", unterstreicht Oberbürgermeister Stefan Schostok. "Sie bestätigt, dass die Jugendpolitik in Hannover auf einem zukunftsträchtigen Weg ist. Indem sie immer wieder auf die Beteiligung junger Menschen setzt, wenn es um sie betreffende Belange geht."

Neuorganisation der Kinder- und Jugendarbeit in den Bezirken, der Beirat zur Förderung von Jugendkulturen, Einrichtung von Jugendräten in einigen Jugendzentren oder "Pimp your Town!", das zugleich als Planspiel Kinder und Jugendliche an parlamentarische Arbeitsweisen heranführt, sind einige Beispiele.

"Mit Unterstützung des Bundesprogramms wollen wir jetzt konzentriert und im Austausch mit anderen Kommunen zusammen mit jungen Menschen herausarbeiten, welche Kriterien denn eine 'jugendgerechte Kommune' erfüllen sollte – und wie die Beteiligung der Jugend weiterhin aussehen und wie sie gestärkt und ausgebaut werden kann", erläutert Schostok. "Das Expertenwissen der jungen Menschen für die Entwicklung 'ihrer' Stadt zu nutzen, ist das Ziel. Deshalb ist 'Jugend lebt Stadt – jugendgerechtes Hannover' auch ein Referenzprojekt des Stadtentwicklungskonzeptes 'Mein Hannover 2030'."

Offenes Projekt

"Jede und jeder kann mitmachen – die Stadt und ihre Partner im Stadtjugendring stellen nur den Rahmen", beschreibt Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski den offenen Charakter des Projektprozesses. "Was schon bisher zum Beispiel in vier Jugendforen an Themen benannt wurde, mit welchem Engagement sich beteiligt wird oder wie sich eigenverantwortlich Gremien wie die so genannten 'JulStas' bilden, ist sehr beeindruckend", freut sich Rzyski. "Und wir sind sehr gespannt, welche Ideen, Forderungen und Anregungen da noch kommen werden – auch bezogen auf die direkte Lebenswelt der Jugendlichen in den Stadtteilen. Schließlich müssen wir genau schauen, welche Themen zu realisieren sein werden. Und wer weiß: Vielleicht ergeben sich am Ende auch ganz neue Beteiligungsformen."

Projektziel und -struktur

Durch das Bundesprojekt sollen Wege gefunden werden, wie junge Menschen an allen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen, Politikfeldern und der Stadtentwicklung beteiligt werden können. Beteiligungs- und Teilhabechancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen innerhalb der Stadtgesellschaft sollen verbessert und wirkungsvolle Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Eine zentrale Koordinierungsstelle arbeitet mit den 16 Kommunen im Bundesgebiet zusammen. Auf sogenannten "Peer-Learning-Treffen" werden Erfahrungen ausgetauscht – im vergangenen Juni z.B. in Hannover. Partner im Projekt in Hannover sind die Stadt mit ihren Jugendeinrichtungen und Bildungsinstitutionen und der Stadtjugendring mit seinen Mitgliedsvereinen, Verbänden und Jugendinitiativen.

Der Bereich Kinder- und Jugendarbeit der Stadt und der Stadtjugendring laden zu offenen Treffen, sogenannten Jugendforen ein: Bisher gab es vier Foren mit jeweils rund 60 Interessierten. Themen bringen die Jugendlichen selbst ein, wie Mobilität, Jugendbeteiligung, Wohnen, Umwelt, Öffentlicher Raum, Bildung und Arbeit, Politik mit, von und für Jugendliche(n).

Aus der Diskussion haben sich Arbeitsgruppen zu den Themen "Jugendbeteiligung", "Politik mit, von und für Jugendliche(n)" und "Jugend im öffentlichen Raum" (stadtweit und im Sozialraum) gebildet. Sie planen die Umsetzung der Themen 2016 mit den Veranstaltungen "Platz Nehmen!" und "Jugendkonferenz".

Die Gruppe "Jugend lebt Stadt" (JulSta), eine Gruppe von zurzeit acht Jugendlichen, interessiert sich für den Gesamtprozess in Hannover sowie auf Landes- und Bundesebene. Sie engagiert sich für die Themen "Jugendpolitik und Jugendbeteiligung". Sie nimmt eine koordinierende Funktion in Form eines Gremiums ein, indem sie Themen unter anderem aus den Jugendforen aufgreift und weiterträgt, Kontakte mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren knüpft oder offene Arbeitsgruppen moderiert. Die Beteiligung an der Gruppe ist kein Privileg: jeder und jede Interessierte kann mitmachen.

Breites Themenspektrum

Das Themenspektrum der bisherigen Ideen und Wünsche reicht von der ressortübergreifenden, an den vielfältigen Bedürfnissen der Jugend orientierten Verwaltungsarbeit über unkomplizierte Informationswege und Ansprechpersonen wie einer bzw. einem Jugendbeauftragten bis zu kostenlosem Nutzen des ÖPNV, günstigem Wohnraum für Schülerinnen und Schüler oder Jugendlichen in freiwilligen Diensten und der stärkeren Akzeptanz von jugendlichen Aktivitäten im öffentlichen Raum.

In die Projektarbeit an "Jugend lebt Stadt – jugendgerechtes Hannover" bringen bestehende Beteiligungsformate wie "Pimp your Town!" von Politik zum Anfassen e.V., der strukturierte Dialog von "Europa ist Hier!", das "Rote Sofa" vom Stadtjugendring e.V., die "Rollende Baustelle" vom Kreisjugendwerk der AWO, "Linie 21" von JANUN e.V., der Beirat zur Förderung von Jugendkulturen oder "Dialog macht Schule" vom VNB ihre Erfahrungen ein. Über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, freie Jugendinitiativen und Projekte werden Jugendliche unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Ausgangslagen beteiligt.

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