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Hannover-Nord

Kampfmittelbeseitigung erfolgreich abgeschlossen

14.08.2016 - Kampfmittelbeseitigung in Hannovers Norden: Nachdem am 14. August 2016 ab 9 Uhr die planmäßige Umsetzung aller vorbereitenden Sicherheitsmaßnahmen erfolgte, fanden die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) an allen drei Verdachtspunkten in Vahrenheide und Bothfeld Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Kampfmittel konnten am Nachmittag erfolgreich entschärft oder entsorgt werden. Reste einer britischen Luftmine, die der KBD am Parkplatz Vahrenheide neben einer zerschellten britischen 10-Zentner-Bombe fand, mussten kontrolliert gesprengt werden. Annähernd 7.500 Personen in Langenhagen und Hannover waren im Vorfeld aufgefordert worden, den Sperrbereich für rund siebeneinhalb Stunden zu verlassen.

Die Spezialisten des KBD und von einer Fachfirma mit den entschärften Fliegerbomben. © Feuerwehr Hannover

Die Spezialisten des KBD und von einer Fachfirma mit den entschärften Fliegerbomben.

Abschlussmeldung: Kampfmittelbeseitigung in Hannover erfolgreich abgeschlossen

Im Zuge der Bauarbeiten auf der Bundesautobahn 2 wurden an insgesamt drei Verdachtspunkten Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg vermutet. Vor einer möglichen Entschärfung oder Sprengung war es erforderlich, einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von rund 1000 Metern um die Bombenfundorte zu evakuieren. Die etwa 7.500 Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Bereiches in Vahrenheide, Bothfeld und dem Langenhagener Stadtteil Langeforth waren aufgefordert, um 9 Uhr ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Um 12:47 Uhr meldeten die Räumkräfte Sicherheit im Evakuierungsradius.

Am ersten Verdachtspunkt auf dem Parkplatz Vahrenheide fand der KBD eine britische 10-Zentner-Bombe, die bereits zerschellt war. Weitaus gefährlicher waren die Reste einer direkt daneben liegenden ebenfalls britischen Luftmine. In dem Kopfteil befanden sich noch drei Zünder, die mit einer kontrollierten Sprengung um 14:25 Uhr unschädlich gemacht wurden. An dieser Sprengstelle kamen mit ca. 10.000 Liter Wasser gefüllte Kunststoffsäcke zum Einsatz, die dazu dienten, die Druckwelle einzudämmen.

An einem weiter östlich gelegenen zweiten Verdachtspunkt fand der KBD um 14:52 Uhr ein Brandbombencluster. Den Bombenbehälter mit einem Bündel von Stabbrandbomben nahmen die Spezialisten des KBD auf und führen ihn einer fachgerechten Entsorgung zu.

Nach aufwendigen Schachtarbeiten und einem Pumpeneinsatz, um eindringendes Grundwasser abzupumpen, entdeckte der KBD auch am dritten Verdachtspunkt südlich der BAB 2 in fünf Meter Tiefe eine Fliegerbombe. Hierbei handelte es sich um eine amerikanische 5-Zentner-Bombe, die durch das Herausschrauben des Aufschlagzünders um 16:35 Uhr entschärft werden konnte.

Um 16:45 Uhr erfolgte die Aufhebung der Absperrungen im Sicherheitsbereich. Fast acht Stunden nach Beginn der Evakuierung konnten damit alle Bewohnerinnen und Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Nach Kontrollfahrten durch Polizeieinsatzkräfte erfolgte kurze Zeit später auch die Freigabe der Autobahn.

Insgesamt suchten 160 Bürgerinnen und Bürger die im Vorfeld eingerichtete Betreuungsstelle in der Herschelschule auf. 22 Personen mussten mit Krankentransportwagen in diese Betreuungsstelle gebracht werden. Die Betroffenen in der Betreuungsstelle zeigten großes Verständnis für die Einsatzmaßnahmen und verhielten sich äußerst diszipliniert.

"Die besonderen Herausforderungen mit Bombenfunden an insgesamt drei Verdachtspunkten konnten erfolgreich bewältigt werden – mein besonderer Dank gilt den Spezialisten des KBD die hochprofessionell gearbeitet haben. Auch alle anderen beteiligten Einsatzkräfte arbeiteten sehr gut zusammen. Den von der Evakuierung betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in Langenhagen und Hannover danke ich für Verständnis, Geduld und Unterstützung der erforderlichen Maßnahmen. Auch die Verkehrsteilnehmer haben sich weitestgehend so verhalten, dass ein größeres Verkehrschaos vermieden wurde", so das abschließende Fazit von Feuerwehrchef Claus Lange, der erleichtert war, als ihn die Meldung von der Entschärfung erreichte.

Vom Beginn der Evakuierung bis zum Abschluss der Maßnahmen war die Feuerwehr Hannover mehr als acht Stunden im Einsatz. Eingesetzt waren insgesamt 623 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und KBD. Beim Bürgertelefon gingen bis um 17:30 Uhr 1225 Anrufe ein.

Folgend das Protokoll des Tages:

16:35 Uhr - Fünf-Zentner-Bombe erfolgreich entschärft

Die am dritten Verdachtspunkt gefundene Fünf-Zentner-Bombe wurde erfolgreich entschärft. Der Sicherheitsbereich wird in Kürze aufgehoben – alle Anwohnerinnen und Anwohner können in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Auch die Sperrmaßnahmen für die Bundesautobahn 2 werden aufgehoben.

16:20 Uhr - Entschärfung wird vorbereitet

Beim dritten Verdachtspunkt handelt es sich um eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder, die entschärft werden kann.

16:10 Uhr - Erkundung eines weiteren Verdachtspunktes 

Die Überprüfung eines weiteren Verdachtspunktes dauert an.

Da der Verdachtskörper in rund fünf Meter Tiefe liegt, wird der Schacht zunächst stabilisiert und das Grundwasser abgepumpt.

14:50 Uhr - Überprüfung eines weiteren Verdachtspunktes

Ein weiterer Verdachtspunkt wurde überprüft. Eine Einschärfung ist nicht erforderlich.

Es handelt sich um ein sogenanntes Brandbombencluster (Bündel in Cluster-Behältern), also um mehrere Stabbrandbomben, die in einem Bombenkörper abgeworfen wurden. Kampfmittel wurden vom KBD aufgenommen und sicher entsorgt.

14:30 Uhr - Erste Sprengung ist erfolgt

Eine erste Sprengung ist erfolgt. Die weiteren Verdachtspunkte werden untersucht.

13: 20 Uhr - Zwei Fliegerbomben wurden am ersten Verdachtspunkt entdeckt 

Am ersten Verdachtspunkt wurden zwei Fliegerbomben entdeckt (je eine britisch & US-amerikanisch), eine muss gesprengt werden.

Ein Wassertransportzug der Feuerwehr füllt nun 20.000 l in Kunststoffbehälter, um den Druck der Detonation zu mindern. 

12:47 - Spezialisten vom KBD öffnen die Verdachtspunkte

Sicherheit im Evakuierungsgebiet hergestellt, Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen öffnen jetzt die Verdachtspunkte.

12:15 Uhr - Sicherheitsbereich wird abschließend kontrolliert

Rund 120 Personen befinden sich aktuell in der Betreuungsstelle.

Polizeihubschrauber Phönix ist über dem Sicherheitsbereich im Einsatz und kontrolliert abschließend, ob sich Personen dort noch befinden.

Wenn die Sicherheit hergestellt ist, können die Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) ihre Arbeiten an den Verdachtspunkten fortsetzen.

11:30 Uhr - Evakuierungsgebiet nahezu geräumt

Rund 113 Bürgerinnen und Bürger werden zurzeit in der Sammelstelle betreut.

Die Krankentransporte sind weitestgehend durchgeführt.

Mehr als 630 Anrufe erreichten bisher die Service-Hotline.

10:30 Uhr - Räumung verläuft planmäßig

Die Räumung verläuft planmäßig, rund 60 Bürgerinnen und Bürger werden zurzeit in der Sammelstelle betreut.

9:30 Uhr - Rund 560 Einsatzkräfte sind aktuell im Einsatz

Rund 560 Einsatzkräfte von Feuerwehr-Polizei-Hilfsorganisationen KBD sind aktuell im Einsatz (die Zahl wird sich je nach Verlauf der Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme noch erhöhen)

9:00 Uhr – Beginn der Evakuierung

Ab sofort beginnt die Einrichtung des Sicherheitsbereiches. Alle Anwohnerinnen und Anwohner werden gebeten, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen.

Alle Informationen (u.a. zur Sammelstelle, Busshuttles, Bürgertelefon) sind weiter unten auf dieser Seite zu finden. Wir halten Sie den Tag über hier auf Hannover.de sowie auf Facebook und Twitter über den Fortschritt der Maßnahmen auf dem Laufenden.

Aus Sicherheitsgründen ist es erforderlich, einen Evakuierungsbereich einzurichten, damit der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen eine mögliche Entschärfung der Fliegerbomben durchführen kann.

Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme heute

Den Sicherheitsbereich innerhalb des Evakuierungsradius müssen alle Personen verlassen, die sich dort aufhalten. Betroffen davon sind rund 7.500 Bürgerinnen und Bürger. Bevölkerungsinformationen, ein Kartenausschnitt mit dem Evakuierungsradius sowie eine Liste der betroffenen Straßen, Wege und Plätze der hannoverschen Stadtteile Vahrenheide und Bothfeld sowie des Langenhagener Stadtteils Langenforth stehen am Ende dieses Artikels zum Herunterladen bereit.

Es ist derzeit erforderlich, weiterhin technisch aufwendige Erkundungsmaßnahmen durchzuführen. Diese Ergebnisse können dazu führen, dass der Evakuierungsradius im östlichen Bereich verringert werden kann.

Die Bewohnerinnen und Bewohner werden gebeten, am 14. August 2016 um 9 Uhr ihre Wohnungen zu verlassen. Sofern Sie keine andere Aufenthaltsmöglichkeit haben, steht eine Sammelstelle in der Herschelschule zur Verfügung.

Sperrung der Autobahn 2

Im Zuge der Maßnahme wird die Bundesautobahn 2 am 14. August ab etwa 9 bis 20 Uhr gesperrt. Details:

Sammelstelle in der Herschelschule

Eine Sammelstelle wird in der Herschelschule, Großer Kolonnenweg 37, 30179 Hannover eingerichtet. Diese ist ab 9 Uhr geöffnet.

Evakuierungsbusse

Für den Personentransport in diese Sammelstelle stehen kostenlos Busse bereit. Diese fahren ab 9 Uhr den betroffenen Bereich ab. Personen können an folgenden Haltestellen zusteigen:

  • Emil-Berliner-Straße/ Kurt-Schumacher-Allee (Lgh)
  • In den Kolkwiesen/Kurt-Schumacher-Allee (Lgh)
  • Erich-Ollenhauer-Straße/In den Kolkwiesen (Lgh)
  • Silbersee (Lgh)
  • Langenforther Straße/General-Wever-Straße
  • Kiefernpfad/General-Wever-Straße
  • Bahnstrift/Kugelfangtrift
  • Tempelhofweg/Kugelfangtrift
  • Dunantstraße/Holzwiesen
  • Fridtjof-Nansen-Schule
  • Herschelschule

Um den Evakuierungsbereich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu verlassen, ist es darüber hinaus möglich, die Buslinie 122 bis zur Endhaltestelle Alte Heide sowie von dort die Stadtbahnlinie 2 zu nutzen.

Einschränkungen im ÖPNV

Im Regelbetreib des ÖPNV wird es folgende Einschränkungen geben:

Während der Evakuierung von 9 Uhr bis 12:30 Uhr können die Fahrgäste an der Haltestelle "Zehlendorfweg" der Linie 2 nur ein- und nicht aussteigen. Gleiches gilt für die Bushaltestellen "Langenhagen/Silbersee" und "Langenforther Straße".

Auf der Linie 2 wird zwischen 12:30 Uhr und dem Ende der Kampfmitteluntersuchung ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet. Die Busse des SEV fahren von der Haltestelle "Büttnerstraße" zum Endpunkt "Alte Heide" und zurück. Zwischen der Stadtbahn und den SEV-Bussen können die Fahrgäste an der Haltestelle "Büttnerstraße" umsteigen.

Der Betrieb der Linien 122 und 125 wird zur gleichen Zeit eingeschränkt. In Richtung Langenhagen enden sie an der Haltestelle "Meierwiesen". In der Gegenrichtung fährt die Linie 122 nur bis zur Haltestelle "Langenhagen/Zentrum".

Anforderung von Krankentransporten

Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport anfordern. Bitte melden Sie notwendige Transporte rechtzeitig vor dem 14. August 2016 an, damit die Feuerwehr die erforderliche Anzahl von Transportfahrzeugen bereitstellen kann.

Bürgertelefon

Für Fragen steht ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0800 – 731 31 31 zu den folgenden Zeiten zur Verfügung:

  • Freitag, 12.08.2016 von 10 Uhr bis 16 Uhr
  • Samstag, 13.08.2016 von 10 Uhr bis 16 Uhr
  • Sonntag, 14.08.2016 von 7 Uhr bis zum Abschluss aller Maßnahmen

Information der betroffenen Haushalte

Für die Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme werden alle im Sicherheitsbereich lebenden Menschen am Samstag, 6. August 2016 mit mehrsprachigen Informationsblättern (deutsch, englisch, türkisch und russisch) informiert.

Weitere Informationen

Die mögliche Entschärfung von Fliegerbomben kann erst nach erfolgreicher Umsetzung aller Sicherheitsmaßnahmen erfolgen. Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie voraussichtlich erst am späten Nachmittag in Ihre Wohnung zurückkehren können. Informieren Sie gegebenenfalls Verwandte und Freunde über Ihre Abwesenheit.

Nehmen Sie daher bitte unbedingt die für Sie notwendigen Dinge, wie beispielsweise Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung sowie angemessene Kleidung, mit. Informieren Sie auch Ihre Nachbarn über die Evakuierungsmaßnahme.

Bitte überprüfen Sie vor dem Verlassen Ihrer Wohnung, dass Elektro- und Gasgeräte (z.B. Herd, Ofen oder Bügeleisen) ausgeschaltet und alle Wasserhähne geschlossen sind. Lassen Sie keine brennenden Kerzen in Ihrer Wohnung zurück.

Bitte beachten Sie auch, dass der öffentliche Personennahverkehr im Rahmen der Kampfmittelbeseitigung nur eingeschränkt zur Verfügung steht!

Bevölkerungsinformation

Zur anstehenden Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme erfolgt die Einrichtung eines Bürgertelefons. Aktuelle Bevölkerungsinformationen werden unter www.hannover.de zur Verfügung gestellt.

Die Landeshauptstadt Hannover informiert außerdem über das Twitter-Profil @hannover unter dem Hashtag #hannbombe sowie auf der Facebookseite facebook.com/lhhannover.

Am Einsatztag wird im Evakuierungsbereich zusätzlich über Lautsprecher- und Rundfunkdurchsagen informiert.

Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme