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Würdigung für Engagement

Verleihung der Verdienst­medaille an Dr. Renate Bendel & H. J. Hermel

Oberbürgermeister Stefan Schostok hat im Auftrag des Bundespräsidenten am Dienstag, 15. November, Dr. Renate Bendel und Hans-Jürgen Hermel die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Dr. Renate Bendel engagiert sich seit 25 Jahren im sozialen und medizinischen Bereich. Seit 1990 ist sie Mitglied im Vorstand, seit 1996 und bis heute erste Vorsitzende der Niedersächsischen Krebsgesellschaft e. V.

Der Verein verfolgt das Ziel, die Öffentlichkeit über präventive Möglichkeiten und Maßnahmen zur Früherkennung von Krebserkrankungen zu informieren und aufzuklären. Betroffenen und ihren Angehörigen bietet die Niedersächsische Krebsgesellschaft persönliche Beratung und Begleitung sowie Kurse und Seminare an. 2006 wurde die onkologische Rehabilitationsberatung um eine psychoonkologische Beratungsstelle erweitert. Krebspatientinnen und -patienten in finanziellen Notlagen, ist eine Beihilfe durch einen aus Spendengeldern gespeisten Unterstützungsfonds möglich.

Des Weiteren fördert die Krebsgesellschaft niedersächsische Krebsselbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen auf fachlicher sowie finanzieller Ebene und unterstützt niedersächsische Forschungsprojekte durch Spenden. Darüber hinaus vergibt sie seit 2004 jährlich einen eigenen Förderpreis, mit dem Projekte ausgezeichnet werden, die sich der Beratung, Betreuung und Versorgung von Krebspatienten widmen.

Dr. Renate Bendel setzt sich insbesondere für die Präventionsarbeit ein. Unter ihrer maßgeblichen Leitung wurden unter anderem 2001 der erste "Niedersächsische Krebsinformationstag" in Osnabrück veranstaltet, 2008 ein Vorsorgepass zur Früherkennung von Krebs für Frauen und Männer entwickelt und 2013 die Darmkrebsvorsorgekampagne "1000 Mutige Männer für Hannover" durchgeführt.

Zudem ist Dr. Renate Bendel Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., der größten wissenschaftlich-onkologischen Fachgesellschaft in Deutschland. Sie bringt sich in die Arbeit der Sektionen ein und vertritt damit auch die niedersächsischen Interessen.

Seit der Gründung der Niedersächsischen Krebsstiftung 2009 nimmt Dr. Renate Bendel den Vorsitz des Stiftungskuratoriums wahr. Mit den Stiftungsgeldern sollen die Wissenschaft und Krebsforschung unterstützt und das öffentliche Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Krebserkrankungen gefördert werden.

Engagement in der Aufarbeitung der NS-Geschichte

Hans-Jürgen Hermel engagiert sich seit über 20 Jahren im Bereich der geschichtlichen Aufarbeitung des Nationalsozialismus.

Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand war er hauptberuflich Redakteur für Kultur und Gesellschaft beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) und hat unter anderem das Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen" geleitet. Heute betreibt er zusammen mit seinem Sohn freiberuflich die Firma Memomedia Productions, die vorwiegend Filme und Videodokumentationen zu den Themen Arbeiterbewegung und Verbrechen des Nationalsozialismus produziert.

Damalige Geschehnisse sowie ihre politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge sollen mit Hilfe von Zeitzeugenberichten aufgezeichnet, die deutsche Zeitgeschichte festgehalten und so vor dem Vergessen bewahrt werden.

Seit den 90er-Jahren hat Hans-Jürgen Hermel über 200 Zeitzeugeninterviews und Überlebensgeschichten von Juden, Sinti, Zwangsarbeitern und anderen Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung zusammengetragen. Bis heute hält er regelmäßigen Kontakt zu vielen InterviewpartnernInnen oder den Nachfahren der Überlebenden. Seine Dokumentationen hat er zum einen verschiedenen Gedenkstätten in Niedersachsen zur Verfügung gestellt.

Zum anderen hat er zahlreiche Dokumentationsfilme produziert wie zum Beispiel "Der verlorene Zug – Auf den Rädern der Reichsbahn durch die Hölle" (1999), "Der Eiserne Otto – Zeitzeugen erinnern an Otto Brenner" (2007), "Otto Brenner – Sein Vermächtnis" (2008) und "Ausgebeutet bis zum Umfallen – Zwangsarbeiterlager in Hannover" (2011). Auch hat er sich am Zeitzeugenprojekt der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten beteiligt.

Hans-Jürgen Hermel ist zudem seit vielen Jahren Mitglied und seit 2006 erster Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Ahlem e. V. in Hannover. Hans-Jürgen Hermel war maßgeblich an der Gründung des Netzwerkes Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover beteiligt, das eng mit der Stadt und der Region Hannover zusammenarbeitet, um die regionale Erinnerungsarbeit zu fördern und eine Plattform für die Diskussion von Fragen der politischen Bildung zu bieten.

Mit seinem tatkräftigen und unermüdlichen Einsatz hat Hans-Jürgen Hermel die Entwicklung der Erinnerungskultur im Hannoverschen Raum mitgeprägt und zu jeder Zeit kritisch begleitet. Der Gedenkstätte Ahlem hat er über 160 Zeitzeugeninterviews aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt. Der kleine Ausstellungsraum im ehemaligen Direktorenhaus verwandelte sich so in eine umfassende multimediale Gedenkstätte mit Außenanlage, die 2014 eröffnet wurde. Am umfangreichen Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte mit Vorträgen, Diskussionen, Zeitzeugengesprächen, Lesungen und Führungen wirkt Hans-Jürgen Hermel regelmäßig mit.

Über die Auszeichnung

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens wird an Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftliche, soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Es ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden. Jede Bürgerin und jeder Bürger der Bundesrepublik Deutschland kann eine verdiente Person für den Verdienstorden vorschlagen.