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Leitlinien & Maßnahmen

Weiterentwicklung als familienfreundliche Stadt

Das Motto "Familien leben in Hannover" beschreibt seit Ende 2009 Ziel und Weg zur familienfreundlichen Stadt Hannover. Den jüngsten Baustein legte die Verwaltung am 25. April 2016 mit den "Empfehlungen zu familienpolitischen Handlungsleitlinien und -maßnahmen" vor.

Kinderhände © Lea Witte

Der "Familienbericht" liegt voraussichtlich ab Mitte Mai als Broschüre vor

"Der sogenannte 'Familienbericht' soll für die kommenden fünf Jahre als Arbeitsgrundlage für die Weiterentwicklung Hannovers als familienfreundliche Stadt dienen", erläutert Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski. "Das Besondere an diesem Leitfaden: Er enthält all das, was uns die eigentlichen Expertinnen und Experten für Familienfreundlichkeit mitgegeben haben: die Familien in Hannover. Als Ergebnis eines abgestuften Konzepts breiter Beteiligung nimmt er zugleich die strategischen Zielsetzungen des Stadtentwicklungskonzeptes 'Mein Hannover 2030' auf."

"Wir haben die Familien befragt und in verschiedenen Formen beteiligt; und das mit Blick auf alle möglichen Belange, die Familien unterschiedlicher Konstellation und in unterschiedlichen Lebensphasen betreffen. Mit diesem umfassenden Ansatz haben wir eine nachhaltige, tragfähige Grundlage für die familienpolitische Arbeit in Hannover für die nächsten Jahre", stellt Anke Broßat-Warschun, Leiterin Fachbereich Jugend und Familie, heraus.

"Wir bewegen uns dabei auf einem sehr realistischen Boden. Denn alle Beteiligten haben ihre Beiträge mit großem Bewusstsein für Machbarkeit, auch in finanzieller Hinsicht, entwickelt – und fordern keine Wolkenkuckucksheime", ergänzt Bärbel Kuhlmey, Familienmanagerin im Fachbereich Jugend und Familie.

Ausgangslage

Seit 2008 wurden den Hinweisen eines Gutachtens der prognos AG Basel folgend im Sinne einer verbesserten Familienfreundlichkeit Kommunikationswege verbessert (Beispiele: Internetportal, Kinderbetreuungsbörse) und neue Beratungsangebote geschaffen (Beispiele: FamilienserviceBüro, Familienmanagement, Begrüßungspakete für Eltern Neugeborener). Daneben hat eine fachbereichsübergreifende Steuerungsgruppe der Verwaltung unter Leitung des Fachbereichs Jugend- und Familie ein Konzept entwickelt, mit dem die Kompetenzen der Familien selbst für die Planungen künftiger Maßnahmen und Handlungen genutzt werden können.

"Klink dich ein", lautete die Aufforderung an Familien und Fachleute, mit der Verwaltung in den Dialog zu treten, Bedürfnisse zu formulieren, Ideen und Vorschläge zu entwickeln. Möglichkeiten boten fünf unterschiedliche Formate: Repräsentativerhebung, Familienkonferenzen in ausgewählten Stadtteilen, Online-Familienkonferenz, Fachtage "Forum Familie" sowie wiederholtes Familienmonitoring.

Insgesamt haben zwischen 2013 und 2015 rund 13.000 Elternteile, Kinder, Jugendliche und Seniorinnen sowie Senioren zwischen vier und 88 Jahren die Beteiligungsmöglichkeiten genutzt.

Manche Beiträge und Anregungen wurden bereits kurzfristig realisiert (zum Beispiel die Notfallbetreuung Fluxx). Andere fließen in die weitere Gestaltung familienpolitischer Planungen ein. Dass diese in enger Verknüpfung beziehungsweise als untrennbarer Bestandteil des Stadtentwicklungskonzepts "Mein Hannover 2030" zu sehen sind, entspricht der – auch demografischen – Bedeutung von Familien für das Leben in der Stadt.

Der Familienbericht

Der Familienbericht ist in drei Teile gegliedert:

  1. Die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Formaten der Familienbeteiligung in den Jahren 2012 bis 2015: Familien in Hannover – Zusammenfassung
  2. Familienpolitische Leitlinie für den Zeitraum 2016 bis 2021
  3. Methodenübersicht und Prozessverlauf

Die Beteiligung der Familien hat Erkenntnisse erbracht zu den Bereichen Wohnen und Zusammenleben, Mobilität und Straßenverkehr, Bildung und Betreuung, Sport und Gesundheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Einkommen und Teilhabe, Information und Kommunikation.

Ergebnisse der Beteiligung

So wird im ersten Berichtsteil zum Beispiel festgestellt:

  • Hannover ist eine begehrte (Miet-)Wohnungsstadt. Dabei ist es in den vergangenen Jahren besonders für einkommensschwächere Familien, aber durchaus auch für Besserverdienende, zunehmend schwierig geworden, passenden Wohnraum zu finden. Familien suchen oft mehr als zwei Jahre nach einer geeigneten Immobilie. Trotz der Vorteile, die Familien im urbanen Wohnen sehen, wandern nach wie vor viele, gerade mit kleinen Kindern, in den umliegenden, ländlichen Raum ab.
  • Verbesserungsbedarf gibt es aus Sicht der Familien bei der Verkehrssicherheit – vor allem bei Schulwegen und dem Ausbau von Fahrradwegen. Auch mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und der Ausbau des ÖPNV werden angemahnt.
  • In Sachen Betreuung wünscht sich die Mehrheit der Eltern einen Krippenplatz sowie die wohnortnahe Platzvergabe zum gewünschten Betreuungsbeginn. Ganztagsangebote an Schulen sind beliebt, bemängelt wird, dass es zu wenig Hortplätze gibt. Verlässlichkeit beim Übergang zwischen den Betreuungsangeboten sowie Ferienbetreuung sind zentrale Fragen für berufstätige Eltern und Familien mit geringem Einkommen. Die Nachfrage nach außerschulischen, wohnortnahen und kostengünstigen Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ist groß.
  • Raum für Bewegung, für Entspannung in der Natur und im Freien wünschen sich viele Kinder und Jugendliche. Sportvereine sind beliebt, zum Teil ist das Angebot an Indoor-Aktivitäten nicht ausreichend, zum Bespiel fürs Schwimmen. Insgesamt besteht hohes Interesse an einer Ausweitung von Spiel- und Sportstätten sowie Möglichkeiten für selbstorganisierten Sport, die kostenfreie Freizeitaktivitäten in vielfacher Hinsicht und generationsübergreifend möglich machen.
  • Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist festzustellen, dass die Koordinierungsleistungen, die berufstätigen Eltern abverlangt werden, oft mit einem temporären Rückzug der Frauen aus dem Berufsleben verbunden sind. Teilzeitarbeitsmodelle sind bei Müttern die Regel. Dass beide Elternteile gleichermaßen vollzeit- oder teilzeitbeschäftigt sind, ist die Ausnahme.
  • Die finanzielle Situation der meisten Familien in Hannover ist gut, zum Teil sehr gut. Ein Viertel ist jedoch von Armut betroffen. Ihnen Teilhabe und Zugang zu gewährleisten, bleibt auch künftig eine zentrale Aufgabe hannoverscher Familienpolitik. Es gilt zum Beispiel Informationsdefizite und entsprechende geringere Inanspruchnahme von familiären Freizeit-, Bildungs- und Unterstützungsangeboten aufzuarbeiten.
  • Die zunehmende Internationalisierung der hannoverschen Bevölkerung wird auch bei Familien deutlich. In 22.000 Familienhaushalten (45 Prozent) mit Minderjährigen hat mindestens ein Haushaltsmitglied einen Migrationshintergrund. Bei ihnen wie bei Flüchtlingsfamilien besteht Unterstützungsbedarf.
  • Informationsangebote und -kanäle müssen die Adressatinnen und Adressaten sicher erreichen. Elektronische Informationswege sind dabei ebenso gefragt, wie Informationen in gedruckter Form oder auch der direkte Dialog mit Familien. Grundsätzlich sind Familien auf gut, schnell und einfach erschließbare, stadtteilspezifische Informationen angewiesen.

Empfehlungen für Maßnahmen

Die "Familienpolitische Leitlinie" des zweiten Berichtsteils ordnet den Ergebnissen der Beteiligung Empfehlungen für Maßnahmen zu. Sie finden sich zum Teil in bereits laufenden Programmen der Stadtverwaltung wieder, betreffen aber auch neue Impulse. Das Spektrum deckt wieder alle Bereiche von Wohnen bis Kommunikation ab. Zusätzlich zu den Anregungen aus der Familienbeteiligung ist das Thema "Inklusion" in die Bereiche aufgenommen worden.

Unter den Überschriften

  • Wohnen und Wohnumgebung gestalten
  • Öffentlichen Raum nutzen
  • Mobilität familiengerecht voranbringen
  • Zusammenleben im Stadtteil gestalten
  • Bildung, Betreuung und Kultur an der Lebensbiographie orientieren
  • Gesundheit und Bewegung fördern
  • Vereinbarkeit Beruf und Familie
  • Teilhabe trotz Armut ermöglichen
  • Information und Beteiligung am Puls der Zeit orientieren
  • Engagement stärken
  • Internationalität leben

werden 63 Einzelprogramme und Maßnahmen aufgeführt. Die familienpolitische Leitlinie soll für den Zeitraum 2016 bis 2021 gelten.

Der "Familienbericht" steht hier zum Download:

Für Mitte Mai ist die Veröffentlichung als Broschüre vorgesehen.