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Namensgebende Persönlichkeiten

Beirat empfiehlt die Umbenennung von zehn Straßen

Der Beirat "Wissenschaftliche Betrachtung namensgebender Persönlichkeiten in Hannover" hat am 1. Oktober ein umfangreiches Zwischenergebnis seiner Arbeit vorgestellt und empfiehlt die Umbenennung von zehn Straßen.

Dezernentin Marlis Drevermann und 5 Vertreter des Beirates „Namensgebender Persönlichkeiten in Hannover“ © LHH (Neue Medien)

H. Tölle, Dezernentin M. Drevermann, M. Fürst, Dr. M. Fröhlich, I. Wettberg und Dr. K. Kreter (v.l.n.r.) vom Beirat „Namensgebender Persönlichkeiten in Hannover“ stellen Zwischenergebnis vor.

Der Beirat befasst sich seit seiner konstituierenden Sitzung im Januar 2014 mit Biografien namensgebender Personen in Hannover auf eine "aktive Mitwirkung in einem Unrechtssystem", die 1945 älter als 18 Jahre alt waren. Hierzu zählen Personen nach denen Straßen, Schulen und städtische Einrichtungen benannt wurden sowie Ehrengräber, Ehrenbürgerschaften und TrägerInnen der Stadtplakette. Auch wurden Biografien untersucht von Personen, die von 1933 bis 1945 als Entscheider in Verwaltung und Politik der Stadt Hannover tätig waren.

Der Beirat gibt eine Empfehlung für eine Umbenennung/Aberkennung beziehungsweise Beibehaltung aus. Die Empfehlung des Beirates ist für die Entscheidungsträger nicht bindend. Bei Straßennamen werden die jeweiligen Stadtbezirksräte darüber entscheiden, ob eine Umbenennung vorgenommen wird. Ehrenbürgerschaften und Ehrengräber liegen in der Verantwortung des Rates.

"Die Beiratsmitglieder befassen sich sehr gewissenhaft mit dem zur Verfügung stehenden biografischen Material und sind sich der hohen Verantwortung ihrer Aufgabe bewusst. Wir gehen davon aus, dass der Beirat in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Arbeit abschließen wird", sagt Kultur- und Schuldezernentin und Beiratsvorsitzende Marlis Drevermann.

Straßennamen

Die Beiratsmitglieder empfehlen eine Umbenennung von zehn Straßennamen in Hannover.

Dazu zählen im Einzelnen:

  • Fritz Beindorff, Fritz-Beindorff-Allee,
  • Julius Brecht, Julius-Brecht-Straße,
  • Ludwig Otto Franzius, Franziusweg,
  • Gustav Frenssen, Frenssenufer,
  • Paul von  Hindenburg, Zur Hindenburgschleuse, Hindenburgstraße,
  • Hinrich Wilhelm Kopf, Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz, bereits 2015 umbenannt in Hanna-Arendt-Platz,
  • Agnes Miegel, Miegelweg,
  • Ferdinand Sauerbruch, Sauerbruchweg,
  • Heinrich Sohnrey, Sohnreystraße
  • Paul Uhlenhuth, Uhlenhuthweg.

Insgesamt haben die Beiratsmitglieder 463 Biografien von Personen, deren Namen in Straßennamen verwendet wurden, untersucht. Rund 30 bis 40 Straßennamen stehen noch zur Bewertung aus.

Ehrenbürgerschaft

Weiterhin hat sich der Beirat mit den Biografien von 15 Ehrenbürgern (darunter eine Ehrenbürgerin) befasst. Die Ehrenbürgerschaft erlischt juristisch mit dem Tod der Geehrten. Alle Persönlichkeiten, die nach den Vorgaben untersucht wurden, sind verstorben. Die lebenden Ehrenbürger stehen außerhalb jeden Verdachts.

Zu den bereits verstorbenen Ehrenbürgern zählen auch Paul von Hindenburg und Fritz Beindorff (siehe oben die Umbenennungsempfehlung zu den Straßennamen). Der Beirat empfiehlt, keine weiteren symbolischen Akte, die die Ehrenbürgerschaft "aberkennen", vorzunehmen.

Ehrengräber  

In der Landeshauptstadt Hannover gibt es aktuell 72 Ehrengräber. Zu erinnern ist an die Empfehlung, die der Beirat zum Umgang mit Hinrich Wilhelm Kopf (2014) gegeben hat. Er empfahl eine Umbenennung des Platzes, plädierte gleichzeitig für die Beibehaltung des Ehrengrabes.

Die Entscheidung des Rates wich von der Empfehlung des Beirates ab. Im Fall Hinrich Wilhelm Kopf ist die Widmung des Ehrengrabes nach der 2015 verabschiedeten neuen Ehrengrabsatzung entzogen worden. Hinrich Wilhelm Kopfs Grab wurde durch Ratsbeschluss in eine bedeutende Grabstätte umgewidmet, die wie ein Ehrengrab auf Friedhofsdauer erhalten bleibt.

Der Beirat empfiehlt generell auf eine Entwidmung der Ehrengräber zu verzichten.

Die Empfehlung des Beirates

Liste der Straßen

Liste der Ehrengräber

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