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Straßenschild "Hannover Straße" in Changde © LHH

Ein Schild hat sie jetzt bereits, die Hannoversche Straße in Changde

Ausbau der Städtekooperation

Ein Stück Hannover in Changde

Hannover und die chinesische Stadt Changde wollen ihre Kooperation weiter ausbauen. Anlässlich des Besuchs von Oberbürgermeister Stefan Schostok wurden mehrere Projekte vereinbart. Dazu zählen ein Vertrag der Wasser Hannover GmbH für eine moderne Regenwasserbewirtschaftung in Changde und Kooperationsvereinbarungen des Chinesischen Zentrums Hannover bei der Ausbildung für die Bereiche Mechatronik und Altenpflege. Zudem entsteht in der Halb-Millionen-Stadt in Zentralchina aktuell ein Deutsches Viertel in norddeutscher Architektur mit einer "Hannoverschen Straße" als Zentrum und nach hannoverschen Persönlichkeiten benannten Plätzen.

Oberbürgermeister Schostok und eine Delegation der Ratspolitik überreichten am Freitag (30. Oktober) ein Straßenschild für die Hannoversche Straße und einen Original-Gullideckel mit Stadtwappen aus der Landeshauptstadt. Dort sollen sich deutsche Firmen ansiedeln. So wird dort die Hannoversche Kaffeemanufaktur eine Dependance mit Rösterei, Verkauf und Café eröffnen. Für OB Schostok ist die Hannoversche Straße nicht nur ein Symbol für die Freundschaft zwischen Changde und Hannover. "Sie wird auch der Nährboden für weitere Kooperationsprojekte sein", sagt Schostok beim Besuch der letzten Station seiner einwöchigen China-Reise in Begleitung einer Delegation aus Wirtschaft, Wissenschaft und Ratspolitik. Bereits in Shanghai und Shenzhen hatte Schostok für Kooperationen geworben und konkrete Projekte vereinbart.

Die von Schostok mit Changdes Oberbürgermeister Zhou Derui unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, dass beide Städte ihre Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Umweltschutz, Ausbildung, Tourismus, Kultur und Sport forcieren wollen. "Hier bestehen bereits gute Beziehungen, auf denen wir aufbauen", so Schostok. Die ersten Kontakte mit Changde im Bereich der Wasserwirtschaft liegen bereits gut zehn Jahre zurück. 2010 folgte dann eine erste Vereinbarung beider Städte für eine Kooperation. Vor wenigen Wochen beteiligte sich der Freundeskreis Hannover-Changde mit zwei Booten auf dem Liuye-See in Changde an einem Drachenbootrennen.

"Schwammstadt" – Ökologische Wasserwirtschaft

Die Wasser Hannover GmbH – ein Unternehmen des Vereins Wasser Hannover e.V. – hat den Zuschlag zur Entwicklung einer ökologischen und ressourcenschonenden Wasserbewirtschaftung in Changde erhalten. Die Stadt ist kürzlich von der chinesischen Regierung für ein Förderprogramm zur Modernisierung der Entwässerungssysteme ausgewählt worden. Nach dem Modell einer "Schwammstadt" soll das Regenwasser gesammelt und genutzt werden, um so die Kanalisation zu entlasten. China will landesweit die gerade bei starken Regenfällen völlig überlasteten Entwässerungssysteme modernisieren. "Für das Know-how deutscher Wasserbauunternehmen bieten sich hier erhebliche Chancen", betont Schostok. "In Changde ist das Interesse an deutschen Lösungen und Produkten generell groß."

Deutsches Viertel: Keine Kopie – Originalimport aus Norddeutschland

Dies zeigt sich auch an dem Projekt des Deutschen Viertels mit der Hannoverschen Straße, das vom Architekturbüro RhineScheme (Eiterfeld/Hessen) entwickelt wird. Es geht dabei keineswegs um eine Kopie eines hannoverschen Stadtteils, sondern um ein Stadtviertel, das bauliche Bezüge zu mehreren norddeutschen Städten originell vereint, wie der Architekt Wolf Loebel erläutert. Die Anlehnung der Straßen- und Platznamen (Bahlsen-, Leibniz-, Schwittersplatz) an Hannover stehe für die Kooperation der beiden Städte. Baubeginn auf der rund zwei Hektar großen Fläche war in diesem Januar. Die Klinker liefert die hannoversche Firma Kingart GmbH. Die Rohbauarbeiten in der Hannoverschen Straße sind bereits abgeschlossen, die Fertigstellung ist zum chinesischen Neujahrsfest im Februar 2016 geplant.

Die Eröffnung des gesamten Deutschen Viertels ist für kommenden Herbst geplant. Das gesamte Viertel bietet Wohnungen, Büros, Geschäfte, Restaurants, Cafés, Bars, ein Hotel, Schule und ein Konferenzzentrum. In einem Deutschen Haus sollen dann deutsche Produkte – vorzugsweise aus Hannover – präsentiert werden. Bereits verbaut wird der Original-Gullideckel aus Hannover, dessen Transport FDP-Ratsherr Wilfried Engelke rechtzeitig vor dem Eintreffen der Delegation aus der Landeshauptstadt in Changde organisierte. Ebenso soll in dem Deutschen Haus eine Ausstellung zur Stadtentwicklung Hannovers entstehen, auch mit Blick auf Zukunftsplanungen, insbesondere auf das geplante Stadtentwicklungskonzept "Mein Hannover 2030" und die Beteiligung der Bevölkerung daran.

Video zum Bauprojekt in Changde

Der Fernsehsender RTL hat für sein Nachrichtenprogramm einen kurzen Beitrag zum Bauprojekt in Changde erstellt. Dieser ist unter dem folgenden Link abrufbar: http://rtlnord.de/nachrichten/china-baut-hannover-kopie.html