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Bauwägler finden neue Bleibe

Nach einigen Gesprächen konnte jetzt eine einvernehmliche Lösung gefunden werden: Die Bauwagenkolonie Am Ihlpohl zieht auf eine geeignete Fläche an der Badenstedter Straße um.

Zwei Bauwagen, ein großes Rundzelt und ein Tisch auf einer Wiese im Morgengrauen © von Wägen e.V.

Bis Ende April werden die Bauwägler den Platz Am Ihlpohl verlassen (Aufnahme aus dem Frühjahr 2013)

Der Runde Tisch zur Zukunft des Bauwagencamps Am Ihlpohl, zu dem Hannovers Verwaltungschef Hans Mönninghoff kürzlich ins Rathaus eingeladen hatte, hat nun doch zu einer einvernehmlichen Lösung geführt: Die Gruppe zieht bis Ende April auf die vom Bezirksrat Linden-Limmer vorgeschlagene Fläche an der Badenstedter Straße um.

Ehemaliger Betriebshof wird neues Zuhause

Da der Vorstand des benachbarten Kleingartenvereins beim derzeitigen Wohnwagencamp Am Ihlpohl dieses auf Dauer entschieden ablehnte, kam beim Runden Tisch eine Ersatzfläche an der Badenstedter Straße ins Gespräch. Einen Tag später, am 10. April, beschloss der Bezirksrat Linden-Limmer mehrheitlich, den jungen Leuten diese Fläche eines inzwischen aufgegebenen ehemaligen Betriebshofes des städtischen Grünflächenbereiches vorzuschlagen, welche von der Stadtverwaltung zurzeit nur sehr wenig genutzt wird. Die Fläche ist aus Sicht des Bezirksrates deshalb gut geeignet, weil es dort keine Wohnbebauung in der Nachbarschaft gibt. Die Fläche liegt im Dreieck zwischen dem Lindener Bergfriedhof, Gewerbebetrieben an der Badenstedter Straße und dem botanischen Schulgarten. Sie ist komplett eingezäunt, sodass es auch keine Probleme mit den Hunden der Bauwagen-Gruppe geben dürfte.

Fünf Vereinbarungen

Bei einem Treffen der rund ein Dutzend Bauwägler am Dienstag (16. April) mit Hans Mönninghoff vor Ort sind folgende Vereinbarungen getroffen worden:

  • Die Gruppe zieht mit ihren Wohnwagen bis Ende April auf die neue Fläche um.
  • Sie verpflichtet sich vertraglich, die Fläche spätestens nach drei Jahren wieder zu räumen und bis dahin auf eine selbst gesuchte, langfristig nutzbare Privatfläche zu wechseln. Der städtische Grünflächenbereich muss frühestens in drei Jahren auf dieser Fläche ein neues Zwischenlagerkonzept für recycelbare Baumschnitt- und Laubmengen verwirklichen.
  • Für die 2.000 m² große Fläche zahlen die Bauwägler ein Nutzungsgeld in Höhe von einem Euro pro m² und Jahr (Zum Vergleich: Der Bezirksverband der Kleingärtner zahlt für städtische Pachtflächen rund 33 Cent/m²).
  • Zudem verpflichten sie sich, zu dem unter Denkmalschutz stehenden Lindener Bergfriedhof hin einen optisch ansprechenden Sichtschutz anzulegen.
  • Um die nur vorübergehende Nutzung der Fläche zu unterstreichen, verzichten die Bauwägler vollständig auf feste Gebäude. Trinkwasser und Strom können über einen Zwischenzähler vom botanischen Schulgarten bezogen werden. Statt eines Abwasseranschlusses wird die Entsorgung über eine Komposttoilette geregelt.

Gespräche statt Räumung

"Der Weg der Stadtverwaltung, in Gesprächen eine Lösung zu finden, statt vorschnell auf eine gewaltsame Räumung zu setzen, hat sich bewährt", fasst Hans Mönninghoff die Einigung zusammen.
Die Fläche an der Badenstedter Straße liegt auf einer ehemaligen Tongrube, wo vor mehr als hundert Jahren u.a. auch einige schwermetallhaltige Abfälle vergraben wurden. Nach Untersuchungen für den benachbarten botanischen Schulgarten geht von der Altlast allerdings keine Gefährdung aus. Einzige Einschränkung: Gartenbau darf nur auf neu angelegten Hochbeeten betrieben werden.