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Ratgeber

Bilanz 2012

Die Vielfalt der Lesewelten

Die Stadtbibliothek Hannover konnte 2012 mehr als vier Millionen Entleihungen verzeichnen und liegt damit auf konstant hohem Niveau.

Stadtbibliothek Hannover © Landeshauptstadt Hannover

Stadtbibliothek Hannover an der Hildesheimer Straße

Insgesamt war die Stadtbiblio-thek Hannover auch 2012 ein Besuchermagnet: Mit 1,5 Millionen Besuchen liegen die Zahlen nur leicht unter den Vorjahresergebnissen (2011: 1,51 Millionen Besuche). Ein Grund für den leichten Rückgang war die temporäre Schließung von Stadtteilbibliotheken im Zusammenhang mit der Umrüstung auf Selbstverbuchung. Die Stadtteilbibliotheken hatten in der Summe 750 Stunden, das heißt rund 26 Wochen weniger geöffnet als im Jahr zuvor. 55.930 Personen haben ihre Bibliothekskarte aktiv genutzt, um ein Medium auszuleihen (2011: 58.662).
Bis Ende 2012 waren in zwölf Stadtteilbibliotheken (außer Roderbruch, Kronsberg, Linden, Oststadt und Mühlenberg) Selbstverbuchungsautomaten installiert.
Festzustellen ist, dass sich die Bibliotheksnutzung kontinuierlich ändert. So steigt die Nachfrage nach e-Books, für deren Ausleihe kein Bibliotheksbesuch nötig ist. Die Nachfrage nach Belletristik und Kinder- und Jugendliteratur ist gleichbleibend groß, doch die Nachfrage nach Sachliteratur nimmt ab. Schülerhilfen, vor Jahren Ausleihrenner, werden kaum noch entliehen. Die SchülerInnen versorgen sich mehr und mehr mit Sachinformationen direkt aus dem Internet.

Medienbestand

Knapp 80.000 neue Medien konnten 2012 neu angeschafft werden und mehr als 110.000 veraltete oder verschlissene wurden ausgesondert. Stark nachgefragt werden bei den Erwachsenen Krimis, aber auch Mode-, Wohn- oder Testzeitschriften und Nachrichtenmagazine, medizinische und auch Steuerratgeber. Gern ausgeliehen werden auch Bücher von oder über Menschen, die aus dem Fernsehen bekannt sind, sowie Philosophiebücher. Bei den Jugendlichen liegen Graphic Novels voll im Trend. Im Bereich der Musik-CDs gehen alle Scheiben gut, die in den Charts vertreten sind, und es gibt eine starke Nachfrage nach deutschsprachiger Musik.
Im Bereich der Kinderliteratur ist der hannoversche Autor und Zeichner Ingo Siegner mit seinen verschiedenen „Drache-Kokosnuss-Büchern“ der absolute Ausleihrenner, gefolgt von Jeff Kinneys „Greg“-Titeln. Stark ist auch die Nachfrage nach Kinder-DVDs.

Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche

Zugenommen hat die Nutzung der Stadtbibliotheken als Arbeits- und Lernorte besonders durch Jugendliche. Aus-gestattet mit Laptop oder anderen Internet fähigen Geräten schätzen Einzelne oder Schülergruppen die ruhige Arbeitsatmosphäre in den Bibliotheksräumen sowie die Infrastruktur (WLAN und Nachschla-gewerke).
Gut genutzt werden auch weiterhin die öffentlichen Internet-Plätze in allen Einrichtungen, die kostenlos allen BesucherInnen - oft allerdings nur nach Voranmeldung - zur Verfügung stehen.
Technische Ausstattung und ein gutes Medienangebot sind kein Selbstzweck: Die Stadtbibliothek Hannover investiert, um auch künftig ein attraktiver Ort zum Lernen, Lesen und Informieren zu bleiben. Dieses gerade auch Eltern und ihren Kindern zu vermitteln, ist eine kontinuierliche Aufgabe.
Für die ganz Kleinen gibt es hier besondere Vermittlungsformate, wie den Bilderbuch-Sonntag oder die mit 1.000 Erwachsenen und 930 Kindern sehr erfolgreiche Reihe „Babys in der Bibliothek“, aber auch Bibliotheksbesuche für Kita-Gruppen und die beliebten Bilderbuchkinos. Spätestens zum Schulbeginn sollten alle Kinder und ihre Eltern die Stadtbibliothek Hannover kennenlernen. Daher besuchen die BibliotheksmitarbeiterInnen alle ersten Klassen in Hannover, verschenken dort an mehr als 4.300 SchülerInnen ein Buch und laden zum Bibliotheksbesuch ein.
Die Kontaktarbeit mit den Schulen wird traditionell sehr groß geschrieben. Biblio-thekseinführungen sollen Lesefreude wecken sowie Lese- und Medienkompetenz fördern. Die Freunde der Stadtbibliothek Hannover e.V. unterstützen diese Aktivitäten vielfältig, unter anderem zeichnen sie jedes Jahr gelungene Kooperationen zwischen hannoverschen Bibliotheken und Schulen aus – 2012 fand die Zusammenarbeit von IGS Kronsberg und Stadtbibliothek Kronsberg besondere Anerkennung. Die Stadtbibliothek Hannover unterstützt die Schulen beziehungsweise die LehrerInnen, indem sie im Grundschul- und im Bereich der weiterführenden Schulen geeignete Medien für den Unterricht zur Verfügung stellt.
Neben der durch die Stadtbibliothek betreuten Jugendbuchausstellung, die jährlich Anfang November stattfindet und danach in verschiedenen Schulen gezeigt wird, und der Beteiligung am bundesweiten Vorlesetag bietet die Stadtbibliothek einen Sommerleseclub für 250 Kinder und Jugendliche an.
Im Projekt Lesementoring unterstützen 150 Jugendliche als LesementorInnen circa 550 GrundschülerInnen bei der Verbesserung ihrer Lesekompetenz. Dieses Angebot erfolgt inzwischen auch im Rahmen der Nachmittagsangebote der offenen Ganztagsgrundschule.
Mit zunehmendem Alter geht es bei der Zusammenarbeit mit Schulen um die Vermittlung von Informationskompetenz, um das Recherchieren und Bewerten von Informationen, bis hin zur Hilfestellung beim Erstellen von Facharbeiten. Doch, wie ein Projekt mit der Wilhelm-Raabe-Schule gezeigt hat, auch Leseinteresse lässt sich durch innovative Formate, wie den Book-Slam, bei Jugendlichen neu wecken.

Angebote für Erwachsene

Lebenslanges Lernen endet nicht mit der Ausbildung. Auch Erwachsene müssen immer wieder neu angesprochen und begeistert werden. Gelungen ist das mit der im April 2012 begonnenen Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ (gemeinsam mit den Freunden der Stadtbibliothek Hannover e.V.), die einmal im Monat rund 50 BesucherInnen in die Stadtbibliothek lockt und Schätze aus den historischen Samm-lungen der Bibliothek vorstellt, und mit der Vortragsreihe von Hanjo Kesting „Erfahren, woher wir kommen“ zu den Grundschriften der europäischen Literatur (gemeinsam mit der Goethe-Gesellschaft Hannover).
Kooperationen, das ist deutlich geworden, sind für den Erfolg der Arbeit der Stadtbibliothek wichtig. Und es ist eine Verpflichtung, als professionell arbeitende Einrichtung, andere, weniger gut ausgestattete Bibliotheken in Hannover durch Rat und Tat zu unterstützen. Die Internationale Bibliothek Hannover ist ein Zusammenschluss von Jüdischer Bibliothek, Hannah-Arendt-Bibliothek und Iranischer Bibliothek in der Nordstadt, der seine Bestände mit Unterstützung der MitarbeiterInnen der Stadtbibliothek ent-sprechend bibliothekarischer Regeln erfasst und in einem virtuellen Katalog sichtbar macht.

Ausblick

Auch für das laufende Jahr hat sich die Stadtbibliothek Hannover viel vorgenommen und wird folgende Projekte umsetzen:

  • Sanierung der seit Weihnachten ge-schlossenen Oststadtbibliothek im Raschplatzpavillon;  Neueröffnung nach den Sommerferien, spätestens Ende 2013.
  • Neueröffnung einer Bibliothek im Lindener Rathaus Mitte 2013.
  • Die Fortführung des Projekts Moderni-sierung der Stadtbibliothek Hannover. In vier Stadtteilbibliotheken wird die Medienausleihe und –rückgabe auf Selbstverbuchung umgestellt: Roderbruch in der IGS, Kronsberg im Krokus, Oststadtbibliothek im Raschplatzpavillon und in der neuen Bibliothek im Lindener Rathaus.
  • Fortsetzung der Planung für die Neueinrichtung einer Stadtteilbibliothek im Neubau der IGS Mühlenberg.
  • Neueinrichtung eines Jugendbereiches sowie eines Kinderbereiches in der Zentralbibliothek, Hildesheimer Straße 12.
  • Fortsetzen der guten Kooperation mit dem Verein der Freunde der Stadtbibliothek bei den Veranstaltungsreihen „Stadtbibliothek aufgeschlossen“, „Musik im Wort“ und „Erfahren, woher wir kommen“.