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Jazz-Musiker

Eintrag ins Goldene Buch: Coco Schumann

Eine der herausragenden deutschen Jazz-Größen war zu Besuch im Neuen Rathaus.

Der Jazz-Musiker Coco Schumann trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein, Bürgermeister Bernd Strauch steht neben ihm © LHH

Unter den Augen von Bürgermeister Bernd Strauch trägt Coco Schumann sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Anlässlich eines Konzerts mit seinem Coco Schumann Quartett weilt der 88-Jährige derzeit in Hannover. Als ausgewiesener Jazz-Anhänger freute sich insbesondere Bürgermeister Bernd Strauch darüber, dass Schumann außerdem die Zeit fand, sich am Mittag des 25. Januar ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Jugend in der NS-Zeit

Geboren 1924 als Heinz Jakob Schumann in Berlin als Sohn einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters lernte „Coco”, wie er bereits als Jugendlicher genannt wurde, in den 1930er Jahren die Musikrichtungen Swing und Jazz kennen und spielte in verschiedenen Bands.

Nach 1933 galten die ursprünglich aus Amerika stammenden Musikrichtungen als „undeutsch“, die Folge waren Verbote und der Ausschluss aus den deutschen Rundfunkprogrammen. Zunächst spielte Coco Schumann in der Berliner Underground-Jazz-Szene weiter seine Musik. 1943 wurde er verhaftet und in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Auch hier fand er einen Weg, seine Musik zu spielen und schloss sich der Gruppe Ghetto-Swingers an, die von der Lagerleitung geduldet und für eigene Unterhaltungs- und Propagandazwecke genutzt wurde.

Revolution durch die E-Gitarre

Coco Schumann überlebte die Qualen in den Ghettos und Lagern Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Kaufering, einem Nebenlager von Dachau, und wurde im April 1945 auf einem Todesmarsch von den Alliierten befreit. In der Nachkriegszeit revolutionierte er die Jazz-Szene durch den Einsatz einer modifizierten elektrischen Jazzgitarre und knüpfte schnell an alte Erfolge an.

Er wanderte 1950 zunächst nach Australien aus, kehrte aber vier Jahre später nach Deutschland zurück. In den 1990er Jahren besann er sich schließlich auf seine Wurzeln im Jazz und Swing und gründete das Coco Schumann Quartett. 1997 erschien seine Autobiographie „Der Ghetto-Swinger“. Über sich selbst sagt er: „Ich bin ein Musiker, der im KZ gesessen hat. Kein KZ-ler, der Musik macht“.

Auftritt in Hannover

Das Konzert von Coco Schumann und dem Coco Schumann Quartett am Freitag, 25. Januar, beginnt um 20 Uhr in der Villa Seligmann der Siegmund Seligmann-Stiftung. Veranstalter ist der Jazz Club Hannover in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Bildung und Qualifizierung. Förderer ist die Sparda-Bank Hannover-Stiftung. Das Konzert ist wegen der begrenzten Anzahl der Plätze nicht öffentlich.

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