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Online-Umfrage

Ergebnisse des zweiten Bürger-Panels

Das Bildungsangebot der Stadt findet eine hohe Zustimmung: Das ist das Ergebnis des Bürger-Panels zum Thema "Außerschulische Bildung".

Blockflöten-Unterricht der Musikschule © Musikschule Hannover

Die Musikschule wird vor allem von Eltern und/oder ihren Kindern genutzt

Das breite Bildungsangebot der Stadt außerhalb von Schulen stößt in Hannover auf hohe Zufriedenheit. Museen, Stadtbibliotheken, Volkshochschule, Musikschule und Senioreneinrichtungen sind überwiegend bekannt und treffen mit ihren Angeboten in allen Altersgruppen grundsätzlich auf gute Zustimmung. Zugleich ergab die zweite Online-Befragung des im vorigen Jahr gestarteten Bürger-Panels zahlreiche Anregungen zur künftigen Entwicklung des außerschulischen Bildungsangebotes und der Kundenkommunikation.

Angebote entsprechen den Interessen

"Wir treffen mit vielen Angeboten die Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Die Prioritätensetzung in der außerschulischen Bildung stimmt. Unsere Einrichtungen haben einen guten Ruf. Das ist eine gute Basis für die weitere Entwicklung unserer Angebote. Allerdings gibt die Umfrage bei näherer Betrachtung der Ergebnisse auch wichtige Hinweise für die Entwicklung oder Verstärkung von Angeboten in einzelnen Themenfeldern, ebenso bei der Kundenkommunikation", fasst Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Die Befragung des Bürger-Panels ergänze damit die Kundenbefragungen sowie die Besucherstatistiken der Bildungseinrichtungen. Beteiligt haben sich gut zwei Drittel der rund 2.800 Mitglieder des Bürger-Panels beteiligt, davon die überwiegende Mehrheit online.

Kurz-Zusammenfassung der Ergebnisse

Hohe Bekanntheit und Zufriedenheit

  • Der Bekanntheitsgrad aller hannoverschen Bildungseinrichtungen ist sehr hoch. Er liegt je nach Einrichtung zwischen 89 und 99%
  • Die Museen sind die bekanntesten städtischen Bildungseinrichtungen. Das Historische Museum wurde von 83 %, das Sprengel Museum von 76% und das Museum August Kestner von 68% der Befragten schon einmal besucht
  • Ebenfalls häufig werden die Stadtteilbibliotheken genutzt (59% der Befragten), gefolgt von der Volkshochschule (51%), den Stadtteilkultureinrichtungen (Kultur- und Stadtteiltreffs (48%), Freizeitheime (45%)) und der Stadtbibliothek Hildesheimer Straße
  • Die Nutzung aller Bildungseinrichtungen steigt mit dem Alter deutlich an. Die Altersgruppe der über 64-Jährigen nutzt fast alle städtischen Bildungseinrichtungen am stärksten
  • Eine Ausnahme hiervon bilden die Stadtbibliotheken, diese werden am häufigsten von der Altersgruppe unter 25 Jahren besucht
  • Bei den Stadtteilbibliotheken und der Musikschule ist auch die Nutzung durch Eltern und/oder ihre Kinder bis 17 Jahren höher als im Durchschnitt
  • Auch die Zufriedenheit ist bei den Museen (Historisches und Sprengel) mit über 70 % am höchsten (75% bzw. 74% mindestens zufrieden), gefolgt von einer Zufriedenheit über 60% mit den Stadtbibliotheken (68 bzw. 67%), dem Museum August Kestner (63%), der Volkshochschule und der Musikschule (beide 60%)
  • 20% der Befragten geben an, dass sie im Falle von Veränderungen, z.B. veränderte Angebote, niedrigere Eintrittspreise und erweiterte Öffnungszeiten, bestimmte Bildungseinrichtungen häufiger nutzen würden
  • Je häufiger eine Bildungseinrichtung genutzt wird, desto zufriedener sind ihre Nutzer. Die Nicht-Nutzer unter den Befragten geben in der Mehrheit (90%) keine Bewertung für die Zufriedenheit ab

Wichtige Bildungsbereiche und Themen

Gefragt wurde nach der Wichtigkeit spezifischer Themen in fünf ausgewählten Bildungsbereichen: 

  1. Berufliche Weiterbildung
  2. Politische Bildung
  3. Frühkindliche Bildung
  4. Kulturelle Bildung
  5. Soziale und gesundheitliche Bildung

Dabei gab es die Möglichkeit unter "Sonstiges" weitere Themen zu nennen.

  • Alle Bildungsbereiche und die entsprechenden Angebote werden von mindestens 75% der Befragten als wichtig oder sehr wichtig bewertet
  • Am wichtigsten werden Angebote der beruflichen Weiterbildung eingeschätzt. Von Menschen unter 25 Jahren werden sie noch wichtiger eingeschätzt als von den anderen Altersgruppen
  • Nachdem die "Politische Bildung" in der Altersgruppe der 25-44-Jährigen von geringerer Bedeutung ist als bei den Befragten ab 45 Jahren, nimmt sie bei den jungen Menschen unter 25 Jahren jedoch wieder deutlich zu
  • Die Bedeutung der "Kulturellen Bildung" und der "Sozialen und gesundheitlichen Bildung" steigt mit zunehmendem Alter an
  • Alle Bildungsbereiche werden von Frauen wichtiger eingeschätzt als von Männern, vor allem die "Kulturelle Bildung" sowie die "Soziale und gesundheitlichen Bildung" finden Frauen signifikant wichtiger als Männer
  • Innerhalb der beruflichen Weiterbildung werden die Fremdsprachen am wichtigsten beurteilt. Hierbei gibt es Einigkeit bei den Altersgruppen. Darüber hinaus sind den Befragten unter 25 Jahren "Deutschkurse" und die Möglichkeiten zum "Nachholen von Schulabschlüssen" besonders wichtig
  • Die Themenbereiche "Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", "Umweltbildung" und "Sozialrechtliche Themen" finden innerhalb der "Politischen Bildung" das größte Interesse. Etwas geringer ausgeprägt ist bei den Befragten das Interesse für "Europa-Themen"
  • Hinsichtlich der "Frühkindlichen Bildung" halten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürger-Panels "Sprachbildung" sowie "Bewegung und Gesundheit" für besonders bedeutsam
  • Mit Ausnahme der "Sprach-" und der "Elternbildung" sind alle Themen der "Frühkindlichen Bildung" Eltern wichtiger als Nicht-Eltern. "Elternbildung" finden Nicht-Eltern dagegen wichtiger als Eltern
  • Innerhalb der "Kulturellen Bildung" werden der Erwerb von "Lesekompetenz" und "Medienkompetenz" am wichtigsten bewertet
  • Fast alle Themenfelder der "Kulturellen Bildung" haben für Eltern eine höhere Bedeutung als für Nicht-Eltern, besonders gilt dies für Musik, Bewegung und Tanz
  • Innerhalb der "Sozialen und gesundheitlichen Bildung" sind "Prävention und Gesundheitsförderung" sowie die "Förderung von Zivilcourage" die wichtigsten Themenbereiche
  • "Interkulturelle Bildung" und "Kompetenz" wird bei allen "Sonstigen Angaben" genannt und findet sich als Querschnittsthema bei allen Bildungsbereichen wieder
Die kompletten Ergebnisse stehen als PDF-Download am Ende dieser Seite bereit.

Detail-Auswertung der Einrichtungen

Ziel ist nach den Worten der Dezernentin nun, die Angebote der Stadt für berufliche, politische, kulturelle, frühkindliche, gesundheitliche oder soziale Bildung noch bekannter zu machen, damit diese noch stärker genutzt werden. Die Umfrageergebnisse werden in den nächsten Monaten von den einzelnen Bildungseinrichtungen noch näher im Detail ausgewertet (insbesondere nach Altersgruppen). Drevermann: "Wir haben wertvolle Hinweise und Anregungen bekommen." Geprüft werde jetzt, wie sich die Information über die Angebote, aber auch beispielsweise über ermäßigten oder kostenfreien Eintritt in Museen am Freitag noch verbessern ließen. Ebenso sollen Möglichkeiten für konkrete Kritik und Anregungen ausgebaut werden. In den Einrichtungen soll auch geprüft werden, ob und in welchem Umfang veränderte Öffnungszeiten sinnvoll und machbar erscheinen.

Wichtige Themen: Weiterbildung, Politische Bildung und Zivilcourage

Bei der Frage nach der Wichtigkeit von Themen für die außerschulische Bildung sind zahlreiche Schwerpunkte des städtischen Angebots in ihrer Bedeutung bestätigt worden, wie insbesondere die "Berufliche Weiterbildung". Erfreulich ist auch, dass die "Politische Bildung" überwiegend als wichtig angesehen wird, ebenso die Förderung der "Zivilcourage". Ein Bereich, der im Angebot der Umfrage zufolge noch erweitert werden kann, sind angesichts des rasanten Wandels bei den Neuen Medien (Internet, Facebook, Twitter) Bildungsangebote zum Umgang mit Medien ("Medienkompetenz"). Unter "Sonstiges" gaben die Befragten überwiegend das Thema "Interkulturelle Bildung" an.

Senioren sind sehr aktiv

Die Seniorinnen und Senioren sind bei der Nutzung der außerschulischen Bildung in den Bildungseinrichtungen insgesamt über fast alle Einrichtungen am aktivsten. Die Bildungsangebote der speziellen Senioreneinrichtungen werden seltener genutzt. Hier handelt es sich um Angebote speziell für ältere Menschen, die für jüngere Altersgruppen (noch) nicht so von Bedeutung sind. Der Zuspruch der Bildungsangebote in Senioreneinrichtungen ist jedoch sehr gut. Die Detailergebnisse der Umfrage, insbesondere die Bewertung von Bildungsthemen, werden nun gezielt auf die Interessen der älteren Befragten ausgewertet.

Erneut guter Rücklauf – Hoher Online-Anteil

Von den 2.850 Einwohnerinnen und Einwohnern ab 18 Jahren, die sich 2012 bereit erklärt hatten am Bürger-Panel teilzunehmen, konnten im Juni 2013 für die zweite Befragung noch insgesamt 2.790 Personen erneut angeschrieben werden. Die Befragung zum Thema "Außerschulische Bildung in den Bildungseinrichtungen der Landeshauptstadt Hannover" lief vom 29. Mai bis zum 10. Juni 2013. Der Rücklauf betrug nach Angaben von Harald Härke, Fachbereichsleiter Steuerung, Personal und Zentrale Dienste, mit 1.888 beantworteten Fragebögen 67 Prozent. Die Beteiligung lag damit etwas unter der hohen Quote der ersten Befragung im vorigen Herbst. Von den Fragebögen wurden 78 Prozent online und 22 Prozent per Post beantwortet.

Die Ergebnisse sind der Bewertung durch das Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) in Speyer zufolge repräsentativ. Das FÖV begleitet das Bürger-Panel der Landeshauptstadt als wissenschaftlicher Partner und hat erneut die statistische Auswertung vorgenommen. Die inhaltliche Bewertung erfolgt seitens der Landeshauptstadt.