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"Frühe Hilfen"

Familienhebammen-Zentrum eröffnet

In Hannovers Innenstadt gibt es ab sofort eine Anlaufstelle für werdende und junge Eltern, um sie bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen.

Gabi Bauer und Thomas Walter © FHZ/Marina Seidel

Gabi Bauer als Schirmherrin der Stiftung "Eine Chance für Kinder" und Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter eröffneten das Zentrum

Mit der Eröffnung des neuen Familienhebammen-Zentrums in der Kurt-Schumacher-Straße bündelt und erweitert die Stadt Hannover in Kooperation mit der hannoverschen Stiftung "Eine Chance für Kinder" das Angebot "Frühe Hilfen" des Kinderschutzes.

Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter, hat am 29. August gemeinsam mit der Schirmherrin der Stiftung, ARD-Journalistin Gabi Bauer, den offiziellen Startschuss für das "Familienhebammen-Zentrum (FHZ)" gegeben, das von der Stiftung aufgebaut und geleitet werden soll. Mit seiner besonderen Angebotsstruktur ist es eines der ersten bundesweit.

"Mit dem Familienhebammen-Zentrum trägt die Landeshauptstadt Hannover dazu bei, im Sinne des Bundeskinderschutzgesetzes jungen Müttern und Vätern sowie schwangeren Frauen und werdenden Vätern Unterstützung bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder durch ein möglichst frühzeitiges, koordiniertes und multiprofessionelles Angebot vor allem in den ersten Lebensjahren zu geben", erläuterte Walter und betonte: "Der Fachbereich Jugend und Familie setzt damit die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stiftung 'Eine Chance für Kinder' beim Einsatz von Familienhebammen fort."

Früh helfen – wirksam schützen

"Wer Kinder vor Armut, Vernachlässigung oder Gewalt schützen will, muss früh anfangen – am besten schon vor der Geburt", meinte die renommierte "Nachtmagazin"-Moderatorin Bauer, die sich im Dienst der Stiftung für die Prävention von Kindesvernachlässigung und -misshandlung stark macht.

"Wir freuen uns sehr, dass die Stadt uns mit dem Aufbau und der Leitung des Zentrums für diese niedrigschwelligen Frühe Hilfen im Interesse des Kinderschutzes betraut hat. Mütter und Väter müssen besonders in den Anfängen der sensiblen Familiengründungsphase umfassend unterstützt werden, damit sie eine enge und stabile Bindung zu ihren Kindern aufbauen, die für die Entwicklung jedes einzelnen Kindes entscheidend ist", sagte Professor Dr. Adolf Windorfer, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung "Eine Chance für Kinder".

Die Stiftung qualifiziert seit über zehn Jahren Familienhebammen für die aufsuchende, umfassende Betreuung von werdenden Müttern, von Paaren und Familien mit Säuglingen und Neugeborenen in schwierigen psycho-sozialen Lebenssituationen und ist Trägerin sowie Koordinatorin für deren Einsatz in mehreren niedersächsischen Kommunen (siehe auch www.eine-chance-fuer-kinder.de).

FHZ bündelt und ergänzt Frühe Hilfen

Das neue Zentrum befindet sich in an einem zentralen, innerstädtischen Standort: In der Kurt-Schumacher-Straße 29 (gegenüber vom FamilienServiceBüro der Stadt) werden medizinische und psychosoziale Hilfen so miteinander verknüpft und ergänzt, dass auch Familien mit einem Migrationshintergrund sowie junge Familien mit besonderen Belastungen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu sämtlichen Frühen Hilfen erhalten. Geleitet wird das Zentrum von Birgit Rückheim (Diplom-Sozialpädagogin) und Brigitte Bolte (Familienhebamme).

Eltern bekommen im FHZ Antworten auf alle Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr ihrer Kinder. Durch die Teilnahme an Beratungs-, Unterstützungs- und Kursangeboten, offenen Sprechstunden, Mütter- und Vätergruppen, Elterncafé, Kurse zur kindlichen Entwicklung und Gesundheit, Familienfreizeiten wird ihre Elternkompetenz gestärkt.

Die Familienhebammen sind ein wichtiges Bindeglied für das seit Jahren in Stadt und Region intensiv ausgebaute Netzwerk zur Förderung Früher Hilfen. Weitere Berufsgruppen und Einrichtungen werden dabei einbezogen. Dazu gehören unter anderem die Schwangerschaftsberatungsstellen und Geburtskliniken, Hebammen, Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger, Kinderärztinnen und -ärzte, Gynäkologinnen und Gynäkologen und Psychologinnen und Psychologen. Der Schwerpunkt des Netzwerks liegt auf den Lebensphasen Schwangerschaft, Geburt und Kleinkindalter.

Fördermittel vom Bund

Mit dem 2012 in Kraft getretenen "Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen" (Bundeskinderschutzgesetz) wird die Absicht verfolgt, das System Früher Hilfen zu verstetigen. Dabei werden folgende Schwerpunkte gesetzt: Information von Eltern über Leistungsangebote zur Beratung und Hilfe in Fragen der Schwangerschaft, der Geburt und der Entwicklung des Kindes in den ersten Lebensjahren, Schaffung flächendeckender, verbindlicher Netzwerkstrukturen der Zusammenarbeit im Kinderschutz unter anderem durch Festlegung von Grundsätzen der Zusammenarbeit in entsprechenden Vereinbarungen. Bis 2015 stehen dafür Mittel aus einer entsprechenden Bundesinitiative in Höhe von insgesamt 177 Millionen Euro zur Verfügung. Für Niedersachsen ergibt sich für das Jahr 2013 eine Summe von rund 3,3 Millionen Euro. Diese wird landesweit in Form einer Grundpauschale in Höhe von 20.000 Euro verteilt. Außerdem werden die verbleibenden Mittel nach dem Schlüssel "50 Prozent nach der Anzahl der unter Dreijährigen und 50 Prozent nach der Anzahl der unter Dreijährigen im SGB II-Bezug" verteilt. Die Landeshauptstadt Hannover erhält für das laufende Jahr 2013 eine Gesamtsumme von 229.844 Euro.

Frühe Hilfen des Kinderschutzes

Die Frühen Hilfen umfassen vielgestaltige Angebote und Maßnahmen des Fachbereiches Jugend und Familie, aber auch eine Vielzahl von Angeboten der Träger der freien Jugend-hilfe und der Wohlfahrtspflege, die einander ergänzen. Sie tragen dazu bei, Risiken für das Wohl und die Entwicklung von Kindern in Hannover frühzeitig wahrzunehmen und durch eine niedrigschwellige Hilfe-Infrastruktur risikohaften Entwicklungen entgegenzuwirken.

Dabei werden Zugänge zu Eltern und Kindern geschaffen, um möglichst früh Unterstützung anbieten zu können. In Hannover gibt es vielfältige Angebote, die sich an alle (werdenden) Eltern mit ihren Kindern richten. Dazu gehören unter anderem Familienhebammen, Familienzentren, Stadtteilmütter, Willkommensbesuche, Eltern-Kind- und Baby-Gruppen, Elternbildung, Gemeinsam Wachsen-Gruppen.

Hinzu kommen Angebote, die sich insbesondere an Familien in Problemlagen wenden. Sie tragen in der Arbeit mit den Familien dazu bei, dass Risiken für das Wohl und die Entwicklung des Kindes frühzeitig wahrgenommen und reduziert werden. Dazu gehören Angebote der Hilfen zur Erziehung sowie der Jugend-, Familien- und Erziehungsberatung. Wenn die Hilfen insgesamt nicht ausreichen, um eine Kindeswohlgefährdung abzuwenden, werden weitere Maßnahmen zum Schutz des Kindes ergriffen. Dazu gehört in erster Linie die Inobhutnahme von gefährdeten Kindern und Jugendlichen.