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Gib mir Acht

Kampagne zur Verkehrssicherheit

Vom 3. bis zum 7. Juni findet in Hannover wieder die Woche der Verkehrssicherheit statt – als Teil der Kampagne "Gib mir Acht".

Fritz Henze (Verkehrswacht Hannover-Stadt), Uwe Bodemann (Stadtbaurat), Reinhard Manlik (ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt), Volker Kluwe (Polizeipräsident Hannover), Roland Tunsch (GUV/LUKN) und Cornelia Behrens (Niedersächsische Landesschulbehörde) © LHH

Präsentierten die Kampagne: Fritz Henze (Verkehrswacht Hannover-Stadt), Uwe Bodemann (Stadtbaurat), Reinhard Manlik (ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt), Volker Kluwe (Polizeipräsident Hannover), Roland Tunsch (GUV/LUKN) und Cornelia Behrens (Niedersächsische Landesschulbehörde)

Ab Anfang Juni setzen die Landeshauptstadt und ihre Kooperationspartner die Kampagne zur Verkehrssicherheit fort und werben mit zahlreichen Aktionen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. So wird die Polizei vom 3. bis zum 5. Juni (Montag bis Mittwoch) verstärkt den Verkehr vor Schulen hinsichtlich Geschwindigkeitsbeschränkungen und Anschnallpflicht überwachen. Zusammen mit weiteren Kooperationspartnern führen die Beamten zudem vielfältige Präventionsaktionen an Schulen durch, um Schülerinnen und Schüler für ihre sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu sensibilisieren. Außerdem kann am 6. und 7. Juni (Donnerstag und Freitag)auf dem Platz am Markte (an der Marktkirche) das richtige Verhalten in ausgewählten Verkehrssituationen geübt werden. Neben den bereits angemeldeten Schulgruppen an den beiden Vormittagen mit insgesamt 650 Kindern der ersten bis sechsten Klassen gibt es am Donnerstagnachmittag auch für Kinder und deren Eltern die Möglichkeit, sich einzeln und unangemeldet zu beteiligen. 

Den begonnenen Weg weitergehen

"Nachdem die Kinderunfallzahlen in den vergangenen zehn Jahren meistens gesunken sind, mussten wir 2012 leider wieder einen Anstieg verzeichnen. Das zeigt uns, dass wir nicht lockerlassen dürfen und unermüdlich und kontinuierlich den begonnen Weg weitergehen müssen. Wir danken unseren sehr engagierten Partnern, die uns auch in diesem Jahr maßgeblich geholfen haben, ein gutes Programm für die Woche der Verkehrssicherheit zusammenzustellen", sagte Stadtbaurat Bodemann bei der Präsentation der Kampagne am 29. Mai.

"Wir müssen Kindern Raum und Hilfestellung geben, sich im Straßenverkehr zurecht zu finden. Gerade sie sind dabei besonderen Gefahren ausgesetzt und bedürfen erhöhter Aufmerksamkeit und Unterstützung aller. Jeder von uns kann mit gutem Beispiel vorangehen und einen wertvollen Beitrag dazu leisten. Aktionen, wie die ‚Woche der Verkehrssicherheit‘ bieten dafür einen tollen ergänzenden Rahmen", betonte Polizeipräsident Volker Kluwe.

Aktionstage an der Marktkirche

Am 6. und 7. Juni an der Marktkirche üben Schülerinnen und Schüler, Geschwindigkeiten von Autos einzuschätzen, und sie trainieren sicheres Radfahren. Auch die Bedeutung des "toten Winkels" sowie das Verhalten an Bushaltestellen und in Bussen sind ein Thema. Ein Fahrradsimulator hilft beim Trainieren des richtigen Verhaltens auf zwei Rädern. Neu in diesem Jahr ist das Exponat "Lass dich sehen", das Kindern die Bedeutung heller und reflektierender Kleidung veranschaulicht.

Broschüren und Plakate

Zur dritten Woche der Verkehrssicherheit sind die Broschüren, die alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer über Gefahren und richtiges Verhalten im Straßenverkehr informieren, überarbeitet worden. Die Broschüren liegen in den Bürgerämtern und in der Stadtverwaltung aus.

Sichtbar wird die Kampagne auch auf Plakaten im Stadtgebiet sowie auf den Heckflächen von Bussen. Auf den Plakaten werden Fragen aufgeworfen, die zum Nachdenken anregen sollen. Ebenfalls überarbeitet wurden die Kinderstadtpläne, die zu Beginn des neuen Schuljahres in gedruckter Form an die Erstklässlerinnen und -klässler verteilt werden.

Sowohl die Broschüren als auch die Kinderstadtpläne stehen als kostenlose Downloads bereit.

Hintergrund

Die Woche der Verkehrssicherheit ist ein Baustein im Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern, das die Stadtverwaltung Ende 2009 vorgestellt hat. Weitere Bestandteile sind verkehrsregelnde und bauliche Maßnahmen, Verkehrserziehung von Kindern und Kfz-Fahrerinnen und -Fahrer (Kinderstadtpläne, Broschüren), Geschwindigkeitsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit. Bislang sind rund 60 Stellen im Straßenraum verändert worden, um das Überqueren von Straßen insbesondere für Kinder einfacher und sicherer zu machen.

Steigende Unfallzahl

In den Jahren 2008 und 2009 verletzten sich in Hannover 197 beziehungsweise 201 Kinder bei Unfällen. Während sich diese Zahl im Jahr 2010 auf 201 und 2012 auf 188 verringerte, stieg sie im Jahr 2012 wieder auf 225 an. Die differenzierte Betrachtung der Unfälle nach Art der Verkehrsteilnahme zeigt für 2012 eine Veränderung in der Verteilung der Unfallarten: In 91 von 225 Fällen verunglückten Kinder als Mitfahrerinnen und -fahrer im Kraftfahrzeug. Das entspricht einem Anteil von rund 40 Prozent (2011: 33,5 Prozent). Ebenfalls absolut und in Relation angestiegen ist die Zahl der Ereignisse, in denen Kinder als Fußgängerinnen und -gänger verunglückten: von 49 auf 70 Fälle (von 26 auf 31 Prozent). Von 76 auf 64 verringert hat sich die Zahl der Kinderunfälle, in denen Kinder auf dem Rad unterwegs waren. Das ist nun ein Anteil von 28 Prozent (2011: 40 Prozent).

Die Kampagne ist eine Aktion der Landeshauptstadt Hannover in enger Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Hannover, dem ADAC, der Verkehrswacht Hannover-Stadt, dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUVH), der Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN), der üstra und der Niedersächsischen Landesschulbehörde.