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Positive Bilanz 2013

Limmerstraße: Maß­nahmen gehen weiter

Vor dem Hintergrund anhaltender Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Geschäftsleuten über ausufernden Alkoholkonsum auf der Limmerstraße in den wärmeren Monaten (so genanntes "Limmern") und seine Folgen hat die Verwaltung von April bis Oktober 2013 zwischen Küchengartenplatz und Kötnerholzweg das "Handlungskonzept Limmerstraße" umgesetzt.

Blick auf einen Teil der Limmerstraße: Mittig die Straßenbahnschienen, im Hintergrund ein Schuhgeschäft, vorne ein Obst- und Gemüsestand © LHH (Bereich Geoinformation)

Die Maßnahmen auf der Limmerstraße sind positiv verlaufen – daher werden sie 2014 fortgesetzt (Archivbild, 2012)

Die Maßnahmen – Straßensozialarbeit, Präsenz eines Sicherheitsdienstes, Modellversuch "Nette Toilette" – waren nach Einschätzung von Verwaltung, Polizei und Karl-Lemmermann-Haus (verantwortlich für Straßensozialarbeit) erfolgreich: Verhärtete Fronten zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen der Straße konnten aufgebrochen werden, die Beschwerden haben abgenommen beziehungsweise wurden von Sozialarbeiterinnen und Sicherheitskräften "aufgefangen". Die Maßnahmen sollen deshalb 2014 fortgeführt werden.

Drei Komponenten

Das "Handlungskonzept Limmerstraße" besteht aus drei Komponenten:

  • Straßensozialarbeit: Mitarbeiterinnen des Karl-Lemmermann-Hauses waren tagsüber als Ansprechpartnerinnen für Alkoholkonsumentinnen und -konsumenten und Anwohnerinnen und Anwohner unterwegs – unter Einbeziehung des Küchengartenplatzes
  • Sicherheitsdienst: Präsenz eines Zweierteams jeweils in den Abend- und Nachtstunden an den Wochenenden und vor Feiertagen
  • Modellversuch "Nette Toilette" mit Gastronomen im Bereich der Limmerstraße

Straßensozialarbeit

Für die Straßensozialarbeit wurden vom Karl-Lemmermann-Haus zwei berufserfahrene Sozialarbeiterinnen an durchschnittlich zehn Stunden pro Woche eingesetzt. Die Einsätze wurden begünstigt durch die Nähe zur Tageswohnung "Treffpunkt" des Karl-Lemmermann-Hauses im Kötnerholzweg. Ab April 2013 fanden montags bis freitags in der Zeit zwischen 12 Uhr und 20 Uhr regelmäßig Besuche in der Limmerstraße und auf dem Küchengartenplatz statt.

Ziel der Sozialarbeit war es vor allem, zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu vermitteln, auffälliges oder "störendes" Verhalten und Einstellungen mit Beteiligten zu reflektieren. Im Einzelfall sollte Hilfebedürftigen notwendige soziale Unterstützung vermittelt werden. Nach Mitteilung des Karl-Lemmermann-Hauses wurden in den Gesprächssituationen 80 Mal Problembewusstsein, Einstellungen und Verständnis – für eigenes Verhalten und Haltungen – reflektiert, 22 Mal ging es um "Verhaltensregeln" und in 78 Gesprächssituationen ging es um das Anbieten und Vermitteln sozialer Hilfen.

Die Maßnahmen haben Erfolg gezeigt: Durch den Dialog mit allen auf der Straße vertretenen Interessengruppen, aber auch durch Aufklärung und Vermittlung von Verständnis für das Verhalten auffälliger Personen, ist es offensichtlich gelungen, das Zusammenleben und den Aufenthalt von Anwohnerinnen und Anwohnern und Geschäftsleuten der Limmerstraße einerseits und "Nutzerinnen und Nutzern" der Straße andererseits sozialverträglicher zu gestalten.

Auf der Limmerstraße und dem Küchengartenplatz werden 2013 / 2014 auch in den Wintermonaten "Streetworkerinnen" präsent sein. Da soziale Notlagen im Winter zwar weniger sichtbar und weniger "störend" sind, sich aber für die Betroffenen häufig gravierender als in den Sommermonaten auswirken, wird bis März eine im Umfang reduzierte Betreuung der Personen, die sich auf der Straße aufhalten und sozialer Hilfe bedürfen, erfolgen. Damit können soziale Problematiken gegebenenfalls präventiv aufgefangen werden. Daran schließt sich ab April 2014 eine Fortsetzung der Maßnahmen der Straßensozialarbeit über die Sommermonate auf der Limmerstraße und auf dem Küchengartenplatz an.

Sicherheitsdienst

Zur Entspannung der Situation haben die Einsätze des Sicherheitsdienstes beigetragen. Die von der Stadt geforderte Bekleidung – zur Dienstjacke lediglich blaue Jeans – hat sich bewährt: Das Sicherheitspersonal ist erkennbar, wirkt aber nicht "martialisch". Die Mitarbeiter haben sich an die ungewohnte "Uniform" gewöhnt, ebenso an die Situation, kein Hausrecht wie beim Objektschutz ausüben zu können. Sie mussten ein hohes Maß an sozialer Kompetenz entwickeln und ihren Arbeitsauftrag entsprechend ausgestalten.

Nach anfänglichen Vorbehalten wurde den eingesetzten Sicherheitskräften sehr bald ein sensibles, situationsangemessenes Auftreten bescheinigt.

Die zunächst an Wochenenden für die Zeit von 18 Uhr bis 2 Uhr vereinbarten Einsätze wurden in Anbetracht der "Publikumsentwicklung" auf die Zeit von 20 Uhr bis 4 Uhr verschoben. Zudem wurde der Küchengartenplatz verstärkt in Kontrollen mit einbezogen. Die Polizei hat bescheinigt, dass sich die Situation in der Limmerstraße und im Umfeld durch den Einsatz des Sicherheitsdienstes beruhigt hat. Diese Entwicklung zeigt, dass bereits soziale Kontrolle allein zu Verhaltensänderungen führen kann. Informationen zur Arbeit des Sicherheitsdienstes sind online abrufbar:

Für die Zeit von April bis Ende Oktober 2014 soll erneut ein vergleichbarer Vertrag mit einem Sicherheitsdienst geschlossen werden.

"Nette Toilette"

Der Modellversuch "Nette Toilette" wird zunächst bis Oktober 2014 fortgeführt; derzeit wirken vier Gastronomen mit. Nach der Saison 2014 erfolgt eine Auswertung des Modellversuchs.