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Blausternchen

Pflanzaktion auf dem Gartenfriedhof

Im kommenden Jahr soll der Gartenfriedhof bereits im März leuchtend erstrahlen. Deshalb haben Initiative Renaissance Gartenfriedhof e.V. und der städtische Fachbereich Umwelt und Stadtgrün am 29. Oktober in einer Gemeinschaftsaktion 2.000 weiß blühende Blausternchen (Scilla sibirica 'Alba') gepflanzt.

Dieter Zinßer pflanzt eine Blumenzwiebel auf dem Gartenfriedhof © LHH

Dieter Zinßer  ist Vorstandsvorsitzender beim Renaissance Gartenfriedhof e.V.

Die auf dem Lindener Bergfriedhof blau blühenden bekannten Scillablumen werden auf dem Gartenfriedhof in einer weißen Variante verwendet. Sie ergänzen so die in den vergangenen Jahren gepflanzten weißen Triandus-Narzissen der Sorte Thalia, die ebenso wie die Scilla verwildern und sich dann stetig ausbreiten.

Historisch belegte Pflanzung

Weiße Blüten auf dem Gartenfriedhof gab es auch schon 1929, wie im "Turmwächter der Gartenkirche" (Zeitschrift der Gartenkirchengemeinde) beschrieben ist: "...Kaum ist die weiße Decke, die der Winter über den Friedhof ausgebreitet hatte, abgeschüttelt, dann schmückt sich wieder Baum und Strauch mit neuem saftigem Grün und Maßliebchen bedecken den Rasen so stark, als wollten sie uns zur Maienzeit eine winterliche Schneedecke vortäuschen."

Dieser frühe Blütenflor soll in den kommenden Jahren weiter ergänzt werden. Die Initiative Renaissance Gartenfriedhof e.V. wird dafür Ende Mai 2014 gemeinsam mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün die nächste Bestellung aufgeben. Spenden dafür nimmt der Verein bereits jetzt entgegen.

Hintergrund

Der Gartenfriedhof in Hannover wurde 1741, acht Jahre vor dem Bau der ersten Gartenkirche, angelegt. Friedhof und Kirche wurden nach der hier außerhalb der Stadt vor dem Aegidientor ansässigen Gartengemeinde benannt. Der Friedhof wurde 1864 bereits wieder geschlossen. Er ist heute ein mitten in der Innenstadt Hannovers gelegener Park und ein geschichtliches Kleinod durch seine Vielzahl klassizistischer Grabdenkmäler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. So sind etwa die Gräber von Charlotte Kestner, Urbild von Goethes "Lotte" aus dem "Werther", der Astronomin Caroline Herschel und des Malers Johann Heinrich Ramberg hier zu finden.

Die im September 2011 gegründete Initiative Renaissance Gartenfriedhof e.V. sieht ihre Aufgabe darin, die stadtgeschichtliche, kunsthistorische und gartenarchitektonische Bedeutung des Gartenfriedhofs in Hannover wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. In Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover will sie durch die Vermittlung von Patenschaften für einzelnen Grabstätten eine Aufwertung der denkmalgeschützten Anlage erreichen, die der historischen Bedeutung und Würde dieses Ortes gerecht wird.