Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Sprengel Museum Hannover

Fortschritte beim Erweiterungsbau

Über die aktuellen Baufortschritte rund um den Erweiterungsbau des Sprengel Museums Hannover hat die Landeshauptstadt Hannover (LHH) gemeinsam mit dem Architekten Markus Peter von Meili und Peter Architekten, Zürich, am 15. April die Presse informiert.

Marlis Drevermann, Markus Peter und Dr. Reinhard Spieler vor einem anthrazit-farbenen Probeblock der künftigen Fassade des Erweiterungsbaus des Sprengel Museums Hannover © LHH

Kulturdezernentin Marlis Drevermann, Architekt Markus Peter und Museumsdirektor Dr. Reinhard Spieler (v.l.) vor einem teilweise fertig bearbeiteten Fassadenprobeblock

Mittlerweile ist das Obergeschoss des Erweiterungsbaus durch eine Fassade aus Stahlbeton eingefasst. Die Fassade entsteht entlang der Gebäudelängsseiten als zweischalige kerngedämmte Konstruktion. Sie wird in sogenannten Betonierabschnitten von bis zu 18 Metern Länge und zirka 3,5 Metern Höhe hergestellt.

Die Oberfläche der Fassade weist reliefartige Vor- und Rücksprünge auf, die durch unterschiedliche Wanddicken (25, 36 und 47 Zentimeter) entstehen. Die gestalterisch angestrebte Erscheinung "eines Werkstücks" wird durch die Entwicklung einer Ortsbetonkonstruktion realisiert. Die Betonoberflächen werden teilweise und mit unterschiedlichen Techniken handwerklich nachbearbeitet.

Die Eigenlast der Fassade wird punktweise auf Gleitlagern in die Querwände der Ausstellungsräume abgetragen. Diese punktweisen Ankerkonstruktionen verfügen in den tangentialen Richtungen über entsprechende Freiheitsgrade. Sie werden in drei Höhenlagen (oben, Mitte, unten) angeordnet.

Entstehung von "tanzenden Räumen"

Der Erweiterungsbau des Museums der Klassischen Moderne und – künftig – des Norddeutschen Zentrums für Fotografie vollendet den fehlenden Museumsrundgang mit zehn "tanzenden Räumen". Die Räume besitzen unterschiedliche Größen und unterschiedliche Höhen von 4,80 Metern, 5,10 Metern und 5,70 Metern. Sie werden durch die Oberlichter mit Tageslicht versorgt, das durch die Lichtdecke einfällt. Durch eine automatische Steuerung des oberhalb der Lichtdecke angeordneten Kunstlichts wird sichergestellt, dass immer ein gleichmäßiges Lichtniveau in den Räumen besteht. Eine Klimaanlage hält Temperatur und Luftfeuchte in einem stetig konstanten Niveau mit sehr geringen Schwankungsamplituden.

Der Neubau entsteht auf der Süd-Ostseite des derzeitigen Museumsgebäudes auf zirka 5.300 Quadratmetern mit insgesamt rund 1.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Mit der Erweiterung des Museums werden die Bedingungen geschaffen, die Sammlungs- und Ausstellungsarbeit auf internationalem Niveau fortzusetzen und auszubauen.

Der Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover des Schweizer Architekturbüros Meili Peter Architekten hat ein Budget von 31 Mio. Euro. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit 16,6 Mio. Euro. Hiervon werden 11,6 Mio. Euro aus EFRE-Mitteln und fünf Mio. Euro aus Landesmitteln bereitgestellt. Die Landeshauptstadt finanziert 9,4 Mio. Euro; zudem werden Spenden in Höhe von fünf Mio. Euro eingeplant.

Ergebnis des Schiedsgutachtens liegt voraussichtlich im Juni vor

Wegen der Konflikte auf der Baustelle verbunden mit Terminverschiebungen und folgender Kostenerhöhungen hat die Verwaltung ein Schiedsgutachten beauftragt. Die Gutachter sollen die Verzögerungszeiten neutral prüfen. Dabei geht es darum, ob sie "bauseits" entstanden oder durch das Rohbauunternehmen zu vertreten sind. Die Ergebnisse des Gutachtens sind im Juni zu erwarten. Die Verwaltung wird dann über das Ergebnis berichten.

Hintergrund: Fassade des Erweiterungsbaus

Der Entwurf für den Erweiterungsbau des Sprengel Museums Hannover des Büros Meili Peter Architekten AG, Zürich, wurde von der Jury am 26. Februar 2010 einstimmig als Sieger gewählt – mit dem Hinweis, die Fassade des Entwurfs zu überarbeiten:

  • "Dem Entwurf liegt ein ebenso einfaches wie gestalterisch gelungenes, in seiner räumlichen Qualität überzeugendes Konzept zu Grunde, in dessen Mittelpunkt der Ausstellungsbereich steht. [...] Die Fassade aus unterschiedlich geneigten Spiegelschindeln ist ebenso wie die vergoldete Untersicht des auskragenden Hauptgeschosses in Bezug auf Konstruktion und Bauunterhaltung aus Wirtschaftlichkeitsaspekten kritisch zu hinterfragen." (Zitat aus dem Protokoll)

Nachdem das Planungsbüro eine alternative Fassade entwickelt hat, hat sich die Jury am 30. August 2011 einstimmig für eine monolithische Sichtbetonfassade anstelle der Glasspiegelfassade ausgesprochen:

  • "Die vorliegende Weiterführung des Projektes durch Meili Peter Architekten sieht nun vor, [...] den plastisch-räumlichen Charakter des Baukörpers stärker zu betonen. Der Werkstein (Beton) wird durch seine Formgebung und Bearbeitung wertvoll gemacht. Insgesamt entsteht somit ein Fassadenrelief, dessen Höhen und Tiefen - Licht und Schattenflächen - sich in spannungsreicher Abwechslung zu einer räumlichen Partitur verdichten. [...] Insgesamt verspricht die Fortführung des Projektes Sprengel Museum Hannover einen Qualitätsstandard zu erreichen, der der ersten Liga an europäischen Museumsbauten gerecht zu werden scheint." (Auszug aus dem Protokoll)