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Ratgeber

Leineufer

Leben vor mehr als 500 Jahren

Die Grabungen am Leineufer sind inzwischen bei einer Tiefe von knapp vier Metern angekommen. Dort sind Reste der Bebauung von vor mehr als 500 Jahren zu finden.

Kai Gößner vor dem Grabungsquerschnitt am Leineufer © LHH

Kai Gößner vor dem Grabungsquerschnitt

"Zum Teil habe wir schon Funde zurück bis ins 14. Jahrhundert gemacht", sagt Archäologe und Grabungsleiter Kai Gößner von der beauftragten Firma Arcontor Projekt GmbH.

Einige auch für Laien interessante Funde sind etwa eine mundgeblasene Flasche aus dem 18. Jahrhundert und oder eine Keramikpfeife. Für den Archäologen eher nette Nebenprodukte. "Unser Ziel ist herauszufinden, wie die Menschen damals gelebt und was sie gemacht haben. Wir wollen ein Stück Stadtgeschichte rekonstruieren", so Grabungsleiter Gößner. So seien etwa in den vergangenen Tagen Schlacke und Gussreste gefunden worden, was auf ein Metallhandwerk nahe der Schlossbrücke hindeute.

Für die Gründung der neuen Flussmauer muss noch etwa weitere zwei Meter tief gegraben werden. Aufgrund der in dieser Tiefe sehr feuchten Erde und um keine Funde zu zerstören, ist ein Einsatz von Baggern nicht mehr möglich. Deshalb müssen die Fachleute eigenhändig zur Schaufel greifen.

Hintergrund

Anlass der archäologischen Grabungen ist die Sanierung der circa 70 Meter langen Mauer des westlichen Leineufers. Die Ufermauern sind in Teilen Überreste der letzten ehemaligen Leineinselbebauung. Anstelle der zerstörten Gebäude wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Parkplatz am Leibnizufer angelegt. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Baukonstruktion sowie von funktionalen und stadtgestalterischen Aspekten wird die schadhafte Ufermauer abgebrochen und neu gebaut. Bei Abbruch und Neubau der Ufermauer sind aufgrund der sensiblen stadtgeschichtlichen Bedeutung umfangreiche baubegleitende archäologische Untersuchungen und Dokumentationsschritte in aufeinander aufbauenden Bauphasen erforderlich.

Die erforderliche Sanierung der Ufermauer wird genutzt, um den Bereich anschließend gestalterisch aufzuwerten. Bis zum Sommer 2014 sollen Abbruch, archäologische Grabung und Herstellung der Baugrube erfolgen. Bis etwa Frühjahr 2015 ist der Neubau der Ufermauer geplant. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 2,3 Millionen Euro.