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Ratgeber

Abschluss der Arbeiten

Sanierung der Ricarda-Huch-Schule

In rund viereinhalbjähriger Arbeit ist die Ricarda-Huch-Schule (Gymnasium) umfänglich für rund 11,7 Millionen Euro saniert worden. Die offizielle Übergabe durch Oberbürgermeister Stefan Schostok am 18. Juli an Schulleiter Dieter Wignanek fiel mit zwei weiteren, für die Schule bedeutenden, Ereignissen zusammen: einem Sommerfest anlässlich des 150. Geburtstages der Namensgeberin der Schule (Ricarda Huch, geboren am 18. Juli 1864, war Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin und Historikerin) sowie der Verleihung des Titels "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (Courage-Schule).

Dieter Wignanek, Stefan Schostok und Petra Tschimpke auf dem Schulhof der Ricarda-Huch-Schule © LHH

Schulleiter Dieter Wignanek, Oberbürgermeister Stefan Schostok und die stellvertretende Schulleiterin Petra Tschimpke freuen sich über den Abschluss der Sanierungsarbeiten

"Dies war in den vergangenen Jahren eines der größte Schulsanierungsprojekte der Stadt", sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok. "Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen etwa hinsichtlich Außenwände, Dächer, Türen und Fenster wurden genutzt, um Grundrissänderungen und Umstrukturierungen vorzunehmen, die der Schule helfen, den modernen Anforderungen gerecht zu werden. Zudem wurde der Energieverbrauch um 62 Prozent gesenkt." Zum Projekt "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" unterstrich Schostok: "Ich freue mich, dass die Ricarda-Huch-Schule die 14. Courage-Schule wird. Das Engagement der Schulen trägt zu unserem Ziel bei, dass Hannover eine weltoffene Stadt bleibt, in der Menschen ungeachtet ihrer Herkunft friedlich zusammenleben können."

Gerüstet für die Zukunft

"Wir sind jetzt als Gymnasium gut für die Zukunft gerüstet", fasste Schulleiter Dieter Wignanek das Ende der Arbeiten zusammen. "Die Sanierung im laufenden Betrieb war eine große Herausforderung, die wir in guter Zusammenarbeit mit Stadt und Architekten gemeistert haben." Wignanek freute sich, dass an diesem Tag der feierlichen Übergabe Oberbürgermeister Schostok gleichzeitig die Patenschaft für die Ricarda-Huch-Schule als "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" übernahm. "Das ist für uns ein wichtiges Zeichen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich schon lange mit diesem Thema beschäftigt. Der respektvolle und vorurteilsfreie Umgang miteinander ist fest in unserem Leitbild verankert. Wir werden diesen Anspruch weiterhin mit Leben erfüllen", führte der Schulleiter aus.

Arbeit in fünf Bauabschnitten

Das Ursprungsgebäude von 1908 und die Anbauten aus den 50er- und 60er-Jahren wurden nachhaltig baulich und energetisch saniert. Der neue Mensa-Anbau auf dem Schulhof ermöglicht nun einen Ganztagsbetrieb. Die Maßnahmen gliederten sich in fünf Bauabschnitte, so dass der laufende Schulbetrieb stets gewährleistet blieb. Zunächst erfolgte der Neubau der Mensa und der naturwissenschaftlichen Räume im ersten Bauabschnitt ab Herbst 2009. Danach folgten Stück für Stück die umfangreichen Sanierungsarbeiten bis Anfang 2014.

Die Arbeiten wurden zu Grundrissänderungen und Umstrukturierungen so genutzt, dass etwa Lehrerzimmer und Verwaltung aus dem zweiten Obergeschoss ins Erdgeschoss und in die leer stehende Hausmeisterwohnung verlegt wurden, um eine direkte Verbindung zum Haupteingang und damit kurze Wege zu schaffen. Die naturwissenschaftlichen Räume sind nun so angeordnet, dass Sammlung und Vorbereitung zwischen den Unterrichtsräumen liegen und somit direkte Verbindungen vorhanden sind. Die zuvor verteilt liegenden Umkleiden und Duschen sind nun direkt den Sporthallen zugeordnet. Im Erdgeschoss entstand ein großzügiger Freizeitbereich mit Kiosk.

Brandschutz und energetische Sanierung

Gemäß den aktuellen Brandschutzanforderungen wurden Rauch-/Brandschutztüren eingebaut und notwendige Treppenhäuser und Flure vorschriftsmäßig erstellt und hergerichtet. Einen enormen technischen und baulichen Aufwand forderte auch der Einbau eines komplett neuen zusätzlichen Treppenhauses über fünf Geschosse.

Die abgängigen Holzfenster wurden durch Holzfenster mit Wärmeschutzverglasung in gleicher Aufteilung ersetzt, teilweise vorhandene Originalfenster wurden aufgearbeitet und mit zusätzlichen Scheiben ergänzt. Bei der akustischen Verbesserung der Decken wurde auf größtmögliche Beibehaltung der Kappendecken geachtet. Die untere Sporthalle ist durch den Einbau von Rampen barrierefrei erreichbar. Im Bereich der unteren Sporthalle und im Neubau wurde jeweils ein Behinderten-WC installiert.

Barriereifrei an- und ausgebaut

Die Mensa im zweigeschossigen neuen Anbau wird zusätzlich durch eine behindertengerechte Rampe erschlossen, sodass dieser Raum gut für Veranstaltungen genutzt werden kann. Ein Aufzug bindet die beiden Geschosse im Anbau und zusätzlich Teile im Altbau barrierefrei an. Im Obergeschoss des Anbaus, der ein begrüntes Dach erhielt, befinden sich die Chemieräume.

Der Anbau wurde circa 1,50 m unter das Geländeniveau abgesenkt, um die erforderlichen Abstände zum Nachbargrundstück einzuhalten und den Altbau so wenig wie möglich zu verdecken. Diese Absenkung hat den Schulhof neu strukturiert, auf dem neue Aufenthaltsbereiche und Sitzgelegenheiten geschaffen wurden. Die alte Durchfahrt wurde geschlossen und als Innenraum für den Freizeitbereich ausgebaut. Neues Pflaster, Begrünungen und Spielgeräte werten die Außenflächen auf. Das drei Meter auskragende Obergeschoss bildet ein Vordach und dient dem Außenbereich als Wetterschutz.

Courage-Schulen

Die Stadtverwaltung engagiert sich schon seit vielen Jahren aktiv gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Hannover soll eine weltoffene Stadt bleiben, in der Menschen ungeachtet ihrer ethnischen oder kulturellen Herkunft friedlich zusammenleben können. Folgerichtig unterstützt sie die Kampagne "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" seit 1999. Die Schulen verpflichten sich, mindestens einmal jährlich eine Aktion dazu zu initiieren.

Mit der Ricarda Huch-Schule gibt es 14 hannoversche Courage-Schulen, die diesen Titel tragen. In der weiteren Region Hannover sind es zusätzliche zwölf Courage-Schulen, bundesweit mehr als 1.200 Schulen mit diesem Titel. "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ist somit das größte Schulnetzwerk in Deutschland und wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt.