Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2016
12.2016
M D M D F S S
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Erweiterungsbau

Schiedsgutachten wegen Baukonflikten

Die Baufortschritte auf der Baustelle des Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover sind deutlich sichtbar und auch im Inneren schreiten die Arbeiten voran.

Skulptur vor dem Eingang des Sprengel Museum © Geoinformation der LHH

Das Sprengel Museum zählt zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts

Allerdings sind die Arbeiten des Erweiterungsbaus ähnlich wie andere größere, öffentliche Bauprojekte von der bundesweit florierenden Baubranche, extrem ehrgeizigen Zeitvorgaben wegen Fördermittel aus der EU und dem immer komplizierteren, öffentlichen Vergaberecht abhängig, das zum Beispiel Nachverhandlungen oder schnelle Aufträge ohne zeitaufwändige Ausschreibungen behindert. Alle drei Aspekte beschneiden das städtische Gebäudemanagement in ihren Handlungsoptionen stark.

Fristen für EU-Fördermittel

Um die EU-Fördermittel zu sichern, hat die Stadtverwaltung einen Antrag auf Verlängerung des Bewilligungszeitraumes bei der NBank gestellt, um die Bau- und Abgabefristen für den vollständigen Verwendungsnachweis zu verlängern. Bauherrin und Kulturdezernentin Marlis Drevermann: "Die Verwaltung ist dazu in intensiven Gesprächen mit dem Land und aufgrund der bisherigen Gespräche zuversichtlich, dass eine Verlängerung zur Umsetzung des erfolgreichen Projektes realisierbar ist. Dem Klärungsprozess zwischen Land und NBank kann und soll an dieser Stelle jedoch nicht vorgegriffen werden." Dr. Annette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung des Landes Niedersachsen: "Die notwendigen Änderungen sind für alle Beteiligten als ambitioniert zu betrachten. Alle Lösungsoptionen werden derzeit mit der Staatskanzlei, dem Staatlichen Baumanagement und der NBank abgestimmt. Aus heutiger Sicht erscheint die Umsetzung des Erweiterungsbaues nicht gefährdet. Wir werden unsere Zusammenarbeit mit allen Beteiligten noch weiter intensivieren und uns noch engmaschiger abstimmen."

Konflikte auf der Baustelle – Lösung ein Schiedsgutachten?

Zu den erhöhten Kosten in der Vergangenheit ist es nicht wegen grober Planungsfehler gekommen. Das hatte auch schon der Bund der Steuerzahler im Frühjahr 2013 festgestellt und anerkannt, dass Mehrkosten im Bereich Rohbau nicht der Stadt anzulasten waren.

In der praktischen Umsetzung der Baumaßnahmen vor Ort leidet die Stadt Hannover aber zurzeit an den gleichen Problemen wie andere große Bauprojekte in Deutschland, auch wenn diese hier nicht dieselbe Dimension erreichen. Permanente, sich zuspitzende Konflikte auf der Baustelle und fast tägliche Behinderungsanzeigen, verbunden mit Terminverschiebungen und Kostenerhöhungen gehören inzwischen zum Standard bei solchen Großprojekten. Beim Sprengel Museum zeigt sich dies aktuell besonders beim Rohbau. Die Verwaltung wird deshalb ein Schiedsgutachten beauftragen, um Verzögerungen auf das unverzichtbare Mindestmaß reduzieren zu können. Ein solches Schiedsgutachten kann allerdings nur dann den gewünschten Zweck einer Beschleunigung des Rohbaus erreichen, wenn es umgehend beauftragt wird. Die Gutachter sollen die Verzögerungszeiten neutral prüfen. Dabei geht es darum, ob sie "bauseits" entstanden oder durch das Rohbauunternehmen zu vertreten sind. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man sich ein eventuell nachlaufendes Gerichtsverfahren erspart und in der verbliebenen Bauzeit den Auftragnehmer zu einer beschleunigten Arbeitsweise bewegen könnte. Wenn dies aber nicht gelingt, bleibt nur ein nachlaufendes Gerichtsverfahren mit entsprechenden Gutachten. Insofern ist jetzt investiertes Geld gut angelegt, da jede Verzögerung weitere hohe Folgekosten auslöst.

Nach heutigem Baufortschritt können die Mehrkosten aufgrund der Verzögerungen im schlechtesten Fall bis zu 1,5 Mio. Euro betragen, im besten Fall zu keinen Mehrkosten führen.

Die Ergebnisse des Gutachtens sind voraussichtlich im April zu erwarten. Die Verwaltung wird dann über das Ergebnis berichten.

Finanzen

Trotz aller Anstrengungen und Abwehrkämpfe mit den Firmen hat sich die Kostenreserve besonders durch teure Ausschreibungsergebnisse und Nachträge inzwischen auf 100.000 Euro reduziert. Sobald die letzten großen Ausschreibungsergebnisse vorliegen, wird deshalb die Risikoreserve aufgestockt beziehungsweise neu gebildet werden müssen.

Unabhängig von den geschilderten Problemen wird mit Hochdruck weiterhin daran gearbeitet, den qualitativ hochwertigen Bau voranzutreiben.

Allgemeines

Zum Erweiterungsbau:
Der Erweiterungsbau des international anerkannten Zentrums moderner Kunst vollendet den fehlenden Museumsrundgang mit "tanzenden Räumen". Er entsteht auf der Süd-Ostseite des derzeitigen Museumsgebäudes auf zirka 6.000 Quadratmetern mit insgesamt rund 1.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Mit der Erweiterung des Museums werden die Bedingungen geschaffen, die Sammlungs- und Ausstellungsarbeit auf internationalem Niveau fortzusetzen.

Zur Finanzierung:
Der Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover des Schweizer Architekturbüros Meili + Peter wird für 31 Mio. Euro realisiert. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit 16,6 Mio. Euro. Hiervon werden 11,6 Mio. Euro aus EFRE-Mitteln und fünf Mio. Euro aus Landesmitteln bereitgestellt. Die Landeshauptstadt kommt für 9,4 Mio. Euro auf und es werden über Spenden fünf Mio. Euro akquiriert.