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Gib-mir-acht-Kampagne

Woche der Verkehrssicherheit

Die Landeshauptstadt Hannover und deren Kooperationspartner werben in dieser Woche mit zahlreichen Aktionen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Die diesjährige "Gib-mir-acht"-Kampagne beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Radverkehr und zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der vierten bis sechsten Klassen für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Kooperationspartner und deren Engagement

Auch in diesem Jahr koordiniert die Landeshauptstadt die zahlreichen Aktionen der Kooperationspartner an den Schulen und auf dem Platz am Markte. "Wir haben den Fokus der diesjährigen Kampagne auf den Radverkehr gelegt, weil wir festgestellt haben, dass viele Rad fahrende Kinder in Unfälle verwickelt sind. Schon aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass wir sie frühzeitig zum Thema Verkehrssicherheit schulen und auf potenzielle Gefahrensituationen im Straßenverkehr hinweisen," sagte Stadtbaurat Uwe Bodemann anlässlich der Auftaktveranstaltung am 12. Juni und unterstrich: „Ich freue mich sehr über das Engagement unserer Partner, uns bei der Präventionsarbeit zur Verkehrssicherheit mit zahlreichen Aktionen zu begleiten und aktiv zu unterstützen.“

Die Polizei wird vom 16. bis 18. Juni verstärkt den Verkehr vor Schulen überwachen. Der Fokus liegt hierbei auf der Beachtung von Geschwindigkeitsbeschränkungen und der Anschnallpflicht. "Wir müssen Kindern Raum und Hilfestellung geben, sich auf die komplexen Verkehrsvorgänge auf unseren Straßen vorzubereiten. Dazu leistet jeder von uns einen wertvollen Beitrag, indem er ein Vorbild für die Kleinen darstellt.", betonte Polizeipräsident Volker Kluwe und ergänzte: „In diesem Jahr möchten wir die bewährten Konzepte der Mobilitätsschulungen gezielt auf die Schulkinder der fünften und sechsten Klassen ausdehnen. Hier gilt es, die Kinder auf die Herausforderungen der neuen Schulwege vorzubereiten, die sich aus dem Wechsel in die weiterführende Schule ergeben.“

Auch beim ADAC zählt die Präventionsarbeit zur Verkehrssicherheit für die Kinder zu den Kernaufgaben des Clubs: "Wir hoffen, dass die verschiedenen Projekte und Programme immer mehr dazu beitragen, dass gerade die Jüngsten für die Gefahren im Verkehrsgeschehen sensibilisiert werden und lernen, sicher mobil zu werden", sagte Bernward Franzky, Vorstandsmitglied im ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Ebenfalls engagiert in der Präventionsarbeit zur Verkehrssicherheit ist der Verein Verkehrswacht Hannover-Stadt. "Unsere Kinder brauchen unsere Unterstützung, damit sie lernen, sicher und eigenständig im Straßenverkehr unterwegs zu sein", sagte Fritz Henze, Vorsitzender der Verkehrswacht Hannover-Stadt e.V.

Weitere Kooperationspartner bei der Kampagne "Gib mir acht" sind der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH) und die Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN). Roland Tunsch, Geschäftsführer des GUVH und der LUKN, empfiehlt Eltern, Kinder erst nach Ablegen der Fahrradprüfung allein mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen: "Sie können zum Beispiel noch nicht in eine Richtung sehen und in die andere lenken. Viele Verkehrsregeln sind ihnen noch nicht vertraut. Zudem fordert die Anstrengung, auf dem Sattel zu bleiben, ihre ganze Konzentration. Blitzschnelle Reaktionen auf rasch wechselnde Verkehrssituationen sind dann fast unmöglich."

Ebenfalls stark eingebunden in die Planungen zur Woche der Verkehrssicherheit ist die Niedersächsische Landesschulbehörde. Unter dem Motto "Mobil, sicher und gesund – die Zukunft nachhaltig und verantwortungsvoll mit dem Ziel einer selbstständigen Teilhabe am Straßenverkehr gestalten" planen die Schulen in der Woche der Verkehrssicherheit vielfältige Angebote und Aktionen, um Schülerinnen und Schülern mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln.

Konkrete Maßnahmen an den Schulen

In diesem Jahr finden an folgenden Schulen Aktionen statt: An der Grundschule Stammestraße und an der IGS Roderbruch wird der Schwerpunkt auf dem Fahrradfahren liegen, das auf dem Fahrradparcours und am Fahrradsimulator geübt werden kann. Am Gymnasium Leibnizschule erfolgt das Projekt "Toter Winkel". Die Schülerinnen und Schüler können sich in diesem Fall selbst ans Steuer eines stehenden Lkw setzen und im Spiegel sehen, was von dieser Perspektive aus nicht zu erkennen ist. Darüber hinaus wird mit der Aktion "Achtung Auto" aufgezeigt, welche Gefahren für Passanten lauern, wie lang Bremswege für Autos sind und was es heißt, Geschwindigkeiten einzuschätzen. Die Schulen beschäftigen sich in der kommenden Woche ebenso mit theoretischen Fragestellungen, die Leben retten können, z. B. die verbesserte Sichtbarkeit im Straßenverkehr und die Erläuterung des "Toten Winkels".

Außerdem kann am 19. und 20. Juni auf dem Platz Am Markte (an der Marktkirche) das richtige Verhalten in ausgewählten Verkehrssituationen geübt werden. An beiden Tagen können insgesamt 600 Kinder ihre Fahrsicherheit im Fahrradparcours testen und üben, Geschwindigkeiten von Autos einzuschätzen. Ein Fahrradsimulator hilft beim Trainieren des richtigen Verhaltens auf zwei Rädern. Auch die Bedeutung des "Toten Winkels" wird theoretisch und praktisch mithilfe stehender Lkw "thematisiert.

Broschüren und Plakate

Zur vierten Woche der Verkehrssicherheit hat die Landeshauptstadt die Broschüren, die alle Verkehrsteilnehmenden über Gefahren und richtiges Verhalten im Straßenverkehr informieren, überarbeitet. Die Broschüren liegen in den Bürgerämtern und in der Stadtverwaltung aus und stehen im Internet unter www.gib-mir-acht.de zum Herunterladen bereit. Sichtbar wird die Kampagne auch auf Plakaten im Stadtgebiet. Dort werden Fragen aufgeworfen, die die VerkehrsteilnehmerInnen zum Nachdenken anregen sollen.

Überarbeitet wurden auch die Kinderstadtpläne, die ebenfalls im Internet unter www.gib-mir-acht.de zum Herunterladen bereitstehen und zudem zu Beginn des neuen Schuljahres in gedruckter Form an die ErstklässlerInnen verteilt werden.

Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr das Brettspiel "Verkehrsmonsterjagd" als ein wichtiger Bestandteil der neuen Unterrichtseinheit zum Thema Verkehrssicherheit für die Klassenstufe 4. Beides wurde eigens für die Kampagne entwickelt und soll den Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Das Spiel kombiniert analoge Spielzüge auf einem Spielbrett mit der virtuellen Welt. Die Spielenden bewegen sich auf einer Karte der Innenstadt und müssen an Haltepunkten Fragen zur Verkehrssicherheit und zu Gefährdungssituationen beantworten. Mittels QR-Code können Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer auf ergänzende Informationen zum jeweiligen Standort zurückgreifen und mit einem Rundbild die entsprechende Situation betrachten und beurteilen. Zudem werden an verschiedenen Standorten in der Innenstadt kleine Hinweistafeln mit einem Steckbrief des Verkehrsmonsters an Straßenlaternen angebracht, die wiederum über einen QR-Code mit dem Thema verlinkt sind.

Hintergrundinformationen

Die Woche der Verkehrssicherheit ist ein Baustein im Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern, das die Stadtverwaltung Ende 2009 vorgestellt hat. Weitere Bestandteile sind verkehrsregelnde und bauliche Maßnahmen, Verkehrserziehung von Kindern und Kfz-FahrerInnen (Kinderstadtpläne, Broschüren), Geschwindigkeitsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit. Bis Ende 2015 wird die Stadt rund 100 bauliche Maßnahmen umgesetzt haben. Diese dienen dem Ziel, das Überqueren von Straßen – insbesondere für Kinder – noch sicherer zu machen. In den Jahren 2008 und 2009 verunglückten in Hannover 197 beziehungsweise 231 Kinder. Während sich diese Zahl im Jahr 2010 auf 201 und 2011 auf 188 verringerte, stieg sie im Jahr 2012 wieder auf 225 und im Jahr 2013 geringfügig auf 229 an. Die differenzierte Betrachtung der Unfälle nach Art der Verkehrsteilnahme zeigt für 2013 eine Veränderung in der Verteilung der Unfallarten. Zurückgegangen ist die Zahl der verunglückten Kinder als MitfahrerInnen: Waren es 2012 noch 91 Kinder, so verunglückten im letzten Jahr 70. Das entspricht einem Anteil von rund 31 Prozent (2012: 40 Prozent). Geringfügig gestiegen ist 2013 die Unfallzahl mit Kindern, die als FußgängerInnen verunglückten: von 70 auf 71. In Relation zur Unfallgesamtzahl blieb der Anteil jedoch bei rund 31 Prozent. Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Unfälle mit Rad fahrenden Kindern: von 64 auf 88. Dies entspricht einem Anteil von 38 Prozent (2012: 28 Prozent). Ausführliche Informationen zur Kampagne sind hier zu finden: