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Ratgeber

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Knapp 20 Personen beobachten vom Boden aus die "Filmarbeiten" an einer Baumhöhle © LHH

An vier Terminen nehmen mehr als 100 Beschäftige der Stadt die Möglichkeit wahr, sich hinsichtlich des Biotop- und Artenschutzes fortzubilden

Fortbildung

Artenschutz-Schulung für städtische Beschäftige

Am 17. und 18. Dezember 2015 nehmen rund 50 städtische Beschäftigte, die vor allem mit der Kontrolle und Pflege von Bäumen befasst sind, an einer Fortbildung hinsichtlich des Biotop- und Artenschutzes teil.

Ein Mann blickt mit einer Kamera in eine Baumhöhle © LHH

Daniel Grüning, einer der beiden Referenten, blickt mit einer Kamera in eine Baumhöhle – und damit die Teilnehmenden nicht alle einzeln auf auf die Hebebühne steigen mussten, wurde das Bild drahtlos auf ein Display am Boden übertragen

Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün veranstaltet mit Unterstützung des Planungsbüros NZO-GmbH (Bielefeld) das "grüne" Schulungsprojekt, das die Notwendigkeit der Baumpflege wegen der Verkehrssicherungspflicht unter dem Aspekt des Artenschutzes beleuchtet. Dies betrifft insbesondere Beschäftigte aus den Aufgabenbereichen Grünflächen, Friedhöfe, Forsten, Liegenschaften sowie Sport- und Bäderflächen. In einem Tagesseminar werden dazu theoretische Grundlagen zum Artenschutz vermittelt und danach in praktischen Übungen an ausgewählten Altbäumen im Gelände vertieft.

Bedarf an nachhaltiger und gute Planung

"Zur Erhaltung und Verbesserung unserer Lebensqualität bedarf es einer nachhaltigen und guten Planung, Pflege und Verwaltung unserer 'grünen Infrastruktur'", sagt Hanspeter Geiges vom städtischen Bereich Grünflächenpflege. Alte Bäume seien dabei in besonderem Maße erhaltenswert. Sie "prägen unsere Umwelt, haben eine positive Wirkung auf Menschen und sind ein unentbehrlicher Lebensraum für viele Tierarten. Alte Bäume benötigen in Städten und Dörfern eine sorgsame Pflege, um sie als Lebensraum für viele Tierarten zu erhalten und dennoch ihre Verkehrssicherheit zu gewährleisten", so Geiges weiter.

Vormittags: Theorie ...

Wegen der großen Teilnehmerzahl wird die Schulung auf vier verschiedene Tage mit jeweils 20 bis 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilt – neben den Dezemberterminen wird es noch zwei weitere Schulungstage im Februar 2016 geben. Jeweils im vormittäglichen Grundlagen- und Theorieteil werden zum Beispiel Konfliktfelder zwischen Verkehrssicherung, Bewirtschaftung und Pflegemaßnahmen besprochen. Die Vielfalt charakteristischer Höhlenbesiedler und deren Lebensraumansprüche sowie Entwicklungsperspektiven für mögliche Habitatbäume sind weitere wichtige Themen.

... und nachmittags: Praxis

Am Nachmittag werden im praktischen Teil geeignete Baumbestände in der Stadt Hannover aufgesucht, um an exemplarisch ausgesuchten Bäumen die Artenschutzaspekte zu erläutern. Der mögliche Einsatz von Kameras zur Erkundung der Baumhöhlen wird vorgeführt und eingeübt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der städtischen Baumpflege wird die Dokumentation von in Baumhöhlen wohnenden Tierarten (zum Beispiel Vögel, Fledermäuse, Käfer) sowie der praxisgerechte Umgang mit wichtigen Habitatstrukturen an Bäumen geschult.

Um die Schaffung dieser Strukturen macht sich vor allem ein Baumbewohner verdient: "Spechte bauen in Bäumen Quartiere, die von bis zu 58 Tierarten genutzt werden. Der Specht betreibt somit öko-sozialen Wohnungsbau", so Dr. Günter Bockwinkel vom Planungsbüro NZO-GmbH und Leiter des Kurses.