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Carsten Amme (Koordinierungszentrum Kinderschutz Hannover), Prof. Dr. Babara Kavemann (Sozialwissenschaftliches FrauenForschungsInstitut Freiburg/Berlin), Friederike Kämpfe (Gleichstellungsbeauftragte Landeshauptstadt Hannover) und Ergün Arslan (Vorstand Männerbüro Hannover) © LHH

Auf dem Fachtag "Häusliche Gewalt betrifft die ganze Familie" (v.l.): Carsten Amme (Koordinierungszentrum Kinderschutz Hannover), Prof. Dr. Babara Kavemann (Sozialwissenschaftliches FrauenForschungsInstitut Freiburg/Berlin), Friederike Kämpfe (Gleichstellungsbeauftragte Landeshauptstadt Hannover) und Ergün Arslan (Vorstand Männerbüro Hannover)

Fachtag in Hannover

Häusliche Gewalt betrifft die ganze Familie

Gewalt in Familien kommt in allen gesellschaftlichen Gruppen vor und betrifft vor allem Frauen und Kinder. Am Fachtag "Häusliche Gewalt betrifft die ganze Familie" am Mittwoch (18. November) im KroKus (Soziales und kulturelles Stadtteilzentrum Kronsberg) wurden verschiedene Strategien im Umgang mit häuslicher Gewalt näher beleuchtet.

Aufkleber, der auf das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" hinweist © LHH (Neue Medien)

Unter der Rufnummer 08000 116 016 ist das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" rund um die Uhr erreichbar

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich auf der restlos ausgebuchten Veranstaltung mit aktuellen Fragestellungen und Herausforderungen auseinander. Im Mittelpunkt stand unter anderem Strategien zu entwickeln, um bestehende Hilfsangebote derart zu erweitern und zu vernetzen, dass alle Betroffenen erreicht werden.

So soll der Blick nicht länger nur auf die Täter, sondern auch auf deren soziales Umfeld gerichtet werden. Carsten Amme vom Koordinierungszentrum Kinderschutz in Hannover sagte: "Die gesamte Familie ist im Blick, aber für uns sind die Kinder im Fokus." Auch sei es laut Friederike Kämpfe, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Hannover, wichtig, die betroffenen Frauen nicht zu vergessen und diese nicht lediglich in ihrer Rolle als Mütter wahrzunehmen. Ergün Arslan, Sozialarbeiter und Vorstand des Männerbüros Hannover stellt heraus, dass "Täterarbeit Teil des Opferschutzes" sei und diesen optimiere. Es sei wichtig, dass immer auch Paar-, Familien- oder Angehörigenberatung erfolgt. Speziell in Familien mit Migrationshintergrund sei der soziale Druck auf Täter und Opfer sehr hoch. Gerade deshalb sei Täterarbeit in Flüchtlingsfamilien mit anderem Kulturhintergrund besonders wichtig und dringend erforderlich.

Kooperationsnetzwerk in Hannover

Auch wenn in Hannover mit dem existierenden Kooperationsnetzwerk des "Hannoverschen-Interventions-Programm gegen Männergewalt in der Familie" (HAIP) zur ganzheitlichen Unterstützung Betroffener von häuslicher Gewalt bereits viel erreicht wurde, gilt es diesen Standard zu halten und kontinuierlich weiter zu verbessern. Hierfür lieferte der Fachtag eine gute Grundlage. "Wir sind in der Bearbeitung des Themas 'Häusliche Gewalt' mit dem HAIP-Netzwerk in Hannover sehr gut aufgestellt, trotzdem bekommen wir viele Impulse, die wir in die Umsetzung bringen wollen", so Friederike Kämpfe. 

Eine Möglichkeit könnte sein, das Netzwerk um weitere Bündnis- und Kooperationspartner zu erweitern. Prof. Dr. Barbara Kavemann, die bereits seit 1978 im Bereich der Gewalt im Geschlechterverhältnis forscht, plädierte in ihrem Vortrag "Alle Beteiligten und Betroffenen in den Blick nehmen" etwa dafür, auch Berufsgruppen wie (Kinder-)Ärztinnen und Ärzte oder Familienrichterinnen und -richter zu mobilisieren, die ebenfalls mit der Thematik häuslicher Gewalt konfrontiert sind. Auch Kooperationen mit Suchthilfe und Psychiatrie könnten eine Verbesserung bringen.

Der Nachmittag des Fachtages wurde für die Bearbeitung verschiedener Fragestellung zu häuslicher Gewalt in Arbeitsgruppen genutzt. Am Ende folgte eine Rückblick auf die Veranstaltung sowie ein Ausblick auf das weitere Vorgehen.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Frauen in aller Welt setzen jährlich am 25. November am "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. An diesem Tag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Gewalt in keiner Weise toleriert werden darf und davon betroffene Frauen Unterstützung benötigen.