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Flüchtlingsunterbringung

Stadt schafft weitere Kapazitäten

Die Stadt hat mit der erneuten bevorstehenden Nutzung einer Messehalle und dem geplanten Kauf des Deutschen Pavillons auf dem Expo-Gelände und eines Hotels die Voraussetzungen für eine adäquate Unterbringung der vielen Flüchtlinge geschaffen.

Deutscher Pavillon © LHH

Der Deutsche Pavillon wird noch im Herbst dieses Jahres für die Unterbringung von rund 450 Personen von der Feuerwehr Hannover hergerichtet werden

Angesichts der angespannten Flüchtlingssituation herrscht in Hannover wie auch in vielen anderen deutschen Kommunen ein enormer Handlungsdruck in der Unterbringung. Umso intensiver ist derzeit die Suche nach geeigneten Unterkünften, in denen eine größere Anzahl an Flüchtlingen untergebracht werden kann. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) hat mit der erneuten bevorstehenden Nutzung einer Messehalle und dem geplanten Kauf des Deutschen Pavillons auf dem Expo-Gelände und eines Hotels die Voraussetzungen für eine adäquate Unterbringung der vielen Flüchtlinge, die in den nächsten Wochen und Monaten nach Hannover kommen werden, geschaffen.

OB begrüßt Unterstützung der Deutschen Messe AG

Auf Bitten des Oberbürgermeisters Stefan Schostok stellt die Deutsche Messe AG trotz guter Auslastung der Stadt vorübergehend von Anfang Dezember 2015 bis Anfang März 2016 die Messehalle 27 für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. "Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Messe AG erneut Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitstellen kann. Und ich möchte mich auch im Namen der Landeshauptstadt bei den Ausstellern bedanken, die hierfür Verständnis aufbringen. Dies ist auch gutes Zeichen über Hannover hinaus, wenn hier Mitverantwortung übernommen wird, um den Zustrom von Flüchtlingen in unser Land zu bewältigen", bedankt sich Schostok.

Die Halle 27 ist mit 31.300 Quadratmetern fast doppelt so groß wie die im Sommer genutzte Halle 21. Mehrere Hundert Menschen können in der modernen, tageslichtdurchfluteten Messehalle vorübergehend untergebracht und betreut werden. Diese befindet sich auf der dem Messebahnhof zugewandten Seite des Geländes.

Ankauf des Deutschen Pavillons

Zusätzlich zur Messehalle 27 steht der Stadt zukünftig der Deutsche Pavillon auf dem EXPO-Gelände für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Der Verwaltungsausschuss des Rates hat den Ankauf der Immobilie heute einstimmig beschlossen. Der Deutsche Pavillon wird noch im Herbst dieses Jahres für die Unterbringung von rund 450 Personen von der Feuerwehr Hannover hergerichtet werden. "Es ist uns gelungen, sehr kurzfristig unsere Kapazitäten quantitativ und qualitativ zu erweitern. Dies hilft uns sehr, die avisierten Flüchtlingszahlen zu meistern", sagt Schostok nach der Zustimmung der Politik. Über die Kaufsumme ist mit dem bisherigen Immobilieneigentümer Vertraulichkeit vereinbart worden. Das Gebäude steht der Stadt dank des Ankaufs bis auf Weiteres zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Für die Nachnutzung sieht die Verwaltung gute Möglichkeiten.

Angebot für den Kauf des Hotels "Ghotel"

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde die Unterbreitung eines Angebotes zum Kauf des Hotels "Ghotel" in Kleefeld. Das bisherige "Ghotel" in Kleefeld hat eine Kapazität von rund 600 Plätzen und stünde voraussichtlich im Frühjahr 2016 zur Verfügung. Das Hotel in Kleefeld ist als Unterkunft besonders geeignet, da es sich ohne großen Aufwand mittelfristig nutzen lässt. Überdies trägt die Struktur des Baus mit den 'Satelliten' rund um das Hauptgebäude zur wohnlichen Atmosphäre bei. Das Gebäude stünde langfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung und könnte perspektivisch wie auch der Deutsche Pavillon sehr gut einer alternativen Nutzung zugeführt werden. "Die Stadtverwaltung arbeitet seit mehr als einem Jahr mit großem Einsatz an der Aufnahme von Flüchtlingen. Wir haben dank intensiver Verhandlungen in den vergangenen Wochen jetzt die Vorbereitungen für drei weitere größere Unterkünfte getroffen. Angesichts der auch im nächsten Jahr zu erwartenden Flüchtlinge sind für weitere Objekte in guten Gesprächen, darunter auch für eine vorübergehende Nutzung des Maritim-Hotels als Flüchtlingsunterkunft. Die Vorbereitungen für den Bau von zahlreichen Modulbauten im kommenden Jahr kommen ebenfalls gut voran. Wir hoffen, dass wir mittelfristig einige Notunterkünfte wie Turnhallen nicht mehr nutzen müssen", betont Schostok.

Feuerwehr Hannover greift auf bewährte Dorfstruktur zurück

Die Herrichtung der Messehalle 27 und des Deutschen Pavillons als Notunterkunft übernimmt die Feuerwehr Hannover. Dabei wird auf die bewährte Dorfstruktur wie in der im Sommer dieses Jahres genutzten Messehalle 21 und im derzeit genutzten ehemaligen Baumarkt in Badenstedt zurückgegriffen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass mit der Einrichtung von mehreren Zeltdörfern eine gewisse Privatsphäre gewährleistet werden kann.

Hintergrundinformationen

Derzeit leben rund 3.600 Flüchtlinge in den Unterkünften der Stadt, davon rund 1.100 in Wohnheimen, rund 1.900 in Notunterkünften wie dem ehemaligen Oststadtkrankenhaus sowie rund 450 in Wohnungen und rund 150 in Wohnprojekten. Es handelt sich bei diesem Personenkreis überwiegend um Menschen, deren Asylantrag entweder noch nicht abschließend geprüft oder aber abgelehnt worden ist. Im Falle der Ablehnung wird die Aufenthaltserlaubnis erst entzogen, sobald die Rückreise in das Heimatland sicher und ohne Gefahr für Leib und Leben vollzogen werden kann. Die Flüchtlinge stammen insgesamt aus 62 Nationen. Hauptherkunftsländer sind u.a. Irak, Syrien, Afghanistan, Eritrea und der Sudan. Die Stadt geht davon aus, dass bis Ende Januar 2016 weitere 3.500 Menschen nach Hannover kommen werden.

Gemäß Leitbild, das vom Rat der LHH 2013 beschlossen worden ist, lotet die Verwaltung weiterhin alle Möglichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen aus. Bei rund 150 Flüchtlingen, die pro Woche nach Hannover kommen, ist eine kurzfristige Anmietung von Wohnraum derzeit allerdings kaum möglich. Die Flüchtlinge werden daher vorübergehend in Notunterkünften untergebracht. Die Stadt prüft angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen und hohen Zuweisungsraten im gesamten Stadtgebiet Immobilien, in denen eine größere Anzahl an Flüchtlingen untergebracht werden kann. Auf dem Immobilienmarkt werden aber weiterhin auch alle anderen verfügbaren Wohnungen und Gebäude sorgsam geprüft, die sich grundsätzlich für Wohnprojekte oder Wohnheime eignen.
Derzeit gibt es rund ein Dutzend Turnhallen im gesamten Stadtgebiet, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Damit die Beeinträchtigungen für den Schul- und Vereinssport so gering wie möglich gehalten werden können, arbeitet die Stadt mit Hochdruck an der Herrichtung alternativer Notunterkünfte. So wird beispielsweise der ehemalige Möbelmarkt in Vahrenheide (Alter Flughafen) von der Feuerwehr Hannover als Notunterkunft für die Unterbringung von 300 Flüchtlingen hergerichtet. Die Stadt geht davon aus, dass dieser Mitte Oktober in Betrieb genommen werden kann. Ebenfalls im Oktober wird noch ein GBH-Bau an der Tresckowstraße im Stadtteil Wettbergen in Betrieb genommen. Das neue Flüchtlingswohnheim wird rund 100 Menschen eine neue Heimat bieten. Das alte Bettenhaus am Siloah wird derzeit umgebaut und zum Teil technisch instand gesetzt. Die ersten Flüchtlinge werden voraussichtlich noch diesen Herbst einziehen können. Das alte Bettenhaus bietet rund 250 Menschen Platz.