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Flüchtlingsunterbringung

Weitere Sporthallen als Notunterkünfte

Angesichts des Bedarfs von zusätzlichen Notunterkünften für Flüchtlinge hat die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Stadtsportbund weitere Sporthallen ausgewählt. Diese werden nach und nach für eine vorübergehende Aufnahme von Flüchtlingen eingerichtet.

Ein menschlicher Schatten an einer Mauer © LHH (Neue Medien)

In Abstimmung mit dem Stadtsportbund hat die Stadtverwaltung weitere Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgewählt

Für die Sportaktivitäten sollen geeignete Alternativen in anderen Sporthallen gesucht werden. Kurzfristig wird bereits in dieser Woche die kleinere der beiden Sporthallen an der Grundschule Kestnerstraße ab diesen Donnerstag (2. Juli) für rund 40 Flüchtlinge vorbereitet, die kommenden Montag (6. Juli) in Hannover erwartet werden.

Konstruktive Gespräche mit Stadtsportbund

"Wir haben sehr konstruktiv und einvernehmlich über die Herausforderungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen gesprochen. Wir sind uns einig, dass der Großteil der städtischen Sporthallen dafür nicht geeignet ist", stellen Oberbürgermeister Stefan Schostok und die Präsidentin des Stadtsportbundes, Rita Girschikofsky, einvernehmlich fest.

"Mit der Festlegung auf einige Sporthallen als mögliche Notunterkünfte können wir etwas mehr Planungssicherheit für Schulen und Vereine gewährleisten. Die Stadt versucht zudem, für Schulsport und Vereinssport möglichst ausreichende Ersatzzeiten in anderen Hallen zu finden. Den Vereinen sollen keine zusätzlichen Mietkosten entstehen. Uns ist bewusst, dass mit jeder für den Sport geschlossenen Halle die Suche nach Ersatzzeiten schwieriger wird", erläutern Schostok und Girschikofsky.

Kriterien für Sporthallenauswahl

Für die Auswahl einzelner Sporthallen als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft ist eine Reihe von Kriterien maßgebend:

  • Die Sporthalle muss über einen eigenen Zugang verfügen, der räumlich klar getrennt von einer angrenzenden Schule sein muss.
  • Die sanitären Anlagen müssen ebenfalls nur der Sporthalle zur Verfügung stehen.
  • Ersatzangebote in anderen Hallen für Schul- und Vereinssport müssen in vertretbarer Entfernung möglich sein.

Nach diesen Kriterien scheidet eine Vielzahl an städtischen Sporthallen als Notunterkunft für Flüchtlinge aus, wie Stadtverwaltung und Stadtsportbund einvernehmlich feststellen.

Sporthallen Kestnerstraße und Fröbelstraße als Notunterkunft vorgesehen

Neben der kurzfristigen Nutzung der Sporthalle Kestnerstraße sind darüber hinaus ebenfalls für Flüchtlinge vorgesehen die beiden Sporthallen in der Fröbelstraße, die von der Eichendorff-Grundschule und Vereinen genutzt wird. Schulleitungen, Vereine und Bezirksbürgermeister sind unterrichtet. Erste Ersatzplanungen sind bereits angelaufen. Bei der Suche nach Ersatzzeiten für die anderen geschlossenen Hallen werden auch Stadtteileinrichtungen und private Vereinssporthallen einbezogen. Zusätzliche Mietkosten für Vereine würden von der Stadt getragen.

Mangels ausreichender anderer Unterkünfte und weil geplante Modulgebäude erst ab Herbst zur Verfügung stehen, musste die Stadtverwaltung bereits mehrere Sporthallen zu Notunterkünften umwidmen: Zunächst am ehemaligen Schulzentrum in Ahlem, dann an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Büssingweg. Zuletzt waren in die Sporthallen Kastanienhof sowie an diesem Montag in der Halle Voltmerstraße Flüchtlinge eingezogen. Die Halle in Ahlem wird – wie bereits vor einigen Wochen von der Stadt zugesagt – nach den Sommerferien wieder für den Schul- und Vereinssport zu Verfügung stehen.

Eine leichte Entspannung erwartet die Stadtverwaltung bei der Unterbringung von Flüchtlingen durch die erst vorige Woche mit der Region Hannover vereinbarte Nutzung der Modulgebäude am Krankenhaus Siloah. Die rund 200 Plätze dort sollen in der zweiten Juli-Hälfte zur Verfügung stehen. Etwa zwei Monate später die ersten neuen Modulbauten für Flüchtlinge fertiggestellt sein.

Vorsorge bis Jahresende

Vorsorglich werden die Sporthallen an IGS Büssingweg, an der Grundschule Kastanienhof und in der Voltmerstraße auch über die Herbstferien hinaus zunächst bis Jahresende nicht für den Sport genutzt, sondern als Notunterkünfte für Flüchtlinge bereitgehalten. Damit soll vermieden werden, dass bei kurzfristigem Bedarf an Notunterkünften stets sehr kurzfristig eine Sporthalle freigemacht werden muss. Mitte Juli kommen Stadtverwaltung und Stadtsportbund wieder zusammen, um die Situation bei der Flüchtlingsunterbringung in Sporthallen erneut zu beraten.

Aktuell knapp 2.700 Flüchtlinge in Hannover untergebracht

In der Landeshauptstadt sind aktuell knapp 2.700 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften untergebracht, davon gut 1.000 in Wohnheimen, ebenfalls gut 1.000 in Notunterkünften wie dem ehemaligen Oststadtkrankenhaus oder Turnhallen, sowie gut 600 in Wohnungen und Wohnprojekten. In den kommenden Monaten werden weitere Flüchtlinge erwartet. Von der aktuellen geltenden Zuweisungsquote des Landes Niedersachsen für Hannover von Januar bis September 2015 mit 2.600 Flüchtlingen sind der Landeshauptstadt bislang rund die Hälfte zugeteilt worden.