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Die Verwaltung der Region Hannover

Haus der Region Hannover, Eingang Hildesheimer Straße 20 © C. Kirsch, Region Hannover

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Eine Frau und fünf Männer stehen in einem Raum nebeneinander. Sie haben verschiedene Utensilien dabei, unter anderem eine Querflöte, ein Höhrroher, ein Model-Ohr und Hörgeräte. © Region Hannover

Sozialdezernent Erwin Jordan (von links), Prof. Dr. Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Dr. Martin Kinkel, Leiter Forschung und Entwicklung von KIND Hörgeräte GmbH & Co KG, Regisseurin Anne-Stine Peters, Regionspräsident Hauke Jagau und Prof. Dr. Thomas Lenarz sehen große Potenziale in der Hörregion.

Hörregion wird neue Marke

Die Region Hannover zum Klingen bringen

Das lässt sich hören: Die Regionsversammlung beschließt die Einführung der Marke "Hörregion Hannover", denn kaum ein anderer Standort in Deutschland bündelt so viele Kompetenzen zum Thema Hören wie die Region Hannover.

In Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, in Kultur und Medien spielt die akustische Wahrnehmung eine herausragende Rolle.

Hörregion wird zur neuen Dachmarke

Die Region Hannover wirbt ab dem kommenden Jahr mit einem neuen Netzwerk und einer neuen Marke für gutes Hören. Unter dem Label "Hörregion Hannover" werden die vielfältigen Aktivitäten gebündelt, die in der Region mit Schall, Klang und Akustik zu tun haben. Für die Einführung der Marke und Ausgestaltung des Auftaktjahrs stellt die Region 240.000 Euro zu Verfügung. Das hat am Dienstag (21.7.2015) die Regionsversammlung einstimmig beschlossen.

Stärken im Themenfeld Hören bündeln

"Die Bereiche Gesundheitswirtschaft, Wissenschaft und Kultur tragen bereits jetzt – jeder für sich – zur hohen Attraktivität der Region Hannover bei", so Regionspräsident Hauke Jagau. "Indem wir nun diese Stärken im Themenfeld Hören zusammenführen, schärfen wir nicht nur das Profil unseres Standorts, wir schaffen zugleich auch Raum für Produktinnovationen, Gesundheitsbildung und herausragende Klangerlebnisse, von dem sowohl die Beteiligten an dem Netzwerk als auch die Einwohnerinnen und Einwohner der Region profitieren werden."

Wertschöpfung und Lebensqualität in der Region erhöhen

"In außergewöhnlich hoher Dichte sind in der Region Hannover Unternehmen und Einrichtungen mit überregionaler Bedeutung ansässig, die in Produktentwicklung und -vermarktung, in Wissenschaft und Bildung, in Kultur und Medien für die Förderung der akustischen Wahrnehmung tätig sind. Unser Ziel ist, die Qualität und Bedeutung des Hörsinns in all seinen Facetten bewusst zu machen, das Hörvermögen zu stärken und somit die Wertschöpfung und Lebensqualität aller Menschen in der Region Hannover zu erhöhen", sagt Regionspräsident Hauke Jagau. Dabei wird die die Region Hannover von Unternehmen, Instituten und Einrichtungen unterstützt, die sich aus wissenschaftlicher, pädagogischer, ökonomischer und kultureller Perspektive mit Schall, Klang und Sound beschäftigen.

Breite Zustimmung und positive Signale

Mit rund 50 möglichen Partnerinnen und Partnern in dem Netzwerk hat die Region bereits Kontakt aufgenommen. "Überall, wo wir in den letzten Wochen unser Vorhaben vorgestellt haben, haben wir große Zustimmung erfahren und wurde uns breite Unterstützung signalisiert", sagt Regionsdezernent Erwin Jordan, der die Entwicklung der Hörregion eng begleitet. "Mit dem Auftrag der Regionsversammlung haben wir nun die Grundlage in der Hand, um verbindliche Kooperationen und konkrete Projekte zu vereinbaren."

Branchenübergreifendes Netzwerk

Der Impuls, ein branchenübergreifendes Netzwerk rund um das Thema zu knüpfen, ging ursprünglich vom Wennigser Künstler und Meditationslehrer Thomas E. Haubrich des Vereins "Die Kulturmacher" und vom Deutschen HörZentrum der Medizinischen Hochschule Hannover aus, das zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen der Audiologie und Hörforschung gehört. "Die Hörregion bietet auch für unsere Visionen hervorragende Perspektiven. Wir möchten das Themen Hören und Schwerhörigkeit allen Bevölkerungskreisen zugänglich machen, wozu die Hörregion eine hervorragende Plattform bietet", sagt Prof. Dr. Thomas Lenarz, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Klinik und des Deutschen HörZentrums der Medizinischen Hochschule Hannover. "Die in der Region Hannover vorhandenen Einrichtungen und Aktivitäten zusammenzufassen zu einer gemeinsamen Marke, ist eine hervorragende Idee. Darauf aufbauend können wir die Deutsche Hörklinik an der Medizinischen Hochschule Hannover wesentlich einfacher realisieren. Sie wird der Ort für die Diagnostik, Beratung und Behandlung aller schwerhörenden Menschen sein. Darüber hinaus bietet die Hörklinik in Zusammenarbeit mit den bereits in Hannover angesiedelten Firmen und den Forschungseinrichtungen die ideale Plattform für die Einrichtung eines Deutschen Zentrums für Hörforschung, das den nationalen Fragen nachgeht: Wie häufig ist Schwerhörigkeit? In welchem Lebensalter? Welche Ursachen liegen vor? Welche Therapiemaßnahmen können effektiv eingesetzt werden?"

"Es hört nicht das Ohr, es hört der Mensch. Er wird ins Innerste von allem berührt und beeinflusst, was er hört. Im akustischen Raum konkretisieren sich unsere Lebensbedingungen ebenso unmittelbar wie unausweichlich", sagt Thomas E. Haubrich. "Doch dieser Kulturraum kann gestaltet, gepflegt und positiv entwickelt werden. Das war der Grundansatz, der nun zur Hörregion Hannover führte."

Akteure und Unterstützung

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH), die Staatstheater und die Kind Hörgeräte GmbH & Co KG gehören ebenfalls zu den Akteuren, die sich im Rahmen der Hörregion für ein neues Netzwerk stark machen wollen. "KIND Hörgeräte unterstützt die geplante Hörregion Hannover, da sie die perfekte Plattform für unseren Anspruch "das ganze Leben hören" bildet und die Möglichkeit bieten wird, in vielfältigen und interessanten Aktionen und Projekten auf die besondere Bedeutung des guten Hörens hinzuweisen", so Dr. Martin Kinkel, Leiter Forschung und Entwicklung von KIND Hörgeräte.

Ein Alleinstellungsmerkmal in ihrer Gesamtheit

Diese Kompetenzen mit zum Teil internationaler Strahlkraft, zu der auch die Auszeichnung Hannovers zur UNESCO City of Music zählt, bilden in ihrer Gesamtheit ein Alleinstellungsmerkmal, das die Region Hannover nun mit der neuen Marke sicht- und erlebbar machen will. "Wir haben hier etwas an der Hand, mit dem wir uns von anderen Regionen abheben, aber auch nach innen etwas bewirken können", sagt Erwin Jordan. "Neben der Unterstützung von Wirtschaft und Wissenschaft zum Beispiel bei der Anwerbung von Nachwuchskräften erwarten wir von der Hörregion eine höhere Sensibilität für das Thema Sprachentwicklung von Kindern oder für die Teilhabechancen hörgeschädigter Menschen."

Hör-Standort Region Hannover

"In den vielen Gesprächen, die wir über die Machbarkeit der Hörregion geführt haben, wurde immer wieder deutlich, wie groß die Bereitschaft aller ist, die hier vorhandenen Potenziale im Bereich Hören gewinnbringend für die beteiligten Partnerinnen und Partner, aber auch für die Region Hannover als Standort zu nutzen", betont Erwin Jordan, der die Entwicklung der Dachmarke eng begleiten wird. Auch eine von hannoverimpuls im vergangenen Jahr beauftragte Potenzialanalyse bewertet die Chancen einer Hörregion äußerst positiv.

Das Besondere an dem Vorhaben

Es werden unterschiedliche Aspekte und Branchen einbezogen. Erste Ideenskizzen liegen bereits auf dem Tisch:

  • im Bereich Bildung: Hören als positives Erlebnis vermitteln. Hörkompetenz zum Beispiel durch Vorlesen, Audiomedien (Hörspiele) und Musik fördern. Raumakustik verbessern, um Konzentrationsfähigkeit zu steigern und Stress zu mindern. Prävention von Hörschäden, zum Beispiel mit Informationen über Auswirkungen von lauter Musik aufs Gehör.
  • im Bereich Gesundheit: Bewusstsein für frühzeitiges Erkennen von Hörstörungen stärken. Sensibilisieren für die Bedeutung von gutem Hören auch im Alter. Information über die Auswirkung von Lärm (in Umwelt, am Arbeitsplatz etc.) auf die Gesundheit. Mehr Teilhabeangebote für Menschen mit Hörstörungen.
  • im Bereich Kultur: Durch außergewöhnliche Hörerlebnisse das Hörpotenzial von 400.000 unterschiedlichen Tönen spürbar werden lassen. Das Thema Hören durch Klanginstallationen im öffentlichen Raum erlebbar werden lassen. Durch Hörrouten in Stadt und Natur Wissen über das Ohr vermitteln und neue Angebote für die Naherholung schaffen. Stärkung des Kulturstandorts durch herausragende Klangerlebnisse.
  • im Bereich Wirtschaft: Durch Zusammenarbeit aus unterschiedlichen Sektoren Synergien schaffen und die Entwicklung neuer marktfähiger Produkte befördern. Erhöhung der Attraktivität des Hör-Standorts Region Hannover in der Außendarstellung, um auch künftig die Anwerbung von Fachkräften zu erleichtern.
  • im Bereich Wissenschaft: Die Region Hannover als herausragenden Standort für Spitzenforschung profilieren. Durch das Netzwerk neue Impulse für technologische Weiterentwicklungen geben – zum Beispiel von Hörgeräten oder -implantaten.

"Mit der Hörregion können wir mehrere unserer strategischen Ziele weiter voranbringen", betont Jagau. Dazu gehöre, die gesellschaftliche Teilhabe und unterschiedliche Lebensentwürfe für alle zu ermöglichen, Bildungschancen und Bildungsniveau geschlechtergerecht zu erhöhen und Beschäftigung und Wertschöpfung zu sichern und erhöhen – vor allem in der Branche Gesundheitswirtschaft.

Für 2016 ist ein Aktionsjahr geplant

Im nächsten Schritt soll nun im Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Kultur- und Medienschaffenden, Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus dem Bildungsbereich Veranstaltungen und Aktionen für das Auftaktjahr konzipiert werden. "Dabei konzentrieren wir uns zunächst darauf, Hören als Erlebnis zu vermitteln, um so die Aufmerksamkeit auf die akustische Wahrnehmung lenken, auf die wir im Getöse unseres Alltags nur selten bewusst achten“, so Nils Meyer, der im Team Kommunikation die Hörregion an den Start bringen soll. "Nur wer weiß, wie viel Spaß gutes Hören macht, bemüht sich auch darum, sein Hörvermögen zu erhalten oder Hörschäden zu behandeln."

Auftaktveranstaltung 2016

Die Auftaktveranstaltung für die Hörregion Hannover ist für Februar 2016 geplant.