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Zuflucht Niedersachsen

Integrationspreis 2014 verliehen

Mehr als 80 Einzelpersonen und Initiativen waren von Mitbürgerinnen und Mitbürgern für dem Integrationspreis 2014 vorgeschlagen worden. Aus diesem Kreis hat die fünfköpfige Jury unter Vorsitz von Doris Schröder-Köpf vier Preisträger ausgewählt, darunter den Verein MediNetz aus Hannover. Zudem wurde ein Sonderpreis vergeben.

Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Integration beim Grußwort © LHH

Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Integration beim Grußwort

Der mit insgesamt 30 000 Euro dotierte Wettbewerb steht in diesem Jahr unter dem Motto "Zuflucht Niedersachsen" und soll Menschen und Initiativen ehren, die sich konkret für Flüchtlinge in Niedersachsen und deren Aufnahme in die Gesellschaft einsetzen.

Preisträger

Nino Novakovic – Northeim
Nino Novakovic setzt sich als Betroffener für Betroffene ein. Er ist in besonderem Maße in seiner Freizeit ehrenamtlich und politisch engagiert: Er arbeitet aktiv bei der Initiative Jugendliche ohne Grenzen und beim Runden Tisch Integration in Northeim als Vertreter der Roma mit. Herr Novakovic setzt sich in vielfältiger Weise für junge Flüchtlinge ein, etwa durch Assistenz bei Behördengängen. Daneben verfolgt er zielstrebig seine berufliche Ausbildung.
"Medizinische Flüchtlingsberatung Hannover – MediNetz e.V." und "Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e.V."
Die beiden Vereine in Hannover und Göttingen arbeiten ehrenamtlich und ermöglichen Flüchtlingen und Geduldeten Zugang zu medizinischer Hilfe und rechtlicher Beratung. Ein Schwerpunkt liegt bei der Unterstützung von Schwangeren ohne Papiere. An MediNetz beteiligen sich auch viele Medizinstudenten/innen. Das Spektrum der Aufgaben reicht von Sprechstunden mit ärztlicher Beratung über Spendenaktionen bis zur Öffentlichkeitsarbeit.
Eva Bockhorst – Dinklage (Kreis Vechta)
Die Preisträgerin ist hoch engagiert und ein Beispiel für verbindliches Engagement. Sie unterstützt Flüchtlinge sowohl punktuell als auch nachhaltig und langfristig in unterschiedlichen Situationen und Lebenslagen. Sie organisiert Deutschunterricht für Flüchtlingsfrauen, die kein Anrecht auf den Besuch eines Integrationskurses haben und organisiert Förderunterricht für Kinder mit Migrationshintergrund. Darüber hinaus begleitet sie Flüchtlinge auf ihrem Weg zur Ausbildung, zum Studium oder zum Arbeitsplatz.
"Refugium Wesermarsch e.V." – Brake (Kreis Wesermarsch)
Der Verein "Refugium Wesermarsch e.V." ist ein Unterstützerkreis für Flüchtlinge, der seit 1984 aktiv ist. 1989 wurde er als gemeinnützig anerkannt. Refugium leistet über einen sehr langen Zeitraum nachhaltig ehrenamtliche Flüchtlingssozialarbeit, organisiert Hausaufgabenhilfe, Alphabetisierungs- und Sprachkurse für Flüchtlinge. Durch das Projekt Integration durch Arbeit (IDA) wird arbeitsuchenden Migrantinnen und Migranten die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht. Derzeit hat der Verein 30 aktive ehrenamtliche Unterstützer und Dolmetscher.
Sonderpreis: Gemeinde Friedland (Kreis Göttingen)
Die Gemeinde Friedland ist bundesweit durch das Grenzdurchgangslager Friedland bekannt. Seit seiner Gründung 1945 war das Lager Friedland für mehr als 4.000.000 Menschen aus verschiedenen Ländern die erste Anlaufstelle in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinde Friedland ist seit Jahrzehnten wie keine andere Kommune von der Aufnahme von Flüchtlingen geprägt. Dabei haben die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Willkommensund
Anerkennungskultur von Anfang an gelebt und Vielfalt im Alltag als Potential wahrgenommen. Trotz unterschiedlicher Flüchtlingsströme gab es in Friedland stets ein friedliches Miteinander.

Verleihung

Die Preise wurden am Montagabend in Anwesenheit von Ministerpräsident Stephan Weil und der Migrationsbeauftragten des Landes, Doris Schröder-Köpf (beide SPD), im Alten Rathaus in Hannover verliehen. „Weltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Not. Unser Bestreben muss es sein, die Ursachen für Flucht zu beseitigen und denen, die auf der Flucht sind, eine neue Heimat zu geben", sagte Ministerpräsident Weil bei der Preisverleihung. "Doch entscheidend für die Flüchtlinge ist auch, wie sie bei uns vor Ort aufgenommen werden. Ich freue mich sehr über so viel ehrenamtliches, nachbarschaftliches Engagement."

Niedersachsens Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Doris Schröder-Köpf sagte anlässlich der feierlichen Preisverleihung: „Niedersachsens Bürgerinnen und Bürger haben in vielen Initiativen und Projekten deutlich gemacht, dass sie Willkommenskultur für Flüchtlinge vor Ort leben und helfen, wo Hilfe nötig ist. Allen Bürgerinnen und Bürgern, die Flüchtlingen das Bedürfnis erfüllen, als Mensch anerkannt zu werden und dazuzugehören, spreche ich Dank und Anerkennung aus. Sie prägen die Weltoffenheit Niedersachsens.“