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Einbürgerungs­kampagne der Stadt Hannover

Um die Einbürgerungsquote in Hannover in den kommenden Jahren zu erhöhen, wirbt die Landeshauptstadt seit dem Frühjahr 2011 aktiv für die Einbürgerung.

„Kartoffel werden“ © LHH

Es gibt zwei Plakatmotive, mit denen für die Einbürgerung geworben wird. Dieses zeigt den Sozialarbeiter Hasan Yilmaz.

Für einen gelungenen Integrationsprozess ist die Einbürgerung von großer Bedeutung. Erst mit diesem Schritt erhalten Menschen, die als AusländerInnen in Deutschland leben, alle staatsbürgerlichen Rechte und damit eine umfassende rechtliche und politische Gleichstellung. Im Lokalen Integrationsplan hat die Stadt als Ziel definiert, aktiv für die Einbürgerung zu werben und setzt das gegenwärtig mit einer Einbürgerungskampagne um.

„Kartoffel werden“ – so heißt ein Kurzfilm, mit dem die Stadt sich ab Februar 2011 einige Monate an Menschen wendet, die selbst oder deren Eltern vor Jahren nach Deutschland eingewandert sind, die sich in der niedersächsischen Landeshauptstadt wohl und integriert und damit heimisch fühlen, die aber dennoch nicht die Staatsbürgerschaft ihrer deutschen Heimat angenommen haben. „Kartoffel werden“ wird umgangssprachlich auf Türkisch die Einbürgerung genannt. Der gleichnamige 20-minütige Film ist Teil einer Öffentlichkeitskampagne für die Einbürgerung. Bundesweit werben seit März 2010 Prominente mit markanter schwarz-rot-goldener Zunge für die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die hannoversche Kampagne will nun aktiv mit einer Vielzahl von Aktionen AusländerInnen ansprechen. Denn die Einbürgerungsquote in Hannover liegt zwar deutlich über der bundesweiten Quote, doch sie ist ebenfalls leicht rückläufig. 1.281 Menschen wurden 2010 eingebürgert, rund 60 weniger als im Vorjahr. 2006 lag die Zahl mit 1.752 Einbürgerungen noch deutlich höher. Die Ursachen für den Rückgang sind schwer zu greifen. Ein statistischer Effekt könnte eine Rolle spielen: Je mehr Menschen sich im Laufe der Jahre seit der Änderung des Ausländerrechts haben einbürgern lassen, desto geringer wird die Zahl der verbleibenden Bereitwilligen.

„Kartoffel werden“ © LHH

Auf dem zweiten Motiv wirbt Sportpädagogin Lalesim Ceylan für die Einbürgerungskampagne

In Hannover leben mehr als 72.000 Menschen aus fast allen Nationen der Welt. Jeder siebte Bürger der Landeshauptstadt ist damit Ausländer. Nun soll niemand zur deutschen Staatsbürgerschaft gedrängt werden. Wer sich hier wohl fühlt, aber dennoch an der bisherigen Staatsbürgerschaft hängt, bleibt unverändert willkommen. Die kulturellen und emotionalen Wurzeln zu achten, gehört zum Kern einer toleranten Integrationspolitik.

Doch wer möchte, dass alle Menschen – gerade auch die mit dem sogenannten Migrationshintergrund – an den Geschicken dieses Landes vollständig teilhaben können, der muss am Ende auch für den letzten Schritt werben. Erst mit der Staatsbürgerschaft und dem Bekenntnis zum Grundgesetz ist auch die Möglichkeit verbunden, politisch in Parlamenten aktiv zu werden und damit zugleich ein Zeichen für die Integration zu setzen.

Zweifellos erfüllt nicht jede und jeder die Voraussetzungen für diesen Schritt. Dazu gehören nicht nur ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, sondern auch der erfolgreich absolvierte Einbürgerungstest. Und dass die Testfragen es in sich haben, veranschaulicht der Kurzfilm in einer Umfrage bei langjährigen HannoveranerInnen, von denen etliche ins Stottern geraten und bisweilen passen müssen. Nicht jede/r könnte auf Anhieb Kartoffel werden – wenn er oder sie es nicht schon von Geburt an wäre.

Dieser Text wurde im Februar 2011 in der 39. Ausgabe der MitarbeiterInnen-Zeitung der Landeshauptstadt Hannover „168...“ veröffentlicht. Er steht mit freundlicher Genehmigung der „168...“-Redaktion auch auf dieser Seite zur Verfügung.

Unter dem folgenden Link finden Sie die offiziellen Seiten der Stadt zum Thema „Einbürgerung“. Neben aktuellen Informationen oder dem Download des Films „Kartoffel werden“ steht dort auch das Antragsformular auf Einbürgerung zur Verfügung.