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Niedersächsisches Landesmuseum

Neu im Landesmuseum Hannover: MenschenWelten

Am 2. Oktober öffnete die neue Dauerausstellung "MenschenWelten" im Landesmuseum: Von der Evolution bis heute beleuchtet sie Aspekte der Menschheitsgeschichte und bietet Einblicke in verschiedene Kulturen auf fünf Kontinenten.

Das Landesmuseum Hannover wird zum WeltenMuseum: Mit der Eröffnung der MenschenWelten wirft nach den NaturWelten die zweite neue Dauerausstellung einen Blick auf die Geschichte und die Kulturen der Menschheit von der Evolution bis heute.

Das Leben auf der Erde spielte sich mehr als drei Milliarden Jahre ohne den Menschen ab – er tauchte erst vor wenigen Millionen Jahren auf. Seitdem ist die Weltbevölkerung von ehemals wenigen Tausend auf über sieben Milliarden angewachsen. Die MenschenWelten skizzieren die einzigartige Geschichte der Menschheit, von der Evolution in Afrika über die Stein- und Bronzezeit, die Römische Kaiserzeit und die Völkerwanderung bis ins späte Mittelalter durch Niedersachsen und weiter in facettenreiche Kulturen von Peru, über Polynesien und China bis nach Afrika.

"Mit den 'MenschenWelten' eröffnet das Landesmuseum Hannover eine weitere interdisziplinäre und publikumsorientierte Dauerausstellung, die vorbildlich in das zukunftsweisende Gesamtkonzept 'WeltenMuseum' passt. Besucherinnen und Besuchern werden damit überraschende Querverbindungen geboten, die zum Entdecken und Nachdenken einladen. Dass aktuelle Themen wie Migration und Klimawandel im Ausstellungskonzept integriert sind, zeigt wie zukunftsweisend das Landesmuseum arbeitet", so Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Der Perspektivwechsel von der Alten in die Neue Welt wird durch die einzigartige Kombination der Fachbereiche Archäologie und Völkerkunde ermöglicht. Aktuelle Themen wie Globalisierung, Migration und Klimawandel begleiten die Reise durch die MenschenWelten.

"Als wir vor gut zwei Jahren die ersten Überlegungen zu unserer neuen Dauerausstellung anstellten, ahnten wir noch nicht, wie uns die aktuelle Flüchtlingssituation einholen würde. Schon in den ersten Sitzungen entwickelten wir den Grundgedanken, der sich nun wie ein roter Faden durch unsere Ausstellung zieht, dass nämlich die Geschichte der Menschheit auf dem Prinzip der Migration, des Handels und des Austausches von Ideen beruht", so Direktorin Dr. Katja Lembke.

Neben "alten Bekannten" wie der Moormumie "Roter Franz" oder dem javanesischen Musikensemble Gamelan werden weitere kostbare Exponate erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Vorteile eines Mehrspartenhauses zeigen sich zudem in den Bereichen Evolution und beim Übergang von der Alten in die Neue Welt, wo Sammlungsobjekte der Naturkunde und Werke der Landesgalerie perfekte Ergänzungen bilden.

"Ähnlich wie schon in den NaturWelten werden die Schätze Niedersachsens vorgestellt, um den Besucher von dort aus auf eine Reise rund um die Welt mitzunehmen. Für ein Landesmuseum bildet das Heimatland den Ausgangspunkt. Die Sammlungen des Hauses und damit auch die Ausstellung beweisen Weltoffenheit und eine Grundneugierde auf fremde Kulturen. Eine absolut zeitgemäße Einstellung", so Joachim Werren, Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen.

Diverse museumspädagogische Angebote ermöglichen es den Besuchern die neue Dauerausstellung mit allen Sinnen zu erleben. "Hands on"-Bereiche, Videostationen sowie interaktive Spiele machen Themen wie die Navigation, den Haifischfang in Melanesien, die Eisenverhüttung in der vorrömischen Eisenzeit oder den Hausbau in der Jungsteinzeit lebendig. "Ich finde es wichtig, Kinder und Jugendliche dort abzuholen, wo sie stehen. Das gelingt in der Ausstellung MenschenWelten durch die zahlreichen Stationen und altersgerechten Textebenen auf hervorragende Art und Weise. Auch werden verschiedene Lern- und Vertiefungsangebote für Kinder und Jugendliche angeboten. Eines dieser Projekte mit dem Titel "KochWelten – Eine kulinarische Reise durch Raum und Zeit" wurde von unserer Jury mit dem Förderpreis Museumspädagogik 2015 ausgezeichnet", so Dr. Sabine Schormann, Geschäftsführerin der VGH-Stiftung.

"Unserem Stifter Klaus Bahlsen lagen auch die Ostasiatika am Herzen. Umso schöner ist es nun, insbesondere die ethnologische Sammlung in neuem Licht erstrahlen zu sehen. Durch die wunderbare Verquickung mit der Archäologie und den interdisziplinären Ansatz erhalten wir nun das, was wir im Sinne unseres Stifters am liebsten fördern, nämlich weg vom üblichen Allerlei und hin zu kreativen Ansätzen", erläutert Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung.

Die Gestaltung der neuen Dauerausstellung lag, wie schon bei der Neugestaltung der NaturWelten, in den Händen der Firma "Krafthaus – Das Atelier von facts und fiction". Die Kosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Ermöglicht wurde die Neugestaltung durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Mittel (EFRE), des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Niedersachsen, der VGH-Stiftung, der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung und der RHHStiftung.