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Berufsbild Buchbinder / Buchbinderin

Die Produktion von Büchern, Zeitschriften und Broschüren, aber auch das Erstellen von Passepartouts ist Aufgabe von Buchbindern und Buchbinderinnen.

Ein junger Mann, in heller Kleidung, steht mit einem aufgeschlagenen Heft in der Hand vor einer Maschine.

Buchbinder sorgen für den richtigen „Knick“: Sven Schneider (21) bearbeitet Prospekte an der Falzmaschine.

Hier ist noch Handarbeit gefragt: Marcel Laup (19) bindet mit der Buchpresse hochwertige Einzelanfertigungen.

Exklusive Bucheinbände aus geprägtem Leder, Paperbacks als industrielle Massenware in Millionenauflagen, Kataloge, Zeitschriften und Prospekte. Der Beruf des Buchbinders umfasst längst mehr als nur die Kunst, Bücher mit Umschlägen zu versehen. Als „Printfinisher“ bringt er sämtliche Druckerzeugnisse in eine lesbare Form. Die Ausbildung an der Multi Media BBS der Region Hannover deckt das ganze Spektrum des modernen Buchbinderberufs ab.

Seit 1995 wird der Beruf des Buchbinders in drei Fachrichtungen ausgebildet, die sich wesentlich voneinander unterscheiden. Die Fachrichtungen Druckweiterverarbeitung und Buchfertigung Serie beziehen sich auf die industriell geprägte, maschinelle Weiterverarbeitung von Druckwerken aller Art. Stark handwerklich und künstlerisch geprägt ist dagegen die Fachrichtung Einzel- und Sonderfertigung. Hier werden hochwertige Einzelstücke von Hand hergestellt und restauriert. Die Entscheidung für eine der Fachrichtungen hat weitreichende Konsequenzen; nicht nur für die Ausbildung, sondern auch für spätere Berufsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten.

Auszubildende der Fachrichtungen Druckweiterverarbeitung und Serienbuchfertigung werden auch als Industriebuchbinder bezeichnet. Technisches Interesse, eine Begabung für logisch-technisches Denken, Genauigkeit und Flexibilität unter Termindruck sind für diesen Beruf von Vorteil. Auch Sven Schneider (21), Schüler der Abschlussklasse 2007, schätzt die zielorientierte Arbeit: „Mir macht es Spaß eine Maschine einzurichten, einen Arbeitsauftrag durchzuführen und hinterher ein sauber gearbeitetes, fertiges Produkt zu sehen.“

Wer sich für die Fachrichtung Einzel- und Sonderfertigung entscheidet, sucht oft die künstlerische und kreative Herausforderung, die damit verbunden ist. Anders als beim industriellen Buchbinden werden hier keine Massenauflagen, sondern exklusive Einzelstücke angefertigt, Lose-Blatt-Sammlungen gebunden, Passepartouts geschnitten, Mappen und Alben erstellt. Präzise Handarbeit ist auch gefragt, wenn alte Bücher restauriert werden müssen. Die meisten der Auszubildenden der handwerklichen Fachrichtung lernen in Bibliotheken, einige auch in kleineren Unternehmen.

Weiterbildungen sind in unterschiedliche Richtungen möglich, etwa zum Buchbindemeister oder zum Medienfachwirt. Die Fachrichtung Einzelfertigung dient oft auch als Grundlage für ein anschließendes Studium (z.B. Restaurierung). Sehr unterschiedlich sind die Gehaltsaussichten. Während Industriebuchbinder mit einem Einstiegsstundenlohn von ca. 15 Euro (plus Schichtzuschläge) rechnen können, beträgt dieser bei handwerklichen Buchbindern nur rund die Hälfte.