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Prognos Studie veröffentlicht

Kreativ-Hochburg Hannover

Eine neue Studie unterstreicht die bedeutende Rolle der Kultur- und Kreativwirtschaft – und der Förderung durch hannoverimpuls.

von links: Ralf Meyer, Stefan Schostok und Dr. Olaf Arndt von Prognos © hannoverimpuls GmbH

von links: Ralf Meyer, Stefan Schostok und Dr. Olaf Arndt von Prognos

Eine am 15. Juli veröffentlichte Studie hat die regionalwirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie das Engagement von hannoverimpuls für die Branche untersucht. Die Ergebnisse sind deutlich: Mit 2,4 Milliarden Euro Umsatz, 4.100 Unternehmen und 19.400 Erwerbstätigen spielt die Branche eine herausragende Rolle für die Ökonomie in der Region Hannover. Dazu beigetragen hat das von hannoverimpuls initiierte [kre|H|tiv] Netzwerk Hannover e.V., das seit gut drei Jahren die Akteure vernetzt, vertritt und für den Kreativstandort Hannover wirbt – und dessen Arbeit laut Studie fortgesetzt werden sollte.

Dass ihre Stadt ein Zentrum der Kreativ- und Kulturschaffenden ist, wussten die Hannoveraner aus eigener Erfahrung schon immer; auch die Wirtschaftsförderer von hannoverimpuls haben das Potenzial der Branche für die Region vor fast vier Jahren erkannt und seitdem die Branchenentwicklung aktiv unterstützt. Wie erfolgreich man dabei war und wie wichtig die Kreativbranche für die Region tatsächlich ist, gibt es jetzt „schwarz auf weiß“ – die Ergebnisse der heute vorgestellten „Standort- und Erfolgsanalyse Kreativ- und Kulturwirtschaft (KKW) in der Region Hannover“ der Prognos AG unterstreichen die Bedeutung der Branche deutlich.

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Anlässlich der Präsentation einer Studie zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Hannover sprechen Oberbürgermeister Stefan Schostok und kre|H|tiv-Projektleiter Kai Schirmeyer über die Studie und das kre|H|tiv-Netzwerk

Starke Branche, große Bedeutung für regionale Wirtschaft

In Zahlen ausgedrückt (alle Werte für 2012): 4.100 Unternehmen und 19.400 Erwerbstätige erwirtschafteten 2,4 Milliarden Euro Umsatz und erreichten eine Bruttowertschöpfung von 1,2 Milliarden Euro. Knapp 4 Prozent aller Erwerbstätigen Hannovers arbeiten in der Branche, das sind 30 Prozent aller KKW-Beschäftigten ganz Niedersachsens. Im überregionalen Vergleich wird der hohe Beschäftigungsfaktor besonders deutlich: Im restlichen Niedersachsen sind 2,5 Prozent, im Bundeschnitt 3,5 Prozent aller Erwerbstätigen in der KKW tätig. „Hannover ist, jetzt auch nachweislich, eine Hochburg der Kreativen und Kulturschaffenden und braucht hier auch den bundesweiten Vergleich nicht scheuen“, resümierte hannoverimpuls-Geschäftsführer Ralf Meyer bei der Präsentation der Studienergebnisse.

Besonders erfreulich: Seit 2011 sind in der Region viele neue sozialversicherungspflichtige Jobs in der Branche entstanden (plus 21 Prozent bis 2013). Zudem ist die Branche in Hannover im Bundesvergleich überdurchschnittlich gründungsaktiv, mittlerweile stammt jede vierte Gründung aus der Kreativwirtschaft.

Unter den elf Teilmärkten, die zu der heterogenen KKW-Branche zählen, stechen als größte Arbeitgeber vor allem die Software- und Games-Industrie (ca. 4.100 Beschäftigte), die Musikwirtschaft (3.550) sowie der Presse- und der Werbemarkt (3.000 bzw. 2.800) heraus. Im Vergleich zur gesamtdeutschen KKW sind insbesondere die Musikwirtschaft, die Designwirtschaft, der Architekturmarkt und der Markt für Darstellende Künste überproportional vertreten und besonders wachstumsstark.

Erfolgreiches Förderkonzept

Seit August 2010 unterstützt hannoverimpuls mit dem [kre|H|tiv] Netzwerk Hannover e.V., der mittlerweile 255 Mitglieder hat, die Vernetzung der KKW-Akteure in Hannover und hat dabei laut Studie erfolgreich bedarfsorientierte Förderimpulse auf verschiedenen Ebenen geleistet. Untersucht wurden drei Förderschwerpunkte: neben der „Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung“ die „Qualifizierung und Förderung“ und die „Initiativen und Projekte“. Gerade die Netzwerkarbeit wird als sehr erfolgreich bewertet. „kre|H|tiv stärkt die Vernetzung der Akteure, erhöht die Außenwahrnehmung des Standorts und hat positive Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg der eingebunden Personen“, so das Fazit der Prognos-Forscher. „Dass Hannover – auch überregional – immer mehr als Kreativstandort wahrgenommen wird, ist auch ein Verdienst des kre|H|tiv-Netzwerks“, lobte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok in diesem Zusammenhang. „Beste Beispiele sind die Bewerbung als „UNESCO City of Music“ oder die jüngst gestartete „Welcome HOME“-Kampagne zur Bindung unserer heimischen Kreativen an den Standort. Eine tolle Kooperation, die zeigt, dass die Vernetzung kreativer Köpfe, öffentlicher Institutionen und Unternehmen hier in Hannover von besonderer Qualität ist“, so der OB weiter.

In Hinblick auf die Initiativen und Projekte von kre|H|tiv, wie beispielsweise die eben genannte „UNESCO City of Music“-Bewerbung, konstatieren die Wissenschaftler von Prognos unter anderem eine bereits jetzt bessere Standortvermarktung und ein schärferes „Profil der Stadt“ als Kreativ-standort. Auch die Netzwerk-Events in Hannover, wie die ver|1|meierei, würden die Vernetzung der Akteure untereinander stärken und Kooperationen fördern. Die Folge seien Produktinnovationen, mit denen auch wirtschaftliche Erfolge und Wertschöpfungseffekte einhergingen.

Im Bereich „Qualifizierung und Förderung“ wurden die positiven Effekte der Gründerwettbewerbe (drei|v), der Seminare und des Angebots an geförderten Arbeits- und Büroräumen, vor allem in der HALLE 96, betont: Hier sei ein direkter und positiver Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen generiert worden, der sich in konkreten Geschäftsbeziehungen und verbesserten Geschäftszielen ausgedrückt habe.

Experten-Empfehlung: Bedarfsgerechte Fortführung der Clusterförderung durch kre|H|tiv

„Wir freuen uns sehr, dass die Förderung so zielgerichtet eingesetzt wurde, offensichtlich gut funktioniert und sich letztlich auch bezahlt macht“, bilanzierte hannoverimpuls-Geschäftsführer Meyer. „Die guten Ergebnisse der Studie sind für uns Bestätigung und Ansporn zugleich, die Unterstützung der Kreativbranche aktiv fortzusetzen.“ Dies raten auch die Macher der Untersuchung und sprechen die Empfehlung aus, „auch zukünftig die Cluster- und Netzwerkentwicklung der KKW durch das Innovationsnetzwerk kre|H|tiv fortzuführen“. Dabei sollten drei Handlungsfelder im Vordergrund stehen: Zum einen die stärkere Vernetzung der KKW mit Anwenderbranchen durch neue Interaktionsformate sowie eine Weiterführung der Vernetzung innerhalb der Branche. Hier gelte es, Kooperationspartner und Sponsoren zu gewinnen, die das Netzwerk langfristig unterstützen. Zum anderen sei es sinnvoll, Leuchtturmprojekte zu ausgewählten Wachstums- bzw. Trendbereichen zu entwickeln und bundesweit zu positionieren. Um die Außenwahrnehmung weiter zu steigern, empfehlen die Forscher die Durchführung von Events und Veranstaltungen. Zudem sehen die Prognos-Experten Potenzial für eine überregionale Standortkampagne, die zusätzlich die (branchenübergreifende) Fachkräfteakquise unterstützen könnte.

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