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Leibniz-Jahr 2016 in Hannover

2016 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Leibniz. Das Jahr steht deshalb ganz im Zeichen des Universal­gelehrten.

Zahlen und Fakten

Mehr als 45.000 Studierende lernen derzeit an Hannovers Hochschulen.

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Tierärztliche Hochschule

Hilfe für Doggen mit zu viel Haut

Forschern der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ist es gelungen, die vor allem bei Doggen weit verbreitete Genmutation der übermäßigen Faltenbildung aufzuklären.

Einzelne Doggenzüchter beobachten seit einigen Jahren immer wieder Welpen, die übermäßig viel Haut entwickeln – mit einer sehr ausgeprägten Faltenbildung. Diese Welpen waren nie überlebensfähig und mussten infolge zunehmender Schwäche eingeschläfert werden. Einem Forscherteam aus Genetikern, Pathologen, Biochemikern und Klinikern der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover gelang es jetzt, die Abläufe der Krankheitsentstehung und die dafür verantwortliche Genmutation aufzuklären.

Dicke Haut und übermäßige Faltenbildung

Mit histopathologischen und elektronenmikroskopischen Untersuchungen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass es sich bei der Krankheit um eine bisher nicht bekannte Form von angeborener Ichthyosis handelt. Unter Ichthyosen versteht man Verhornungsstörungen der Haut. Beim Menschen ist vor allem die Ichthyosis vulgaris, die sogenannte Fischschuppenkrankheit, bekannt. Die Einordnung der Krankheit erklärt die massive Dickenzunahme der Haut und deren übermäßige Faltenbildung.

Gendefekt: Haut kann nicht atmen

Verantwortlich für die angeborene Ichthyosis ist eine Mutation auf dem Gen für das Fettsäuretransportprotein 4 (Fatty Acid Transport 4, FATP4 oder SLC27A4). Infolge dieser Mutation ist die Synthese des Fettsäuretransportproteins FATP4 so stark eingeschränkt, dass nur sehr wenige langkettige Fettsäuren in die Zellen transportiert werden. Hiervon sind vor allem Hautzellen betroffen, die ohne die Aufnahme langkettiger Fettsäuren unelastisch und undurchlässig wird. Dadurch geht die Atmungsfähigkeit der Haut verloren.

Kranke Doggen müssen nicht eingeschläfert werden

Beim Menschen wurde diese Genmutation noch nicht nachgewiesen. Die Entdeckung der FATP4-Mutation bei Doggen könnte folglich auch für die Diagnose ähnlicher Erkrankungen beim Menschen von Nutzen sein. "Die Kenntnis der Genmutation hilft Hundezüchtern, das tödliche Leiden effektiv zu bekämpfen. Doggenwelpen müssen wegen dieser Erkrankung nicht mehr eingeschläfert werden, da durch die entsprechende Anpaarung der Zuchttiere die Erkrankung vermieden werden kann", erklärt Professor Dr. Ottmar Distl, Leiter des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo.

(Veröffentlicht: 28. Oktober 2015)