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Leibniz-Jahr 2016 in Hannover

2016 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Leibniz. Das Jahr steht deshalb ganz im Zeichen des Universal­gelehrten.

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MHH

Neuartige Knie-OP

Innovatives Verfahren: Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover haben einem Patienten ein neuartiges Kunstknorpel-Implantat ins rechte Knie eingesetzt.

Zwei Männer zeigen eine kleines, weißliches Objekt. © MHH / Kaiser

Professor Michael Jagodzinski (links) und Professor Christian Krettek von der MHH zeigen das Kunstknorpel-Implantat.

Etwa 2,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem chronischen Knorpelschaden im Knie. Die Ursache für den degenerativen Knorpelschwund sind meist frühere Verletzungen des Kniegelenks oder altersbedingter Verschleiß. An der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben Ärzte eine neue Art der Therapie durchgeführt – sie implantierten einem 62-jährigen Patienten einen neuartigen Kunstknorpel. Es ist laut MHH das erste Mal überhaupt, dass dieses Verfahren am Kniegelenk angewendet wurde – bisher sei es nur an der Großzehe des Fußes zum Einsatz gekommen.

Implantat sieht wie "Fruchtgummi" aus

Für den Laien sieht das Implantat eines amerikanischen Herstellers fast so aus wie ein "Fruchtgummi". Es ist etwa zehn mal zehn Millimeter groß, elastisch und kegelförmig. "Die Form sorgt für einen festen Halt im Knieknorpel des Patienten", sagt Professor Michael Jagodzinski. Der Oberarzt an der MHH-Klinik für Unfallchirurgie hatte dem Patienten das künstliche Knorpelstück im Juni 2012 ins rechte Knie eingesetzt. "Dabei wird das Implantat regelrecht in den Knieknorpel des Patienten eingepresst", sagt der Chirurg. Der Kunstknorpel wächst nicht ein, optimalerweise bildet sich drumherum aber eine Verhärtung aus Bindegewebe, die zusätzlichen Halt gibt.

Hoffnung auf langfristige Erfolge

Professor Christian Krettek, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, ist zuversichtlich, dass das neuartige Implantat, das zu 80 Prozent aus Wasser und zu 20 Prozent aus Polyvenylalkohol (PVA) besteht, auch nach mehreren Jahren noch fest im Knie sitzt. Das Problem bei herkömmlichen Implantaten: "Bei vielen Patienten lockern sie sich. Nur bei etwa 40 Prozent ist der Zustand nach zehn Jahren noch zufriedenstellend", sagt Krettek.

Zielgruppe vor allem ältere Patienten

Jagodzinski betont, dass sich das neue Implantat nicht für jeden Patienten und nicht für jede Art von Knorpelschaden eignet. "Die Zielgruppe sehen wir vor allem in Patienten, die älter als 50 Jahre sind und einen lokalisierten Knorpelschaden oder eine begrenzte Arthrose haben." Jeder Einzelfall müsse genau überprüft werden.