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Leibniz-Jahr 2016 in Hannover

2016 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Leibniz. Das Jahr steht deshalb ganz im Zeichen des Universal­gelehrten.

Zahlen und Fakten

Mehr als 45.000 Studierende lernen derzeit an Hannovers Hochschulen.

Neuroinfektiologie

Neuer Forschungsverbund

Neuer Forschungsverbund: Wissenschaftler der TiHo, der MHH und von weiteren Institutionen wollen gemeinsam die Mechanismen von Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) erforschen – das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung stellen dafür 5,4 Millionen Euro bereit.

Viele neurologische Krankheiten werden durch Infektionen ausgelöst. Viren, Bakterien oder Parasiten können bei Menschen genau wie bei Tieren die Ursache für Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) sein oder den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Masern oder virale und bakterielle Hirnhautentzündungen sind Beispiele dafür.

Forschungsverbund N-RENNT

Die Infektionswege und Mechanismen von ZNS-Erkrankungen wollen Wissenschaftler in dem neuen Forschungsverbund "Niedersachsen-Research Network on Neuroinfectiology (N-RENNT)" ergründen. Das Geld für die Förderung stammt aus dem Programm "Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit niedersächsischer Hochschulstandorte".

Unterschiedliche Einrichtungen sind beteiligt

Mit dabei sind außer der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo): die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Georg-August-Universität Göttingen, die Technische Universität Braunschweig, das Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung Hannover (Twincore), das Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Komplexes Zusammenspiel

"Um neue Strategien für die Diagnose, Verhütung und Bekämpfung von neurologischen Erkrankungen entwickeln zu können, müssen wir das komplexe Zusammenspiel zwischen ZNS und Erreger verstehen", sagt Professor Dr. Wolfgang Baumgärtner, Sprecher von N-RENNT und Leiter des Instituts für Pathologie der TiHo.

Ausbreitung von Infektionen innerhalb und zwischen Spezies

Neben der Erforschung der Krankheitsentstehung wollen sich die Wissenschaftler auch Studien widmen, in denen es um die Ausbreitung von Infektionen innerhalb und zwischen Spezies geht – denn bei vielen Infektionen, die im Verdacht stehen, neurologische Erkrankungen zu beeinflussen, handelt es sich um sogenannte Zoonosen. Diese können zwischen Mensch und Tier übertragen werden. Dazu zählen etwa durch Zecken übertragende Hirnhautentzündungen oder die Influenza.

"Brücke zwischen Neurowissenschaften und Infektionsmedizin"

"N-RENNT schlägt die Brücke zwischen Neurowissenschaften und Infektionsmedizin", sagt Baumgärtner. "Und zwischen Tier- und Humanmedizin." Die Forschungsergebnisse sollen sowohl Tieren als auch Menschen zugutekommen. Auch in der tierärztlichen Praxis werden häufig Patienten mit neurologischen Erkrankungen vorgestellt, und viele Ergebnisse aus der Tiermedizin können auf die Humanmedizin übertragen werden. So dient Staupe beispielsweise als Modellkrankheit für multiple Sklerose – beide Krankheiten weisen viele Parallelen auf.

Exzellenzcenter schaffen

Mit N-RENNT wollen die TiHo-Wissenschafter zudem ein international angesehenes Exzellenzcenter in Niedersachsen schaffen. "Etwas Vergleichbares gibt es bisher nicht in Europa", sagt Baumgärtner. Die Initiatoren von N-RENNT wollen auch eine neue Generation von Neuroinfektiologen ausbilden, die neurowissenschaftlich und infektionsmedizinisch fundiertes Fachwissen besitzt. Die Graduiertenschule der TiHo (Hannover Graduate School of Veterinary Pathobiology, Neuroinfectiology, and Translational Medicine) unterstützt den Forschungsverbund dabei mit ihren PhD-Programmen.