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Leibniz-Jahr 2016 in Hannover

2016 jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Leibniz. Das Jahr steht deshalb ganz im Zeichen des Universal­gelehrten.

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MHH

Wirksamkeit von Antidepressiva

Welchen Patienten helfen Antidepressiva? Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitätsmedizin Mainz haben Hinweise dafür gefunden, wie sich die Wirksamkeit von Antidepressiva vor dem Einsatz der Medikamente klären lässt.

Ein Mann in weißem Kittel hält sich in einer Laborumgebung auf © MHH / Kaiser

Die Wirksamkeit von Antidepressiva vorhersagen? Zu diesem Thema forscht Professor Dr. Helge Frieling an der MHH.

Die Wissenschaftler untersuchten einen Gen-Abschnitt, der für die Bildung des Wachstums-Proteins "Brain-derived-neurotrophic-factor" (BDNF) zuständig ist. Patienten, bei denen an diesem Gen-Abschnitt keine Methyl-Gruppe angehängt ist, sprechen offenbar nicht auf Antidepressiva an.

Die Untersuchung

Depressive haben laut MHH weniger BDNF im Blut als Gesunde. Die Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen zunächst fest, dass bei Patienten, denen ein Antidepressivum hilft, auch die BDNF-Konzentration im Blut steigt. Daraufhin untersuchten sie das Gen, das für die Bildung von BNDF zuständig ist – und beobachteten, dass bei einigen Patienten eine Methyl-Gruppe vorhanden war. Bei Patienten ohne diese "Methylierung" stieg die BDNF-Konzentration im Blut trotz Einnahme eines Antidepressivums nicht an, und das Antidepressivum wirkte nicht.

Wirksamkeit von me­di­ka­men­töser Therapie lässt sich vorhersagen

"Die Methyl-Gruppe entscheidet, ob das Gen abgelesen wird oder nicht – dieser sogenannte epigenetische Mechanismus reguliert die Genaktivität", sagt Professor Dr. Helge Frieling, Oberarzt der MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie. Privatdozent Dr. André Tadić, Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, ergänzt: "Dies ist der erste epigenetische Marker, mit dem das Ansprechen auf eine Therapie mit Antidepressiva vorhergesagt werden konnte." Bevor die Methode routinemäßig zum Einsatz kommen könne, müssten die Ergebnisse jedoch erst in weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

Weitere Studien

Bei den Patienten, deren BDNF-Gen "methyliert" war, lag die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen ein Antidepressivum hilft, bei 60 Prozent. "Ob die Wirkung von der Art des Antidepressivums abhängt, werden wir in einer Folgestudie genauer untersuchen", sagt Frieling. Zudem arbeiten die Forscher daran, weitere epigenetische Marker zu finden, um die Vorhersage des Therapieerfolgs für den einzelnen Patienten zu präzisieren. Die Wissenschaftler haben ihr Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.

Volkskrankheit Depression

Rund einem Drittel der an Depression Erkrankten hilft laut MHH das erste Antidepressivum, das sie einnehmen. Bei jedem weiteren verwendeten Präparat sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer positiven Wirkung kommt. Etwa einem Viertel aller Depressiven hilft kein Antidepressivum. In Deutschland leiden vier Millionen Menschen an Depressionen, also rund fünf Prozent der Bevölkerung. Damit zählt diese Erkrankung zu den sogenannten Volkskrankheiten – ebenso wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Bluthochdruck.