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Gebäude hinter Bäumen. © LHH

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

Hannovers Leibniz-Schatzkammer

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

Die Niedersächsische Landesbibliothek erhielt 2005 ihren neuen Namen: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek. Mit einem Bestand von fast zwei Millionen Büchern, Zeitschriften und digitalen Medien zählt sie zu den größten Regionalbibliotheken in Deutschland.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek (GWLB) wurde 1665 von Herzog Johann Friedrich als Hofbibliothek der welfischen Herzöge gegründet. Als Wissenschaftsbibliothek mit umfangreichen Datenbanken ist sie heute eine wichtige Forschungsstätte sowohl für niedersächsische als auch für europäische Kulturgeschichte. Zu ihren kostbarsten Besitztümern zählen die "Monseer Fragmente" (eine der ältesten abendländischen Handschriften aus der Zeit Karls des Großen) sowie 375 Bücher aus der Frühzeit des Buchdruckes (Inkunabeln) und der Nachlass des Universalge­lehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).

Leibniz-Nachlass von König und Kurfürst sichergestellt

"Es ist bekannt, dass eine Bibliothek mit wertvollen gedruckten Büchern zu den Dingen gehört, die durch einfaches Bewahren nicht bewahrt werden können, das heißt, sie ist nicht in einem guten Zustand zu erhalten, wenn sie nicht vermehrt wird", befand Gottfried Wilhelm Leibniz, der von 1676 bis zu seinem Tod 1716 auch Hofbibliothekar in Hannover war. Leibniz selbst hat beeindruckend viel zu dieser von ihm gewünschten "Vermehrung" beigetragen, sein Nachlass „... ist in seltener Geschlossenheit überliefert, da er unmittelbar nach Leibniz’ Tod vom englischen König und hannoverschen Kurfürsten Georg I. be­schlagnahmt wurde, um zu verhindern, dass eventuelle politische Interna in die Öffentlichkeit kommen." So heißt es in der Information zum Leibniz-Nachlass in der GWLB.

Leibniz-Briefwechsel gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe

Die Abteilung "Handschriften und Alte Drucke" in der internen Leibniz-Forschungsbibliothek verwaltet rund 50.000 Originaldokumente mit etwa 200.000 Seiten (darunter auch Manuskripte zu allen seinen Schriften und Bücher aus seiner Privatbibliothek) und etwa 20.000 Briefe von und an weltweit rund 1.300 Korrespondenten, mit denen Leibniz zeitlebens kommunizierte. "Wie kaum ein anderer Gelehrter war Leibniz ein Mann der Kommunikation und der Vernetzung. Das briefliche Gespräch war ein wichtiger Teil seiner Lebensform. Sein Nachlass spiegelt die Internationalität seines Denkens auch in der Sprache wider; rund 40 Prozent sind in Latein, rund 30 Prozent in Französisch und rund 15 Prozent in Deutsch ver­fasst, hinzu kommen Texte unter anderem in Englisch, Italienisch und Nieder­ländisch“, schreibt die GWLB dazu.

Register des Weltdokumentenerbes

Die UNESCO nahm den Leibniz-Briefwechsel im August 2007 als ein "einzigartiges Zeugnis der europäischen Gelehrtenrepublik im Übergang vom Barock zur frühen Aufklärung" in das Register des Weltdokumentenerbes (Memory of the World) auf. 

Neubau mit Leibniz-Galerie

Seit dem 21. Juni kann man im klimatisierten Ausstellungsbereich in der ersten Etage auch originale Exponate aus dem persönlichen Besitz von Leibniz bestaunen: in einer begehbaren, rund 13 Meter langen und fünf Meter breiten Glasgalerie an der Stirnseite ist auf der einen Seite die private Arbeitsbibliothek von Leibniz zu sehen, in der Vitrine vis-à-vis stehen sein Arbeitsstuhl und die von ihm erfundene Vier-Spezies-Rechenmaschine im Original

Große Leibniz-Sonderausstellung im Sommer 2016

Im Leibniz-Jubiläumsjahr 2016 ist die gesamte erste Etage im Neubau des Hauptgebäudes für den bedeutenden Philosophen und Universalgelehrten reserviert: Vom 21. Juni bis 31. Dezember 2016 zeigt eine Sonderausstellung unter dem Titel "1716 – Leibniz’ letztes Lebensjahr" auf rund 400 Quadratmetern einzigartige Exponate, darunter auch Original-Manuskripte und Brief vom 29. Mai 1716 mit vier postkartengroßen Seiten über das "Perpetuum mobile des Orffyreus", den Leibniz nur wenige Monate vor seinem Tod an den Hofrat Christoph Enoch Buchta aus Zeitz bei Leipzig auf Französisch verfasst hat. Die GWBL hat den Brief 2013 bei einer Auktion in Berlin für 35.000 Euro ersteigert.